effektives Mitte Training

Kicker Schusstechniken, Tricks und Spielverhalten
Aramir
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Beitrag von Aramir » 11.02.2015, 14:46

Hallo, ich habe letzte Woche mein erstes Turnier mitgespielt und habe leider fast nur verloren...
Ich möchte jetzt meine Schwachstelle, die Mitte, intensiv trainieren.

Wie trainiert ihr die Mitte (sowohl das Blocken als auch das Passen) ? Was hat euch dort am Meisten gebracht?

Ich weiß nämlich ehrlich gesagt nicht so richtig wo ich da anfangen soll...

Danke und liebe Grüße
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manni69
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Beitrag von manni69 » 11.02.2015, 14:53

Aramir hat geschrieben:Hallo, ich habe letzte Woche mein erstes Turnier mitgespielt und habe leider fast nur verloren...
Ich möchte jetzt meine Schwachstelle, die Mitte, intensiv trainieren.

Wie trainiert ihr die Mitte (sowohl das Blocken als auch das Passen) ? Was hat euch dort am Meisten gebracht?

Ich weiß nämlich ehrlich gesagt nicht so richtig wo ich da anfangen soll...

Danke und liebe Grüße
Hi,

erstmal beim ersten Turnier fast alles zu verlieren ist kein Beinbruch.
Du gewinnst ja an Erfahrung.....So..Mitte trainieren was das passen angeht kann man schön alleine am Tisch machen...Beim blocken wird es schwieriger :-)

Am besten gehst Du mal in eine Kneipe oder Vereinsheim wo gute Spieler Zuhause sind.
Da lässt Du dir mal ein paar Tips geben, und kannst vielleicht auch direkt mit guten zusammen trainieren, was deinen Level gerade am Anfang sehr schnell hochtreibt.

lg Manni69
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michi1367
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Beitrag von michi1367 » 11.02.2015, 23:09

Hallo,

also ich schließe mich dem Vorschreiber an:

1. Alles verlieren, ist am Anfang nicht tragisch.
2. Die besten Tipps gibts immer direkt am Tisch, von Spielern die tatsächlich besser sind als man selbst: und zwar am allerbesten von den Spielern, die viiieeel besser sind als man selbst, und nicht unbedingt von denen, die nur ein kleines bisschen besser sind - was nämlich oftmals eher durch Erfahrung oder anderes zu erklären ist, und nicht unbedingt auf stabile, saubere Technik schließen lässt.

Trotzdem würde ich versuchen, dir auch per Ferndiagnose noch ein paar Tipps zu geben, würde dafür aber vorher noch gerne Folgendes wissen:

1. Du sagst, die Mitte ist deine Schwachstelle? Daraus würde ich schließen, dass die 2er oder 3er Reihe bei dir besser "laufen"? Da wäre die Frage, welche Techniken schiesst du denn dort jeweils? Ich frage, um zu erfahren, ob du dort schon systematisches Techniktraining gemacht hast, oder ob das eher auch aus "Kneipenerfahrung" resultiert. Weil du ja selbst schreibst: "intensiv trainieren"... Meine Vorstellung von intensiv wäre mindestens 1 Std. täglich. Wie viel Zeit willst du denn investieren?

2. Welche Möglichkeiten hast du zum Trainieren? Eigener Tisch? Kneipe in der Nähe? Wenn ja, welcher Tisch in welchem Zustand?

3. Links- oder Rechtshänder? Kein großes Geheimnis ist ja, das Linkshänder auf der 5er-Reihe im Vorteil sind. Der Rechtshänder kann nur probieren, die Defizite, die er sich sein Leben lang dadurch "antrainiert" hat, dass er die linke Hand quasi nie benutzt, dadurch abzubauen, dass er die linke Hand bewusst bei alltäglichen Dingen einsetzt.
Z.B. Zähneputzen mit links ist eine sehr schöne Möglichkeit; wer sich selbst handschriftliche Notizen macht (Einkaufszettel o.ä.) kann die mit links schreiben etc. Die Möglichkeiten sind da denke ich vielfältig und mir hat das am Anfang eine Menge gebracht, auch wenn ich sagen muss, dass ich mittlerweile das alles wieder "normal" mit rechts mache.

4. Heutzutage gibts ja für quasi alles Youtube-Tutorials. Ich persönlich mag das nicht so, aber ich glaube, dass man bei den Kicker-Tutorials zumindest einen guten Eindruck davon bekommt, wie es später mal aussehen soll, wenn man es einigermaßen kann. Einige weisen auch auf die wichtigsten Punkte hin, die man beachten muss. Irgendjemand, der einem tatsächlich sagt, wie man besser wird, hab ich dort zwar noch nicht gesehen, aber das wäre wohl auch einfach nicht möglich.
Denn: Besser wird man ja (fast) (nur) durch Wiederholung und wer will sich ein Video anschauen, wo einer 10.000 mal den gleichen Pass spielt :D


Wie gesagt: Beantworte mal die Fragen 1, 2 u. 3 und dann kann man ggf. noch weitere Fern-Tipps geben.

Gruß,
Michael

Aramir
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Re: effektives Mitte Training

Beitrag von Aramir » 12.02.2015, 03:18

Danke erstmal für die Hilfe...

Zu den Fragen:
1. naja vorne spiele ich meistens einen Snakeshot (zumindest bei Turnieren), von hinten heraus schieße ich pull und pushshots schleifer etc...
Zeit die ich für das Training alleine am Tisch investieren möchte wären so 3-5h in der Woche... plus nochmal 4-8 h spielzeit.

2. Ich trainiere in einem Tischfußballverein wo ich auf den offiziellen Turniertischen spielen kann (aber ich spiele auf einem Garlando Turniertisch in sehr gutem Zustand)

3. Ich bin Rechtshänder und habe vor in der Mitte einen Brushpass zu spielen.. Das Problem ist, dass der ins Feld rein noch zu langsam und ungenau ist... dadurch bin ich leicht zu blocken ... Mir wurde jetzt gezeigt, dass ich erstmal üben muss den Ball langsam kurz hinter der Stange laufen zu lassen um den pass dann aus der selben schussposition einzustudieren... Das erweist sich aber als sehr schwierig... Und wenn dann mal ein scharfer Pass kommt kann ich ihn oft nicht mehr fangen :D.
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michi1367
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Beitrag von michi1367 » 12.02.2015, 05:32

Na das klingt ja schon mal ganz gut. Bei "Null" anfangen muss man da wohl nicht. Wer weiss, wie man auf der 3er einen Snake vorbereitet (klemmen und so), dem muss man es auf der 5er nicht noch mal neu erklären :)

Also ich versuch mal ein paar Sachen aufzulisten und zu beschreiben, die mir eigentlich ganz gut geholfen haben.
Selbstverständlich kann das von Typ zu Typ unterschiedlich sein und manches bringt dir vielleicht gar nichts.
Und: Ich hab es auch noch nicht bis in die Spitze geschafft (P4P-Amateur; DTFB-2.Buli); also wenn du einen Master / Elite / ITSF-Pro-Spieler oder ähnliches hast, der dir was anderes sagt als ich, glaube lieber ihm.

1. Handhaltung

Wird auf der 5er meines Erachtens massiv unterschätzt. Auf der 3er kann jeder zweite Stürmer einen 90minütigen Vortrag halten, warum er seine Hand eben so hält, wie er es tut. Auf der 5er sagen die meisten "macht doch jeder so". Stimmt aber nicht. Auch auf der 5er gibts eindeutige Unterschiede.
Bsp:
Typ1 greift "normal" (= entspannt, Arm-Hand= eine Linie) den Griff, wenn der Ball im Backpin unter der 5er-Reihe steckt. Das bedeutet, dass zum Passen die Hand nach innen/rechts eingeklappt/gedreht werden muss.
Typ2 greift "noemal" auf den Griff, wenn die Figuren senkrecht nach unten stehen. Für eine Backpin-Ballführung auf der 5er muss dieser Typ also die Hand nach außen/links drehen. Dafür reicht es diesem Typ beim Pass, die Hand in die Normalposition bzw. etwas darüber hinaus zu drehen (d.h. er muss nicht so weit nach innen, wie Typ eins, weil er vorher schon weiter außen angefangen hat).
Typ3 richtet sich so aus, dass die Figur nach dem Pass "voll durchschwingt", also parallel zur Platte nach vorne steht. Das kann Typ1 schon anatomisch nie erreichen...

Weitere Unterschiede ergeben sich durch die Richtung der Finger. Bei manchen umschließen sie im 90° Winkel den Griff, bei anderen liegen zumindest 1-2 Finger fast parallel zur Stange. Bei den meisten zeigen die Fingerknöchel nach unten, wenn sie den Griff entspannt greifen. Das muss aber nicht sein. Es geht auch so, dass sie nach links-oben zeigen, wenn man die Pass-Rotation nicht aus dem Handgelenk, sondern aus dem Unterarm holt. Das alles beinflusst Gefühl, Geschwindigkeit etc. Und dürfte bei jedem einzelnen unterschiedlich sein.

Hier hilft nur eins: Ausprobieren. Am besten alles und öfter mal zwischendurch einfach wechseln.


2. Nicht "Fangen", sondern "die Puppe treffen"

Heisst: es geht nicht darum, dass du die Figur der 3er dahin bringst, wo dein Pass hinkommt. Sondern es geht darum, dass du deinen Pass dahin spielst, wo deine 3er Figur schon steht. Ich weiss, dass man das später in einem Spiel nicht mehr zeitlich nacheinander macht, um sich nicht zu verraten. Aber fürs Training steht am Anfang die 3er Reihe konstant am gleichen Punkt und du versuchst immer wieder, diese unbewegliche Figur mit deinen Pässen zu treffen. Ziel ist, dass du später nicht mehr deinen eigenen Pass anschauen musst, um zu wissen, wo er hinkommt, um ihn dann einzufangen. Sondern du fährst mit der 3er quasi blind an den Standardpunkt, weil du weisst, der Ball kommt genau da hin.

3. Komplizierte Bewegungen in einfache Teile zerlegen

Die Querbewegung des Balles im Bereich der 5er ist ein elementarer Bestandteil, der auf jedenfall trainiert werden muss. Aber nicht unbedingt dann, wenn du eigentlich den Pass selbst trainierst !! Es ist kein Drama, wenn man den Ball "tot" auf den Abspielpunkt legt und von dort aus übt, stabil die 3er Reihe im konstanten Winkel und mit steigender Geschwindigkeit anzuspielen.
Dabei ist es auch leichter, seinen "persönlichen" Abspielpunkt zu finden. Denn den totgelegten Ball kann man sich immer dahin positionieren, wo man ihn gerne möchte, und so viel leichter varieren und verschiedene Abspielpunkte ausprobieren. Das klappt mit einem angerollten Ball wohl nicht immer auf Anhieb wie gewollt.

4. Zerlegte Bewegungen kombinieren

Wenn du aus einem toten Ball deine stehende 3er triffst, kannst du anfangen, eine Querbewegung des Balles vorzulagern, die du aber zuerst auch einzeln trainieren solltest, damit der Ball auch jedesmal über den Punkt hinwegrollt, an dem du ihn vorher totgelegt hattest um die Pässe aus dem Stand zu üben. Aber immernoch auf die stehende 3er.
Wenn auch das überwiegend läuft, beginnst du mit der 3er an der Bande und fährst zu deinem "Fangpunkt". Diesen Abstand sollte man wirklich blind abfahren können. (Kleine Abweichungen wirst du in Spielsituationen bei vielen Pässen haben, aber es ist immer noch besser, manchmal vom Standardpunkt +/- 1cm zu reagieren, als bei jedem Pass von der Bande aus 8-10cm zu "reagieren".)
Erst wenn auch das passt, spielst du den angerollten Ball auf die fahrende 3er. Wichtig ist dabei, dass du den nächsten Schritt (also Hinzufügen der nächten Teilbewegung) erst dann gehst, wenn du im Stadium davor mind. 4 aus 5 erfolgreich zu Stande bringst.

5. Ausholbewegung

Entgegen der ersten Vermutung führt eine größere Ausholbewegung nicht zwingend zum schnelleren Pass! Im Gegenteil. Ausholbewegung verrät dem Gegner Zeitpunkt und Richtung des Passes. Damit werden dann auch schnelle Pässe gut blockbar. Also tust du dir einen großen Gefallen, wenn du bei allem Training von Anfang an drauf achtest, nicht nach dem Ball "zu schlagen", sondern ihn -dem Namen nach- "durchzubürsten" :)

6. "Special"-Tipp
Wie bereits im obigen Post erwähnt: Es hilft, Alltägliches mit links zu machen: Zähneputzen, Besteck vertauscht benutzen (Gabel rechts, Messer links). Wer zu viel Zeit hat, kann natürlich auch noch schnell Gitarre oder Schlagzeug lernen.

Gruß
Michael

Aramir
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Re: effektives Mitte Training

Beitrag von Aramir » 12.02.2015, 11:38

Wow, danke. Da kriegt man gleich Laune sich an den Tisch zu stellen und das auszuprobieren
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Beitrag von michi1367 » 12.02.2015, 18:58

Würd mich freuen, wenns dir hilft.

Aber nicht zu schnell zu viel erwarten. Auch damit wird es Wochen dauern, bis du ein stabiles 5er-Spiel hast. Man kann zwar an einem Tag recht schnell recht weit kommen. Aber am nächsten Tag kann es passieren, dass man wieder bei "null" steht. Erst nach vielen Wiederholungen kommt man da hin, dass man am nächsten Tag dort weitermachen kann, wo man am Vortag aufgehört hat.

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Re: effektives Mitte Training

Beitrag von Satai » 12.02.2015, 21:36

michi13687 : super beitrag

Zu deiner Handhaltung würde ich ja ergänzen, dass ich bei beiden Händen (kleine Hände) eher die vorderer Handfläche (also Verbindung zwischen Mittelhandknochen und den Grundgliedern) auflege und mit links den Backpin mache. So kann ich bei pass auch voll durchschwingen. Vorne zum fangen habe ich die auch aufgelegt.
Ich finde es eh so krass, wie oft ich meine in letzter Zeit Handhaltungen anpasse bzw. verfeinert habe. Das ist mein Tipp, immer schauen was gut geht, verfeinern und dann aber auch mit anderen Griffhaltungen vergleichen und ggf. die neue Griffhaltung verfeinern. irgendwann hat man seine eigene gute Haltung und dadurch auch seinen eigenen individuellen Spiel - Style .

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Beitrag von wickedtorsten » 12.02.2015, 22:09

7. Pass verschleiern
- Ständig über dem Ball hovern: Leichtes Hovern, starkes Hovern
- Gar nicht hovern und stark antäuschen
- mit der Puppe über den Ball fahren, um so zu tun, als wenn man ihn sich wieder auf die 2. Puppe auflegen würde, dann aber doch passen
- die schmalen Kanten der Puppen verwenden, um dann mit der gleichen Puppe passen zu dürfen
- Tic-Tac an der Bande verwenden

8. Taktiken
Ich kann dazu Eric Dunn https://www.youtube.com/user/dunneri empfehlen. Er redet in einem Video von Live- und Pre-Read. Lässt sich natürlich auch auf die 3 übertragen. Was mir hilft, und was auch in http://lukck.blogspot.de/2015/02/waffen ... eil-2.html erwähnt wurde, ist mehrere Optionen zu haben und diese je nach Beobachtung des Gegners anzuwenden bzw. zu variieren. Meine Technik ist recht bescheiden, was das Passen (des Feldpasses) angeht. Dennoch komme ich auch ohne Training ziemlich gut bei meinen Gegnern durch.
Der Erfolg liegt dabei in folgenden Punkten:
1. Verschiedene Abspielpunkte: nah an der 2. Figur, in der Mitte (zwischen 1. und 2. Figur), nah an der Bande
2. Auf Lücke/ auf Puppe spielen. Mir war nie so richtig klar, was das heißen soll. Für mich heißt auf Puppe spielen dort hinzuspielen, wo der Gegner offensichtlich steht, aber darauf zu warten, dass er wegzuckt bzw. dann dort lang zu spielen, wenn man denkt, dass er wegzucken wird (das lässt sich durch Täuscher zusätzlich provozieren).
3. Denken, was der Gegner denkt. Das bezieht sich auf Live-/Pre-Read. Man nimmt sich eine Taktik vor, mit der man anfängt. Anhand der Reaktionen des Gegners passt man seine Taktik an oder behält sie bei.
Bspw.: Ich entscheide mich dafür den Feldpass zu spielen. Ich lasse den Ball langsam an die Bande rollen. Sobald der Gegner zur Bande schnellt und dort verharrt, passe ich ins Feld; quasi auf Reaktion seiner Bewegung ("auf die Puppe"). Durch diesen Pass, muss der Pass an sich auch nicht sehr schnell sein, da der Gegner von selbst schnell genug weg ist. Aber je schneller, desto besser, ist klar.
Effizienter hierbei ist, nicht blind oder nach (zeitlichem) Gefühl, sondern auf Reaktion des Gegners zu warten. So ist man nicht von einer bestimmten Position bzw. einem Abspielzeitpunkt abhängig, sondern man ist sicher, dass man den Pass durchlegen kann. Ansonsten kann es passieren, dass der Gegner die Zeit/Abspielpunkt kennt und genau dann einfach die Lücke dicht lässt. Das ist quasi der Live-Read. Man kann den Pre-Read dazu verwenden, um abzuschätzen, ob der Gegner überhaupt ab einem Punkt schnell zur Bande fährt. Tut er das nicht, kann man die Konzentration von Feld- auf Bandenpass ändern. Sehe ich nun, dass der Gegner irgendwann bemerkt, dass ich immer nur auf seine Fahrt zur Bande passe, kann ich meine Taktik umstellen und z. B. so bald wie möglich einen Bandenpass versuchen, da er ja nicht mehr schnell zur Bande fahren wird.
Man muss sich dabei aber auch bewusst sein, dass der Gegner einem etwas beim Pre-Read (bewusst oder unbewusst) zeigt und dann beim zweiten Durchlauf bewusst nicht das gleiche zeigen wird, sondern genau umgekehrt reagieren könnte (ihm wird nämlich auch bei der zunächst unbewussten Reaktion klar werden, dass er reagiert hat und dass der Gegner das gesehen hat). Darauf kann man aber natürlich antworten, indem man dem vorausdenkt und davon ausgeht, dass der Gegner genau anders reagieren wird. Umgekehrt kann es sein, dass der Gegner das wieder weiß und doch absichtlich die gleiche Reaktion fahren wird, usw. usw.
Was mir auf höherem Niveau aufgefallen ist, dass es effizienter ist, seine Taktiken ständig zu variieren. Also nicht zweimal hintereinander die gleiche Lücke, von der gleichen Position, ab dem gleichen Zeitpunkt mit der gleichen Puppenbewegung zu spielen, sondern jede Variable bei jedem Pass zu verändern. Genauso kann es aber auch funktionieren, einen Pass, der beim ersten Anlauf nicht funktioniert hat und den man direkt zurückbekommt, da der Gegner ihn nicht festhalten konnte, beim zweiten Anlauf exakt gleich zu spielen, da der Gegner nun darauf gefasst sein könnte, dass man etwas anderes spielt, da es ja unwahrscheinlich ist, dass man den gleichen Pass das zweite mal spielt, wenn er unerfolgreich war.

Genau dieses Denken lässt sich dann auch beim Verteidigen anwenden, wobei es dort verschiedene Techniken gibt, zu verteidigen.

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Beitrag von schnulliwulli » 13.02.2015, 13:44

Also die Beiträge hier sind KLasse. Aber ich weiß nicht was "hovern" ist? Ist das plattdeutsch? Hilf mir bitte! :oops:
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Beitrag von e.t.chen » 13.02.2015, 15:00

Hovern ist schweben. Kennst nicht das Hoverboard aus Zurück in die Zukunft? :easy
Denke mal er meint, dass man mit dem Fuß ständig knapp überm Ball bleibt und hin und herbewegt, so dass der Gegner eine Richtung beim Brushtpass nicht erahnen kann.
Wenn du übrigens mit der Maus bspw ganz oben links auf den Link vom Forum gehst ohne zu klicken, heißt das auch hovern. Man könnt hier sagen: 'Die Info "Tischfußball Forum" erscheint, sobald man mit der Maus über den Link hovert'
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Beitrag von schnulliwulli » 13.02.2015, 19:50

e.t.chen hat geschrieben:Hovern ist schweben. Kennst nicht das Hoverboard aus Zurück in die Zukunft? :easy
Denke mal er meint, dass man mit dem Fuß ständig knapp überm Ball bleibt und hin und herbewegt, so dass der Gegner eine Richtung beim Brushtpass nicht erahnen kann.[...]
Könnte man doch auch genau so schreiben? :easy
Ich kenne einen Hammer :wink: , aber keine "Hoverboard"! :-?
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Beitrag von e.t.chen » 13.02.2015, 19:56

schnulliwulli hat geschrieben:
e.t.chen hat geschrieben:Ich kenne einen Hammer :wink: , aber keine "Hoverboard"! :-?
https://www.youtube.com/watch?v=TkyLnWm1iCs :mrgreen:
Einfaltspinsel = Ausfaltspinsel

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Re: effektives Mitte Training

Beitrag von wickedtorsten » 14.02.2015, 17:57

Ja, ich meinte damit "schweben". Mir fiel das deutsche Wort nicht so schnell dazu ein, daher habe ich das gebräuchlichste Wort dafür genommen. Ich denke, das sollte im Zeitalter des Zwischennetzes und der Globalisierung erlaubt sein. Schließlich stammen viele deutsche Worte auch aus dem Lateinischen bzw. Französischen und da regt man sich ja mittlerweile auch nicht mehr auf, dass für diese Vokabeln nicht urdeutsche Laute verwendet werden, gelle?
Ich finde es auf der Arbeit auch nervig, wenn viele englische Worte eingedeutsch werden: "Fixst du das?" Kann vom Lautklang nämlich auch komisch wirken, wenn man damit sagen möchte, dass jemand einen Fehler im Quelltext korrigieren soll.
Andererseits fände ich es auch amüsant, wenn hier nur noch von Schlange, Düsenmaschine, Schiebe-Tritt-Schuss, Besen- oder Stockpass die Rede ist, wenngleich ich auch lieber Köpfmaschine als Guillotine sage. :roll: :mrgreen:

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Beitrag von Satai » 15.02.2015, 00:24

ich möchte noch ergänzen, dass ich meine große Sprung in der mitte machte als ich den ball zum training zwischen 5 und 3 oft passte nachdem ich das tutorial zur ball kontrolle sah:
https://www.youtube.com/watch?v=FHqXvfm ... FQpGggOgJW

also ich kann die übung wärmstens empfehlen.

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