Challenger nur noch für Ligaspieler?

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Klaus G.
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Klaus G. » 18.02.2018, 12:15

Die spannende Frage ist, wie sich die Challenger-Serie in Zukunft entwickelt.

Der Anfang war überraschend positiv. Durch das Mitwirken von vielen Vereinen können mittlerweile unser Aktiven fast flächendeckend Wettkampfpraxis sammeln. Im vergangenen Jahr waren es fast 200 Challenger, mit weit über 2.000 unterschiedlichen Aktiven, die teilgenommen haben. Wir hätten uns nicht träumen lassen, dass dies so schnell solch ein Erfolg wird.

In meinen Augen gibt es zwei Rahmenbedingungen, die Volltreffer waren. Einerseits ist es der Modus mit dem Schweizer System, der perfekt für Tischfußball-Turnierveranstaltungen mit vielen Teilnehmern ist. Und zweitens ist es natürlich die sehr geringe Gebühr, die keine Hürde darstellt.

Meine Sicht auf die Zukunft ist die, dass die Challenger mehr und mehr Eventcharakter bekommen. Einen Tag lang Kickern, Spaß haben mit cooler Musik im Hintergrund, leckeres Catering, wertige Siegerehrung...
Ich war im vergangenen Jahr z.B. in Paderborn und muss sagen, da ging mir das Herz auf. Das war eine mit viel Liebe organisierte Veranstaltung. Und ich bin positiv gestimmt, dass sich unsere Challenger allesamt nach und nach in diese Richtung entwickeln.
Wenn dann in jedem Landesverband pro Jahr ca. 8 - 10 solch wertige Events stattfinden würden, dürften wir zufrieden sein.

Um so etwas aufzubauen und um für die Vereine vor allen Dingen in den aktuell noch mitgliederärmeren Regionen ausreichend Anreize zu setzen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, nicht an jeden Cent denken zu müssen, halte ich 10 Euro als Gebühr für sinnvoll.

Wenn man vergleicht, was man für sonstige Freizeitangebote in anderen Sportarten (Squash- oder Tennisplatz mieten, Kartfahren, ...) zahlt, sind 10 Euro für einen kompletten Tag sicherlich kein Wucher. Und wenn dann der durchschnittliche Spieler im Jahr vielleicht 10 Challenger besucht, dann wären das gut angelegte 100 Euro mit viel Spaß als Belohnung.

Und parallel dazu hoffe ich, dass es flächendeckend Tausende von Mini-Challengern gibt, wo überall und jederzeit für 2 oder 3 Euro Gebühr gekickert werden kann.

Dann wäre es rund.

Preisgeld wird es bei den Challengern natürlich nicht geben, außer es käme ein Sponsor um die Ecke, was nicht sehr wahrscheinlich ist. Wir sehen uns als Sportverband und nicht als eine Struktur, die Zocken um Geld organisiert. Und ja, ich kenne die Geschichte unseres Sports, der viele Jahre lang und teilweise immer noch so funktioniert hat. Aber auch hier sind wir auf einem guten Weg.

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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von LieberEinzel! » 11.09.2018, 17:03

Klaus G. hat geschrieben:
18.02.2018, 12:15
In meinen Augen gibt es zwei Rahmenbedingungen, die Volltreffer waren. Einerseits ist es der Modus mit dem Schweizer System, der perfekt für Tischfußball-Turnierveranstaltungen mit vielen Teilnehmern ist. Und zweitens ist es natürlich die sehr geringe Gebühr, die keine Hürde darstellt.
@Klaus
Gibt es denn von Seiten des DTFB auch Ansätze die Rahmenbedingungen der Ligen der Verbände zu verbessern?
Die Ligen der Verbände sind zwar berechtigterweise Ländersache, trotzdem häufig zu unattraktiv.

Wenn ich mir die Teams der Herren-Bundesligisten oder die TOP 50 der DTFB-Rangliste anschaue, habe ich das Gefühl, dass 60% der Spieler nicht in ihrem Verband Liga spielen. Auch wenn die deutschen Spieler natürlich als Mitglieder irgendwo gelistet sind. Wie soll man auf der Basis Interessenten die Ligamitgliedschaft schmackhaft machen?

Es gibt meiner Meinung nach aktuell kaum einen Mehrwert für Spieler, die Tischfußball als Mannschaftssportart betreiben wollen. Weshalb wohl auch die Tendenz vieler dahin geht, Challenger ODER Liga zu spielen.
Auch an dieser Stelle sollte man ansetzen.

Klaus G.
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Klaus G. » 14.09.2018, 11:23

Wir sitzen einmal pro Jahr mit allen Landesverbänden zusammen bei unserem Präsidententreffen. Das dient primär dazu, alle miteinander zu vernetzen und auf Basis der gemachten Erfahrungen nach Optimierungen zu suchen.
Im Endeffekt entscheidet dann aber die Mitgliederversammlung eines jeden Landesverbands.
Dort muss dann auf Basis der Rahmenbedingungen entschieden werden, was für den jeweiligen Landesverband mit seinem Ligabetrieb sinnhaft ist.

Als DTFB können wir exklusiv über die nationalen Ligabetriebe wie die Bundesligen und die Aufstiegsrunden entscheiden.

Unabhängig davon ist es so, dass aktuell deutlich mehr als doppelt so viele Mitglieder in unseren Strukturen am Ligabetrieb teilnehmen im Vergleich zum Turnierbetrieb. Das Interesse am Ligabetrieb ist also hoch. Es gilt also "lediglich" nach Lösungen auf regionaler Ebene zu suchen, wie dies so interessant wie möglich gestaltet werden kann - das, was wir auch für unsere Bundesligen ständig versuchen.

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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von investigent » 17.09.2018, 19:10

Der große Durchbruch lässt isch kaum DAMIT erreichen, einen Elitegedanken zu verbreiten, weil dann die BESTEN Turnierformate für AnfängerINNEN nicht zum Tragen kommen - da kann keine Ligaleitung ein Feedback geben, weil diese Spieler sich einfach nicht in das Format einbinden lassen wollen -

OFFENES Turnier?
Draw Your Partner?
3-er Teams (d.h. mit einem Auswechselspieler)?

Es macht einen Unterschied, ob man sich an den Mitgliederzahlen oder an den Beitragszahlen messen läßt (extern / intern) - und wenn dann alle Plätze, auf die es ankommt für 2019 schon besetzt sind schaut man sich als "Underdsog" nach anderen Möglichkeiten um und orientiert sich daran, wie es in der Vergangenheit war, als man noch in eine x-beliebige Kneipe mit Kickergerät gehen konnte, sich das Spielgeschehen angeschaut hat und 50 Cent auf den Tisch gelegt hatte - und wenn es dann gepasst hatte, war man am Tisch und hat gegen jemanden gespielt, den man ansonsten nur von sehr weiter Ferne betrachten kann - im Internet ... :-((( Ich kenne sehr wenige Spitzensieler, die siuch um den Nachwuchs kümmern - so als ob es den Film "Die Farbe des Geldes" gar nicht geben würde --- da geht es um die Turnierszene Billard und das Geschehen im Trainingsraum --- :-))))

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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Elternabend » 18.09.2018, 08:02

Wenn Herr Gottesleben sich über die fehlende Jugend bei den Turnieren des DTFB beschwert, sollte er dies bei einem der nächsten Elternabenden in der Schule / Kita einmal ansprechen - bei der Ausschreibung zur DM 2019 wurde ja ein Formular bereitgestellt, in dem die Eltern den Kindern die Erlaubnis erteilen. bei den Turnieren anwesend zu sein. Bei den Kitas jedenfalls habe ich einmal angefragt, ob die auch anstatt mit Bauklötzen zu spielen auch schon mir Tischfußballfiguren spielen würden (weckt schon einmal erstes Interesse: "Was ist das?") - dabei bin ich dann ziemlich altmodisch gewesen und habe die Farben ROSA und HELLBLAU in´s Spiel gebracht - rosa für die Mädchen und hellblau für die Jungen. Dabei haben die Kleinen allerdings sämtliche erziehungspädagogischen Hilfsmittel für die Geschlechtertrennung über Bord geworfen und jeder macht was er will (war jka nicht anders zu erwarten, weil die Kleinen schon ziemlich früh feste Freundschaften zum SPIELKAMERADEN eingehen) - mit den Kleinen ist dann nicht gut Kirschen essen und der Bereich Gleichstellung (Männerquote - hier: in Hamburg und dort: Frauenquote) ist Herrn Gottesleben scheinbar noch nicht aufgefallen - ich mache ihm aber keinen Vorwurf, denn an Herrn Gottesleben ist die Vaterrolle vorbeigegangen (spurlos wie mir scheint). Vielleicht sollte Herr Gottesleben sich einmal die Tischfußballabteilung des Fc St. Pauli anschauen - der dortige Leiter, Herr Auria bringt auf die Turniere schon seine Kleinsten mit - auch wenn die dann letzter werden ist das egal (Credo vom Technischen Dierektor des Fc St. Pauli, Herr Lienen: Man muss beim Spielen nicht immer gewinnen - schön viele Gegentore zulassen :-) :-) :-) - am ende wird der Abstieg wieder verhindert und der Sasonhöhepunkt ist ja das Spiel gegen den HSV ... .

Pierre
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Pierre » 19.09.2018, 10:39

Klaus soll Kickerfiguren in Kitas verteilen, damit kleine Kinder die schonmal in der Hand hatten und darauf konditioniert werden, verstehe ich das richtig?

Striderle
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Striderle » 31.12.2018, 23:13

Lieber DTFB!

Ihr schließt mit Eurer Herangehensweise viele Spieler aus und noch schlimmer, Ihr zerstört die traditionelle Basis, auf die Ihr so selbstverständlich bei Eurer Gründung zurückgegriffen habt. Wo hatte sie nochmal ihren Ursprung? In Vereinsheimen? Ach ne, richtig! In Kneipen und Cafés.
Was an Argumenten für Euer Vorgehen kommen mag, kann ich mir aus diversen Forenbeiträgen zusammensuchen, bzw. schon denken. Aber versucht doch folgendes in Eure Planung mal einzubeziehen:
Der Plan, ausreichend und mehr Mitglieder zu sammeln um Anschluss an die Sportförderung zu finden und olympische Disziplin werden zu können, ist logisch und nachvollziehbar. Dazu gewisse Strukturen, Regeln und Ordnung einzuführen ist auch unumgänglich da sie für die Zielsetzungen vorausgesetzt wird. Soweit, so gut!
Aber wenn ich höre, man soll sich doch einfach einem örtlichen Verein anschließen, habe ich so meine Zweifel, ob die Verantwortlichen sich unserer Demografie bewusst sind. Viele Menschen leben in Mittel- und Kleinstädten. Dort ist die Kickerszene, falls rudimentär vorhanden, auf die Kneipen und Cafés beschränkt und ohne zusätzliche Anreize ist es schon schwierig genug, dort etwas wie einen Kickerclub/ eine Spielegemeinschaft zu gründen und zu pflegen. Man behilft sich, um die Motivation zu erhalten, ab und an auf Turniere in Großstädte zu fahren, um dort auch gegen stärkere Gegner spielen zu können. Ohne solche Veranstaltungen und die Möglichkeit, den eigenen Ehrgeiz zu pushen, verfällt alles immer mehr. Wie wollt Ihr da zusätzliche Spieler gewinnen? In dem Ihr sie stigmatisiert?

Dort ist man froh, wenn man eine Kneipe hat, die bereit ist, einen ordentlichen Tisch aufzustellen oder es zulässt, dass man ihre Räumlichkeiten dazu nutzt, eigene Tische zu bespielen. Diese Leute solltet ihr mit entsprechenden Formaten und Werbung motivieren und fördern und nicht ausgrenzen. Motivation und Engagement zeigen sie ja zu genüge. Schaut Euch doch mal die alten Top-Spieler und Teile Eurer Funktionäre an und überlegt, wo diese zum Spiel gefunden haben!
Eine Trennung von Sport und Kneipe ist für den Sport ok und wichtig, nicht aber den "Kneipensport" außzugrenzen. Versucht doch mal entsprechende Formate zu entwickeln, die das Spiel dort wieder aufleben lässt. Dort sind nicht nur viele potentielle spätere Vereinsspieler sondern, sollte es einmal soweit kommen, auch potentielle Zuschauer und Kunden des Sportes.
Auch dort wandelt sich das Image des Spiels. Verraucht ist es schon nicht mehr und "voll" spielen die meisten auch nicht mehr, dazu sind die Gegner inzwischen zu stark und man möchte ja schließlich auch gut abschneiden. Und schwarze Schafe gibt es auch auf Turnieren Eurer Serien, nicht nur in Kneipen!
Greift doch lieber das vorhandene Spieler-Potential auf, anstatt es zu verbannen und findet Spielformate, die den Kneipensport zwar separiert hält aber die Schwelle zum Vereinsspiel senkt und bietet Anreize für diese Spieler, sich Euch anzuschließen, indem sie ein eigenes Club-/ Vereinsleben kultivieren. Die wenigsten Klein- und Mittelstädte haben Platz für weitere Vereine, bis diese eine entsprechende Göße erreichen. Und diese jetzt auszuschließen, bedeutet nur, dass ihr später um so mehr Zeit investieren müsst um Strukturen neu zu erschaffen, die ihr heute so leichtfertig vor die Türe setzt.
Nebenbei bemerkt, in den Niederlanden oder Belgien geht das doch auch. Wie regelt der ITSF das dort drüben? Was ist das Café De Bekker in Stein noch gleich und welchen Stellenwert hat der Laden noch für den Tafelvoetbal? Das scheint den Spielern dort keinen Abbruch zu tun!!!
Wo spielten viele Kölner Spieler noch gleich, bevor sie in die Kickerfabrik wechselten? Das kann ich jetzt für ganz Benelux so fortführen.

Kickern war immer Kneipensport und sollte das auch wieder werden. Der Sport ist nur die Krönung und die Spitze.
Es ist sicherlich sinnvoller ein kommunikatives Spiel mit anderen zu pflegen, als sich beim Meiern die Rübe vollzuschütten. Dazu kommt noch, dass auch viele starke Spieler beider großen deutschen Ligen in Kneipen spielen und was sie dort tun ist WERBUNG! Ja, auch sie gehen in Kneipen und spielen dort! Warum? Weil es gesellig ist. Der Sport ist gesellig und führt verschiedene Menschen zusammen und das solltet ihr nicht nur NUTZEN, wie ihr es in der Vergangenheit ausschließlich getan habt, ihr solltet das für die Zukunft auch UNTERSTÜTZEN!

Wieviele Deutsche Meister, Weltmeister, etc. haben ihre ersten Spiele in einer Kneipe gemacht und spielen immer noch regelmäßig in solchen Lokalitäten?

Kickern soll wachsen und gedeihen und ein Breitensport werden? Dann müsst ihr wieder zurück zu den Wurzeln. Denn die Breite Masse erreicht ihr zusätzlich nur über Kneipen, Cafés und Jugendheime. Außer sie existiert für Euch nur in Großstädten. Mit den Mini-Challengern oder den Serie-x Turnieren der P4P wart ihr großen Ligen schon näher dran aber noch nicht weit genug. Jetzt macht ihr wieder einen Schritt zurück.

Cheers,
Oliver

Klaus G.
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Klaus G. » 01.01.2019, 10:15

Hallo Oliver,

frohes neues Jahr!

Vielen Dank für die Einschätzung.
Als nationaler Verband, der für Tischfußball in Deutschland zuständig ist, hat der DTFB Interesse an allem, was mit Tischfußball zu tun hat. Das beginnt an der Basis in den Schulen, Jugendzentren, Kneipen, Büros, Vereinsräumen bis hin zu den Kinderzimmern und Hobbykellern.

Einerseits gestalten wir den (nationalen) Spitzensport mit den Ligabetrieben bis hin über die Weltranglistenturniere zu den Challengern, alles in Zusammenarbeit mit unseren angeschlossenen Landesverbänden und ihren Vereinen.

Und andererseits haben wir im Fokus, dass auf lokaler und regionaler Ebene Bedarf besteht, mit Freunden oder Kollegen spontan im kleinen Kreis zu kickern. Dazu wurde das Format der Mini-Challenger geschaffen, an denen jeder, ohne Mitglied in unseren Strukturen zu sein, teilnehmen kann und die ohne Aufwand bzw. Vorbereitung gestartet werden können. In NRW, das hierbei Vorreiter ist, gab es im Jahr 2018 über 300 Mini-Challenger. Wenn die anderen Landesverbände nachziehen, haben wir flächendeckend ein Angebot, mit dem sehr viele Interessenten erreicht werden können.

Als großes Ziel haben wir als DTFB die Sportanerkennung durch den DOSB. Um dies zu erreichen, ist ein nachhaltiger Aufbau von Strukturen mit Vereinen erforderlich. Diesem Ziel kommen wir kontinuierlich näher. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Anzahl der Vereine/Spielgemeinschaften in unseren Landesverbänden von 180 auf jetzt 365 mehr als verdoppelt. Und die durchschnittliche Anzahl an Mitgliedern pro Verein liegt mittlerweile bei über 20, was bedeutet, dass diese Vereine immer stabiler werden.

Zu beachten haben wir zusätzlich noch die Anforderung vom DOSB, der in seiner Aufnahmeordnung vorschreibt, dass die Sportverbände "Jugendarbeit in nicht nur geringfügigem Umfang betreiben". Daran arbeiten wir bzw. die Deutsche Tischfußballjugend intensiv. Dieses Ziel erreichen wir jedoch nicht in Kneipen und daher freuen wir uns über jedes Vereinsheim außerhalb der Gastronomie. Und die wachsende Anzahl der Jugendlichen verdeutlicht, dass wir auch hier auf einem guten Weg sind.

Selbstverständlich freuen wir uns über jegliche Ideen, wie wir möglichst viele Menschen erreichen und an uns binden können. Auch wir stellen fest, dass überall dort, wo Tischfußball angeboten wird, eine Nachfrage entsteht. Falls es also Vorschläge zu Maßnahmen gibt, mit denen wir bei leistbarem Aufwand Menschen für unseren Sport begeistern können, sind wir für Hinweise sehr dankbar.

Viele Grüße,
Klaus

Uhle
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Uhle » 02.01.2019, 14:02

Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Ihr schließt mit Eurer Herangehensweise viele Spieler aus und noch schlimmer, Ihr zerstört die traditionelle Basis, auf die Ihr so selbstverständlich bei Eurer Gründung zurückgegriffen habt.
Ich sehe nicht, dass der DTFB die Basis ausschließt oder irgendetwas zerstört. Ich sehe auch nicht, dass weniger Menschen Tischfußball spielen oder sich dafür interessieren. Welche Informationen, Zahlen, Daten und Fakten lassen denn darauf schließen?
Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Wo hatte sie nochmal ihren Ursprung? In Vereinsheimen? Ach ne, richtig! In Kneipen und Cafés.
Man stelle sich vor, es hätte seit der Gündung des DTFB 1969 Vereinsheime und geordnete Strukturen für Tischfußball gegeben. Die Kinder, die Tischfußball in der Schule, im Jugendtreff oder zuhause gespielt haben, hätten man nicht in Kneipen und Cafés schicken müssen. Die hätte man an das Spiel binden können ohne Zigaretten und Bier, so wie es mit ein paar Ausnahmen in allen anderen Sportarten auch der Fall ist. Ich sehe jedenfalls nicht, dass irgendjemand weniger Fußball auf dem Bolzplatz oder Basketball auf Freiplätzen spielt, weil es Vereinsheime oder Sportanlagen gibt. Sollte ich eine falsche Sicht auf das Vereinswesen in Deutschland haben, dann lasse ich mich anhand von weiteren Informationen, Zahlen, Daten und Fakten gerne eines Besseren belehren.


Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Was an Argumenten für Euer Vorgehen kommen mag, kann ich mir aus diversen Forenbeiträgen zusammensuchen, bzw. schon denken. Aber versucht doch folgendes in Eure Planung mal einzubeziehen:

Ohne weitergelesen zu haben, kann ich jetzt schon sagen, dass wir es nicht versuchen, sondern das wir es in unsere Planung mit einbeziehen.
Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Der Plan, ausreichend und mehr Mitglieder zu sammeln um Anschluss an die Sportförderung zu finden und olympische Disziplin werden zu können, ist logisch und nachvollziehbar. Dazu gewisse Strukturen, Regeln und Ordnung einzuführen ist auch unumgänglich da sie für die Zielsetzungen vorausgesetzt wird. Soweit, so gut!
Dem gibt es erstmal nichts weiter hinzuzufügen, da das die Aufgabe eines Verbands ist. Sehr erfreulich, dass Du das als logisch und nachvollziehbar anerkennst.
Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Aber wenn ich höre, man soll sich doch einfach einem örtlichen Verein anschließen, habe ich so meine Zweifel, ob die Verantwortlichen sich unserer Demografie bewusst sind. Viele Menschen leben in Mittel- und Kleinstädten. Dort ist die Kickerszene, falls rudimentär vorhanden, auf die Kneipen und Cafés beschränkt und ohne zusätzliche Anreize ist es schon schwierig genug, dort etwas wie einen Kickerclub/ eine Spielegemeinschaft zu gründen und zu pflegen.
Ich denke niemand ist sich mehr bewusst über die aktuelle Situation von den Tischfußballstrukturen in Deutschland als der DTFB und seine Landesverbände. Da weder die finanziellen Mittel, noch ausreichend ehrenamtliche Helfer, zur Verfügung stehen, um in jeder Mittel- und Kleinstadt individiuelle Angebote zu schaffen, machen die Verbände, wofür Verbände da sind: Übergeordnete Strukturen schaffen, damit Personen, die interessiert sind am Aufbau von Strukturen in ihrer Region sind, bei diesem Vorhaben unterstützt werden können. Das Angebot kann man nutzen oder es halt lassen. Entscheidend sind jedenfalls nicht die Menschen, die am Kickertisch stehen und Forderungen an andere stellen, sondern diejenigen, die aktiv in ihrer Region Angebote machen.
Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Man behilft sich, um die Motivation zu erhalten, ab und an auf Turniere in Großstädte zu fahren, um dort auch gegen stärkere Gegner spielen zu können. Ohne solche Veranstaltungen und die Möglichkeit, den eigenen Ehrgeiz zu pushen, verfällt alles immer mehr. Wie wollt Ihr da zusätzliche Spieler gewinnen? In dem Ihr sie stigmatisiert?

Freut mich zu hören, dass Du die Angebote nutzt. Wäre schade, wenn es die nicht geben würde und Du Deine Motivation verlieren würdest. Da gilt es den Ausrichtern für ihr Engagement zu danken.
Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Dort ist man froh, wenn man eine Kneipe hat, die bereit ist, einen ordentlichen Tisch aufzustellen oder es zulässt, dass man ihre Räumlichkeiten dazu nutzt, eigene Tische zu bespielen. Diese Leute solltet ihr mit entsprechenden Formaten und Werbung motivieren und fördern und nicht ausgrenzen. Motivation und Engagement zeigen sie ja zu genüge. Schaut Euch doch mal die alten Top-Spieler und Teile Eurer Funktionäre an und überlegt, wo diese zum Spiel gefunden haben!
Eine Trennung von Sport und Kneipe ist für den Sport ok und wichtig, nicht aber den "Kneipensport" außzugrenzen. Versucht doch mal entsprechende Formate zu entwickeln, die das Spiel dort wieder aufleben lässt. Dort sind nicht nur viele potentielle spätere Vereinsspieler sondern, sollte es einmal soweit kommen, auch potentielle Zuschauer und Kunden des Sportes.
Auch dort wandelt sich das Image des Spiels. Verraucht ist es schon nicht mehr und "voll" spielen die meisten auch nicht mehr, dazu sind die Gegner inzwischen zu stark und man möchte ja schließlich auch gut abschneiden. Und schwarze Schafe gibt es auch auf Turnieren Eurer Serien, nicht nur in Kneipen!
Greift doch lieber das vorhandene Spieler-Potential auf, anstatt es zu verbannen und findet Spielformate, die den Kneipensport zwar separiert hält aber die Schwelle zum Vereinsspiel senkt und bietet Anreize für diese Spieler, sich Euch anzuschließen, indem sie ein eigenes Club-/ Vereinsleben kultivieren. Die wenigsten Klein- und Mittelstädte haben Platz für weitere Vereine, bis diese eine entsprechende Göße erreichen. Und diese jetzt auszuschließen, bedeutet nur, dass ihr später um so mehr Zeit investieren müsst um Strukturen neu zu erschaffen, die ihr heute so leichtfertig vor die Türe setzt.

Mini-Challenger können überall und zu jederzeit ausgerichtet werden. Als DYP, Monster-DYP, Doppel, Einzel, Goalie War, Forward Shootout und sonstige Varianten, die sich als Doppel und Einzel werten lassen. Teilnehmen kann jeder und gespielt werden kann an jedem beliebigen Tisch in jeder beliebigen Location. Desweiteren können Stadtligen gemeinsam mit dem Verband organisiert werden. Ebenfalls auf jedem beliebigen Tisch und in jeder beliebigen Location. Ich empfinde dieses Angebot nicht als Ausgrenzung und wir trennen auch keinen Sport von der Kneipe. Das machen die Spieler selber, denn nicht jeder will für sein Schußtraining 50cent für 11 Bälle ausgeben oder beim Training für 1Liter Wasser 5€ zahlen.
Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Nebenbei bemerkt, in den Niederlanden oder Belgien geht das doch auch. Wie regelt der ITSF das dort drüben? Was ist das Café De Bekker in Stein noch gleich und welchen Stellenwert hat der Laden noch für den Tafelvoetbal? Das scheint den Spielern dort keinen Abbruch zu tun!!!
Wo spielten viele Kölner Spieler noch gleich, bevor sie in die Kickerfabrik wechselten? Das kann ich jetzt für ganz Benelux so fortführen.

Der ITSF regelt in den Ländern gar nichts. Die Landesverbände sind dafür verantwortlich. Ich verstehe aber ehrlich gesagt nicht, worauf Du hinaus willst. In Deutschland wird auch in Kneipen gekickert und auch in Vereinsheimen. Das sich manche halten oder etablieren und andere aussterben ist überall zu erkennen und hat unterschiedlichste Gründe. Erfahrungsgemäß ist immer da viel los, wo sich lokal oder regional Menschen für Tischfußball engagieren und wenn es am Ende der Kneipenwirt selbst ist.
In Köln wird in den Kneipen mehr gekickert als je zuvor. Das es jetzt die Kneipen und die Kickerfabrik gibt, ist eine tolle Entwicklung für die Kölner Szene. Wer in Kneipen spielen möchte, spielt in Kneipen und wer in einem Vereinsheim spielen möchte, spielt in einem Vereinsheim. Angebote ohne Ende und die werden genutzt.
Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Kickern war immer Kneipensport und sollte das auch wieder werden. Der Sport ist nur die Krönung und die Spitze.
Es ist sicherlich sinnvoller ein kommunikatives Spiel mit anderen zu pflegen, als sich beim Meiern die Rübe vollzuschütten. Dazu kommt noch, dass auch viele starke Spieler beider großen deutschen Ligen in Kneipen spielen und was sie dort tun ist WERBUNG! Ja, auch sie gehen in Kneipen und spielen dort! Warum? Weil es gesellig ist. Der Sport ist gesellig und führt verschiedene Menschen zusammen und das solltet ihr nicht nur NUTZEN, wie ihr es in der Vergangenheit ausschließlich getan habt, ihr solltet das für die Zukunft auch UNTERSTÜTZEN!

Da nicht nur in Kneipen, sondern überall gekickert wurde und wird, kann es kein "Kneipensport" sein. Es ist einfach ein Spiel, dass man von Hobby- bis Profiebene ausüben kann. Aus dem Hobbyspiel heraus hat sich das Profispiel entwickelt. Das ist die Natur von sportlichem Wettbewerb: Irgendjemand will immer auf dem 1.Platz stehen! Dafür entwickelt man sich weiter. Die Erkenntnisse aus dieser Entwicklung führen zu einer Professionalisierung. Am Ende gibt es Menschen, die stehen am Tisch und wollen dabei Bier trinken bis hin zu Spielern, die absoluten Leistungsanspruch haben. Im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen wir jede Form von Tischfußball, aber die Entscheidung, wer was spielt und wo überlassen wir den Spielern. Denn die wissen am besten, was sie wollen.
Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Wieviele Deutsche Meister, Weltmeister, etc. haben ihre ersten Spiele in einer Kneipe gemacht und spielen immer noch regelmäßig in solchen Lokalitäten?

Was willst Du damit aussagen? Ist das ein Vorwurf an die Profis, weil sie das Spiel professionell betreiben wollen? Ist das ein Vorwurf an die Verbände, weil sie sich dafür einsetzen, dass der Sport professionell ausgeübt werden kann? Kann man Marco Reus einen Vorwurf machen, weil er jetzt nicht mehr auf dem Bolzplatz spielt, auf dem er als Kind seine ersten Tore geschossen hat?
Striderle hat geschrieben:
31.12.2018, 23:13
Kickern soll wachsen und gedeihen und ein Breitensport werden? Dann müsst ihr wieder zurück zu den Wurzeln. Denn die Breite Masse erreicht ihr zusätzlich nur über Kneipen, Cafés und Jugendheime. Außer sie existiert für Euch nur in Großstädten. Mit den Mini-Challengern oder den Serie-x Turnieren der P4P wart ihr großen Ligen schon näher dran aber noch nicht weit genug. Jetzt macht ihr wieder einen Schritt zurück.

Wir sind nie weg von den Wurzeln. Es wurden ZUSÄTZLICHE Angebote geschaffen und DIE SPIELER ENTSCHEIDEN selber, wo sie spielen wollen. Wenn Du den Verbänden vorwerfen willst, dass sie Angebote machen, die gerne angenommen werden, dann lasse ich mir als Präsident vom NWTFV das gerne vorwerfen und ich vermute, dass es den anderen Präsidenten ebenfalls so geht.

Wenn Dir die Angebote nicht gefallen, dann hindert Dich niemand daran, etwas anderes anzubieten. Du kannst pushen was Du willst und organisieren was Du willst. Wenn Du der Meinung bist, dass der DTFB den falschen Weg geht und kickern in der Kneipe stattfinden soll, dann werde aktiv. Geh zum Kneipenwirt Deines Vertrauens und sprich mit ihm darüber, dass Du kickern willst und das gerne damit verbinden willst, dass er durch die Gäste mehr Umsatz generiert. Ich denke er wird ein offenes Ohr dafür haben, wenn Du ein gutes Konzept hast.

Was genau ist eigentlich Dein Konzept für Kickern in Kneipen?

JAWOHLCHEF
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von JAWOHLCHEF » 14.01.2019, 18:17

*** Beitrag gelöscht wegen Beleidigung***

Bitte sachlich bleiben und nicht beleidigend. Als Erinnerung ein Zitat aus den Forumsregeln:
Die wichtigste Regel zuerst: Sei freundlich zu den anderen
Im Forum ist die Netiquette zu wahren. Du kommunizierst hier mit anderen Menschen, daher bitten wir dich von Beleidigungen, Beschimpfungen oder ähnlichem abzusehen. Bei Missachtung der Netiquette muss mit Ermahnung, Verwarnung bzw. Ausschluss gerechnet werden. Das direkte Beleidigen von Forumsmitgliedern hat eine sofortige Löschung des Beitrags und eine Sperre des betreffenden Users zur Folge.
Gruß
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Satai
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Satai » 14.01.2019, 22:42

Hallo @Uhle,

ich finde den Beitrag von Striderle konstruktiv.

Denn früher gab es durch den Löwen Tisch, wie eine nationale Kicker - Identität (Okay, bis auf kleines Land namens Saarland ;-) ) . Genauso, wie Amerika seinen Tornado hat, Österreich seinen Garlando, Frankreich seinen Bonzini, ... Und das war nicht nur auf Kneipen beschränkt, sondern auch in vielen Jugendzentren.
Seit Löwen nicht mehr aktiv ist, hat sich faktisch der P4P Tisch und der Leonhart - Tisch als nationale Kicker Identität etabliert. (Okay, auch hier mit Ausnahmen ein paar Lettner Tische, Kicker - Klaus und ..., aber nicht nennenswert. ) Das sind die Tische, die ich meistens in Deutschland in Kneipen antreffe. Wenn ich in einer anderen Stadt alleine bin, gehe ich gerne in Kicker Kneipen. So haben wir uns auch mal in der Kneipe in Marburg vorm ITSF-Master kennen gelernt und gegen die Marburger gewonnen ;-) An den Abend erinnere ich mich besser als an das eigentliche Master.

Du hast das Glück in einer Kicker Hochburg von Deutschland zu leben. Gefühlt geht es Köln, Hamburg und Berlin sehr gut in Bezug zum kickern. Beim Rest des Landes sieht es wohl bescheidener aus. Aber in Bezug zur Kneipenlandschaft lasse ich mich auch gerne eines anderen belehren, wo mehr Kicker als früher in Kneipen stehen.
Was schade ist, da es ein sehr geselliges Spiel ist und wie Dart ein Kneipenspiel ist (Dart funktioniert ja auch in Vereinen und Kneipen meines Wissens nach. )

Jetzt muss ich noch ausholen, wie ich vor ca. 5 Jahren zum Liga-Spieler wurde, fand ich es auch geil, wie viele neue Entwicklungen es im Tüftler Land Deutschland gibt. Die Lettner - Figuren, die 5 verschiedenen Bälle, die ausprobiert wurden. Der neue Leonhart Ball, die Tic-Tac Bang Puppen, die neue Puffer (super Weiterentwicklung, stört meine Nachbarn viel weniger.), der Beast auf den ich mich freute, da mein erster Tisch ein Fireball war. Dazu kommt noch der Guardian von Kivent, den ich sehr gerne mal spielen würde.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine gewisse Müdigkeit, dauernd was neues auszuprobieren, sich auf den Tisch einzustellen, der dann wieder verschwindet. Auch mein Verein kann sich keinen neuen Tisch jetzt leisten. Wie gesagt, wer faktisch auf Leonhart und P4P Tisch gut spielen kann, deckt das meiste seiner Spiele ab.

Kommen wir auch zu meinem hoffentlich konstruktivem Teil. Denn tatsächlich kann der DTFB wenig machen, dass sich die Kneipen Kickertische kaufen.
Aber das heißt nicht gar nichts.
Denn für Vereine und Kneipen ist Planungs- und Investitionssicherheit notwendig.

Von daher würde ich mir wünschen, dass sich der DTFB mit den Kicker Herstellern (und optimalerweise auch mit P4p) an einen runden Tisch zusammen setzt. Zusammen würde ich mir einen Konsens wünschen, dass die BuLi - Tische für die nächsten 5, 7 oder bestenfalls 10 Jahre sicher in der BuLi gespielt werden -> Selbstverpflichtung der Hersteller - > Im Gegenzug vom DTFB ein Logo wie "DTFB/BuLi - Tisch mind. die nächsten ... Jahre " oder ähnlich. Das könnte doch eine Win/Win Situation sein. Die Kneipen /Vereine/Spieler haben Planungssicherheit. Die Hersteller haben Sicherheit und haben ein Logo mit dem sie werben können. Der DTFB würde eine nationale Kicker Identität fördern und hätte auch Planungssicherheit.
(Die Tische sind ja auch normalerweise sehr langlebig und für Kneipen eine hohe Investition. In unserer Kneipe wurde erst ein neuer Tisch gekauft als durch Turniere genug zusammen gekommen ist und nicht direkt über den Kenipenbesitzer. Also Eigeninitiative der Spieler )

Natürlich sollen auch Neuentwicklungen, wie der Guardian bspw. seinen Chance bekommen. Aber halt erst damit werben dürfen, wenn sie sich auf X Jahre verpflichtet haben. Bspw. ein neuer Tisch pro Jahr kann ausprobiert werden. Die restlichen Tische bleiben

Diese größeren wechsel der Tische jedes Jahr sollten meiner Meinung nach nicht weiter gehen, da es langfristig dem Sport eher schadet.

PS: Ich persönlich finde die Beschränkung auf einen Tisch durch die jetzige Situation blöd. Ich habe bisher nicht verstanden, wieso es keinen Leonhart mit normalen Puppen und Tic Tac Bang Puppen geben darf und P4p und Beast Tisch? Denn an eine nationale "Kicker Identität" wurde doch bisher nicht gedacht, oder? Ich bin aber auch wie gesagt kein BuLi-Spieler.

Thomas K.
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Thomas K. » 17.01.2019, 17:39

Konstruktiv wäre es gewesen, wenn es konkrete Lösungsvorschläge gegeben hätte. Allerdings muss eine Kritik auch nicht zwingend konstruktiv sein... wie dem auch sei, Uhle ist m.M.n. ausreichend auf Striderles Beitrag eingegangen und wenn das Gespräch auf der, nun erreichten, sachlichen Ebene nicht weitergeführt wird, spricht das ja auch Bände, meine ich.

Ersteinmal: ich kann Satai und Striderle gut verstehen, aber man muss/sollte eben auch einsehen, dass sie zur Fraktion der sogenannten "old-school"-Spieler gehören. Das ist überhaupt nicht böse gemeint, nur ändern sich die Zeiten halt rasant und ich für meinen Teil bin froh, dass man vorausschaut und nicht bei dem bleibt, was mal war - auch, wenn das sicherlich seinen Flair hatte (bin ja selbst in der Kneipe zum Kickern gekommen) und hat, aber ehrlich gesagt sehe ich die Zukunft des Tischfußballs nicht in diesem Bereich.

Eine Frage, durch die man ebenfalls recht schnell zu dieser Einschätzung kommen könnte, lautet zum Beispiel: Was kann Tischfußball der Gesellschaft geben, damit diese wiederum den Sport fördern will?

Tischfußball hat definitiv großes Potenzial, Gutes zu bewirken. Sei es, die Menschen von den Bildschirmen wegzulocken, das Thema Inklusion, die Geselligkeit und so weiter und so fort - aber das Vereinsleben erreicht nur ein paar tausend Menschen in Deutschland. Wie kann das sein, wenn es gleichzeitig so beliebt ist?

Meiner Meinung nach liegt das eben auch am bisher fehlenden Rahmen, der erst jetzt durch die Strukturen geschaffen wird. Nie gab es mehr Vereine, die Jugendarbeit leisten und sich in übergeordneten Verbänden (SSB & LSB) eingegliedert haben, dadurch ihren Mitgliedern einen sichereren Rahmen sowie größeren Komfort bieten können. Kurz gesagt, es wird jetzt einfach professioneller, d.h. die Strukturen unseres Sports gleichen sich denen anderer Sportarten an.

Das führt dann automatisch zur nächsten Frage: Will man das? Wenn man die Beiträge hier und anderswo so liest, wird man das Gefühl nicht los, dass ein gewisser Teil der Spieler (zumeist aus der old-school-Fraktion) zwar nicht genau weiß, was genau die Vorteile wären, wenn man einmal ein anerkannter Sport ist, aber gleichzeitig Angst davor hat, diesen Status zu erreichen, weil man dann ja nicht mehr "seinen" Tischfußball hat. Nun, ich finde, das ist nur menschlich, so zu denken. Ehrlich gesagt aber auch ein bisschen egoistisch, denn durch die Professionalisierung kommen in Zukunft mehr Menschen in Kontakt mit unseren Strukturen, d.h. mehr Menschen haben Spaß am Tischfußball spielen. Natürlich zu Ungunsten derjenigen, die vorher in der kleinen Blase gelebt haben, wo sich quasi jeder Tischfußballer in Deutschland mit Vor- & Nachnamen (sowie Lieblingsbiersorte) gekannt hat. "Blase" deswegen, weil 1. gewisse Dinge dagegen sprechen, dass es in der damaligen Form wirklich "sportlich" gewesen ist, 2. man sich natürlich sehr wichtig fühlen kann, wenn man der beste Tischfußballer Deutschlands/NRWs/... ist, das aber bei gefühlt zehn Konkurrenten auch nicht allzu schwer ist und 3. weil die Gesellschaft niemals mitbekommen hätte, dass es sowas wie Bundesligen, etc. wirklich gibt. Warum auch: alleine, wenn man sich den Anteil der Jugendlichen anschaut, sieht man doch, wie das auf einen x-beliebigen Außenstehenden wirken muss.

Noch kurz zur Thematik "Kneipe und Kicker": Soweit ich das mitbekomme, ist das Modell der Eckkneipe, in der sich die ganze Nachbarschaft abends trifft, eh am Aussterben. Dazu kommt, dass die Mieten ziemlich hoch sind und so ein Tisch nimmt nicht wenig Platz weg, ohne, dass dieser Raum direkt refinanziert wird - sogar im Gegenteil, denn wenn sich dann mal irgendwelche Vereine angliedern, dann trinken die den ganzen Abend Wasser/Cola/Mate und machen den Kneipenbetreiber ganz bestimmt nicht reich. So, wie ich das sehe, ist an dem Konzept an allen Ecken und Enden ein Haken. Klar, in manchen Städten funktioniert das wunderbar (Köln, Hamburg), aber diese sind eher die Ausnahme als die Regel. Und wehe, jetzt argumentiert hier jemand "pro Münzer"... :nono:

Thema Planungssicherheit: Ja, in den letzten Jahren gab es nicht immer dieselben Tische. Das hat verschiedene Gründe und die wenigsten liegen beim DTFB (Lettner, Tornado, ...). Generell finde ich es okay, dass anderen Tischen die Möglichkeit gegeben wurde, sich in der Bundesliga zu präsentieren und wenn das aus verschiedenen Gründen irgendwann nicht mehr funktionieren kann, dann ist das zwar traurig, aber nicht zu ändern. Die aktuelle Frist von einem Jahr auf 5 oder gar 10 Jahre zu erhöhen ist zwar toll für ein paar Kneipen und Spieler, würde aber mittelfristig zu Stillstand führen, wo eigentlich Fortschritt möglich und nötig ist. Der blaue Ullrich kann ja immer noch zum Training genutzt werden, geschweige denn von der Nutzung für die regionalen Ligen; Leonhart ist auch schon seit einer ganzen Weile in der Bundesliga. Bei uns steht übrigens noch ein Lehmacher, macht immer noch Spaß. Alles in allem ist das Jammern auf hohem Niveau, finde ich - man stelle sich vor, es gäbe seit Jahren nur die Möglichkeit, auf Garlando zu spielen :-(

Abgesehen davon gibt es sowas wie eine "nationale Kicker Identität" zwar nicht, aber ich weiß, was gemeint ist - und da sehe ich nun wirklich das geringste Problem. Es gibt zwei Tischhersteller, die den Markt für professionellen Tischfußball in Deutschland größtenteils unter sich aufteilen und die meisten haben da einen Liebling. Warum es mit dem blauen Ullrich nicht auf ITSF-Ebene funktioniert hat, wurde im anderen Thread sehr ausführlich erklärt, glaube ich, und ja, das finde ich auch sehr schade. Das Ziel "Standardisierung" gehört eben zur Professionalisierung dazu. Wenn das irgendwann mal erreicht ist (allzu lange sollte es tatsächlich nicht dauern), werden die Diskussionen eben über "weniger Eintönigkeit" und "mehr Vielfalt" geführt werden... :idea:

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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Satai » 17.01.2019, 19:36

Hallo Thomas,

kurze Antworten, da ich schon genug Zeit in das Thema investiert habe und jeder seine Meinung hat.
Ich finde einen runden Tisch zu bilden und einen Investitionsschutz einzuführen konstruktiv, aber das ist natürlich nur subjektiv.


Den Satz am Ende von dir "Das Ziel "Standardisierung" gehört eben zur Professionalisierung dazu. Wenn das irgendwann mal erreicht ist (allzu lange sollte es tatsächlich nicht dauern)" verstehe ich nicht. Welche Standardisierung siehst du in naher Zukunft?

"Old-School" sehe ich als Kompliment, denn das heißt, dass ich schon mehr von der Veränderung der Welt gesehen habe als du ;-) Wenn ich die Sache beobachte, kann ich nur sagen, ja Tischfussball kann viel in der Therapie, in der Inklusion, .. bewirken. Aber als Vereinssport wie bei anderen funktioniert es halt nicht so gut. Es ist halt ein "Nerd"-Sport. Ansonsten müsste es eigentlich in Hessen jedes Jahr eine Mannschaft mehr geben, tut es aber nicht, also der Süden stagniert.
Und ich muss dich enttäuschen, ich habe keine Angst vor Fortschritt und das es "meinen Tischfussball" nicht mehr gibt. Ich glaube nur, dass sich manche Leute einfach was vormachen, wenn sie sagen, dass Tischfussball auf Vereinsebene das Potential hat wie Tischtennis und Fernsehtauglich ist wie und das Potentzial XY hat.

Aber ich würde bspw. mein Kind vor 14 Jahren nie in eine Tischfussball Verein schicken, dafür gibt es zu viele andere Sportarten die für Kinder besser sind. (Darüber könnte ich noch mehr schreiben, da es bestimmt jemanden gibt, der da widerspricht, aber das ist mir hier auch zu aufwendig.)

Ja, ich werde auch bei meinem Tisch bleiben und hey, der Lehmacher ist einer der besten Tische, die je gebaut wurde, würde den auch weiter spielen, wenn ich einen hätte. Genau das ist aber auch ein Problem, weshalb man in Kneipen auch noch Prümmer und Turniersieger findet. Die Teile halten einfach 20-30 Jahre.
(Vielleicht sollten mal Leonhart und Ullrich eine Gebraucht Tisch Aktion machen. Wenn du deinen Turniersieger gibst, dann bekommst du den aktuellen Leonhart um x Euro günstiger.)

Ich weiß nicht, ob das Modell der Eckkneipe wirklich ausstirbt. Bei den gut gemachten läuft es meiner Meinung nach ziemlich gut und meistens wenn ich einen Kicker sehe, dann wird der auch bespielt.
Ach übrigens, Verein in Kickerkneipen geht doch eh nicht mehr richtig, wegen Jugendschutz, Raucherschutz, ... Von daher ist die Angst unbegründet.

Schauen wir doch einfach wie es dem Tischfußball in 10 Jahren gibt, stoßen auf die alten Beiträge hier an und lachen darüber, egal, wer dann Recht hat ;-) Insgesamt ist das wirklich leiden auf hohem Niveau.

Ein großer Faktor wird dabei sowieso sein, wie der neue Beast Ball ist. Den ich im Moment noch nicht beurteilen kann.

Damit ist für mich in Bezug zu diesem Thread alles gesagt.

Thomas K.
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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Thomas K. » 17.01.2019, 21:26

Satai hat geschrieben:
17.01.2019, 19:36

Den Satz am Ende von dir "Das Ziel "Standardisierung" gehört eben zur Professionalisierung dazu. Wenn das irgendwann mal erreicht ist (allzu lange sollte es tatsächlich nicht dauern)" verstehe ich nicht. Welche Standardisierung siehst du in naher Zukunft?
An sich jede Menge, hier war der Kontext die zugelassenen Tische bei der Bundesliga. Ansonsten kann man das Thema aber auch erweitern auf Formate, Regeln, Modi, ...

Aber als Vereinssport wie bei anderen funktioniert es halt nicht so gut. Es ist halt ein "Nerd"-Sport.
Also ich kenne eine Menge "Nicht-Nerds", die sehr gerne Tischfußball spielen, auch im Verein. Wenn du meinst, dass man für Erfolg trainieren muss - ja, das stimmt.
Ich glaube nur, dass sich manche Leute einfach was vormachen, wenn sie sagen, dass Tischfussball auf Vereinsebene das Potential hat wie Tischtennis und Fernsehtauglich ist wie und das Potentzial XY hat.
Es gibt ja auch was zwischen schwarz und weiß; allein schon, dass man jetzt erfolgreicher als vor 10 Jahren ist, rechtfertigt ja den eingeschlagenen Weg. Wie weit nach oben der noch geht, darüber kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein. Aber wenn man sich so anschaut, was andere Sportarten so erreicht haben (Curling, Dart, etc.), muss man sich definitiv nicht verstecken.
Schauen wir doch einfach wie es dem Tischfußball in 10 Jahren gibt, stoßen auf die alten Beiträge hier an und lachen darüber, egal, wer dann Recht hat ;-) Insgesamt ist das wirklich leiden auf hohem Niveau.
Das klingt doch schon besser :-D Sehr gerne. Ich schaue mir auch ungefähr einmal im Jahr an, was vor ca. 10 Jahren so im Forum geschrieben wurde. Einer meiner Lieblings-Threads ist dieser hier (sehr unterhaltsam, wie ich finde; trotzdem kann man natürlich keinem der Beteiligten etwas übelnehmen, damals war das halt so).

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Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Pierre » 18.01.2019, 00:03

Thomas K. hat geschrieben:
17.01.2019, 21:26
[Aber wenn man sich so anschaut, was andere Sportarten so erreicht haben (Curling, Dart, etc.), muss man sich definitiv nicht verstecken.

Sehe ich doch etwas anders. Klar ist Curling aus traditionellen Gründen olympisch, aber was hat der Sport denn erreicht? Zumindest in Deutschland doch so ziemlich nichts. Wenigstens hat der Sport den Vorteil im TV gut verfolgbar zu sein, wo wir auch zum Dart kommen.

Beim Dart hast du ganz schnell und einfach ein offensichtliches Ergebnis, das jeder sofort einordnen kann und außerdem lebt Dart von der Stimmung drum herum, beides haben wir beim Kickern nicht.
Kickern geht so viel schneller, viele können gar nicht genau einordnen wieviel zu einem bestimmten Schuss gehört, durch Abpraller, schräge Schüsse etc. spielt der Glücksfaktor eine größere Rolle usw., wodurch der Sport an sich nicht so Telegen wie eben zb. Dart ist.
Sollte man irgendwann mal dahinkommen wollen, dass der Sport wirklich in der Breite beliebt ist, sollte man auch den Spielern abgewöhnen sich wie die größten Pussys zu benehmen.
Das geht schon damit los, dass es direkt Diskussionen gibt, wenn ein anderer Spieler im Spiel die kleinsten Emotionen zeigt, zb. "Mist" vor sich hin murmelt und der Gegner sofort ein Foul wegen Ablenkung anzeigt. Oder wenn zuschauer drei Meter vom Tisch weg stehen, sich leise unterhalten und dann von den Spielern angepflaumt werden, weil sie ihren Sport so angeblich nicht ausüben können.
So lange das so ist, ist eine Entwicklung zu einem Phänomen wie zb. Dart aus meiner Sicht absolut ausgeschlossen.

In der Hinsicht sehe ich es so, dass der Weg hin zur Professionalität richtig ist, es aber auch gut tun würde, wenn sich jeder einzelne manchmal nicht selbst so wichtig nehmen würde.

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