Allgemeine Trainingsgrundlagen

Kicker Schusstechniken, Tricks und Spielverhalten
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Klapptnix
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Beitrag von Klapptnix » 13.10.2011, 16:51

Zunächst einmal scheint es wichtig zu sein die körperlichen Anforderungen zu analysieren.
Kickern ist ein Sport der von hoher Dynamik in kurzen Bewegungsabläufen geprägt ist. Zum einen müssen Stangen in vier verschiedene Richtungen bewegt werden. Vor und zurück sind dabei die langen Bewegungen, die Rotation in beide Richtungen die kurzen. Durch die Anschläge begrenzt ergeben sich mit den verschiedenen Spielreihen unterschiedlich lange Bewegungen, die Bewegungen auf der 5 sind die kürzesten, die der Verteidigung die längsten.

Grundsätzlich werden zur Beschleunigung Muskeln benötigt. Grob kann man sagen, dass (auf`s Kickern bezogen) die Muskelgruppen der Körpervorderseite für die Bewegung nach vorne- linkslang, und für die Bewegunen nach hinten- rechtslang, die Muskeln auf der Körperrückseite benötigt werden. Dies stimmt nur begrenzt weil gerade die seitliche Rückenmuskulatur für die Zugbwegungen zuständig ist und der Armbeuger, der sich auf der Vorderseite befindet, für `s ziehen als Hilfsmuskel fungiert, sofern man dabei den Arm beugt. Aber als grober Anhalt kann das so beschrieben werden.

Kickern verlangt darüber hinaus koordinative Fähigkeiten mit beiden Körperhälften. Dabei kommt es besonders auf das Zusammenspiel der linken und rechten Hand an. Im Schwerpunkt sind jedoch die Anforderungen unterschiedlich. Die linke Seite ist mehr mit feinmotorischen Handlungsabläufen beschäftigt, sehr schnelle Bewegungen sind eher selten oder besser sie kommen nicht so häufig vor wie rechts. Rechts sieht die Sache anders aus, hier werden alle motorischen Fähigkeiten benötigt- auch spielt Schnellkraft eine wesentlich größere Rolle.

Geistige Variabilität und Konzentrationsfähigkeit machen Kickern zu einer richtig anspruchsvollen Bewegungsform die alle Aufmerksamkeit erfordert. (Daher bin ich auch der Meinung das in jedem Altersheim ein Kicker stehen sollte- und das meine ich nicht als Witz !)

Die Ausdauer - Kondition im eigentichen Sinne- kann vernachlässigt werden, die Ausdauer im speziellen keinesfalls. Jeder der einmal 2 Stunden an Vollstangen gezogen hat, weiß wo es weh tut und man wird mit der Zeit deutlich langsamer. Je leichter die Stangen zu bewegen sind umso geringer fällt dieser Faktor natürlich aus, sollte aber dennoch nicht ganz außer Acht gelassen werden, ein Tunier kann lang sein (hab ich mir sagen lassen).

Man kann also durchaus festhalten, dass Kickern ohne Muskulatur nicht funktioniert. Von daher gehe ich davon aus, dass die Trainingsgrundlagen anderer Sportarten auf`s Kickern übertragen werden können. Selbst wenn das Anforderungsprofil ein anderes ist, so bleibt die Funktionsweise der Muskulatur immer gleich. Muskeln können sich nur zusammenziehen, sonst können die nix (es soll auch so spezielle Muskeln geben die, wenn alles gut läuft, das Gegenteil...aber das ist ein anderes Thema).

Da es beim Kickern um Tempo geht und Stangen mit Puppen sehr schnell in Bewegung und Rotation versetzt werden müssen, wäre es natürlich hilfreich wenn die Muskeln diese Arbeit so schnell wie möglich verrichten könnten, ohne dabei an Präzision zu verlieren- das ist zum Teil angeboren (schnelle und langsame Muskelfasern pp) aber auch trainierbar. Dann kommt noch die Fingerfertigkeit ins Spiel, die sich in Ballgefühl ausdrückt. Bei mir geht das nicht, ist aber nicht so dramatisch. weiß nur noch nicht ob`s am Hirn oder an den Muskeln liegt.

Aus dem was ich kurz dargestellt habe leiten sich ganz logische Notwendigkeiten ab.
- Schnelligkeit
Wenn ich Bewegungen immer nur langsam ausführe wird die Fähigkeit diese schnell auszuführen nicht geschult.
Also muss ich im Training Bewegungsabläufe auch sehr schnell ausführen. Selbst wenn die schnelle Ausführung zu Lasten der Präzision geht ist das notwendig. D.h natürlich nicht, dass man sinnfrei an den Stangen reißt (eigentlich ist das für die Muskeln nicht so schlecht) und hofft damit irgendwann einmal rechts - lang schießen zu können- das geht nicht. Aber schneller ohne Ball würde man damit in jedem Fall, wenn man das reißen gezielt trainiert und das ist schon mal eine Grundlage für`s Tempo. Ein Sprinter muss im Training 40 Km/h schnell werden, sonst wird er das Tempo niemals über 100m laufen können...
Man muss dabei eben die richtige Balance finden.

- Motorik/Koordination
Wie schwer es ist mit der sche... 5er Reihe umzugehen weiß wohl jeder der kickert. Im Grunde hat das mit der 5er aber nichts zu tun. Ich empfehle jedem der sich schwer tut, weil es ihn aufregt und weil man keine Lust hat sich mit der 5 zu befassen, folgende 2 Übungen eine Woche lang zu probieren.
1. Zähne putzen mit links (man glaubt nicht wo man Zahnpasta findet und im Mund so anecken kann- daher laaangsam)
2. Glas Wasser zu 2/3 füllen, von oben mit den Fingern über das Glas greifen und durch drehende Bewegung einen "Strudel" erzeugen. Mit der rechten Hand rechts rum drehen - gar kein Problem. Mit rechts mal rechts und mal links rum... sieht schon anders aus.
Mit links... leg Dir schon mal nen lappen parat. Und dann mit beiden Händen in entgegengesetzter Richtung- auch schön.
Das machste dann mal eine Woche lang pro Tag etwa 1 Minute...

Für gute Spieler auch nicht schlecht:
Ganz normal von der 3 aus schießen so wie immer und dabei einen zweiten Ball in der 5 ganz normal klemmen und versuchen ihn von Puppe zu Puppe zu bringen. Während der Schussphase sollte der Ball natürlich nicht in der 5 ruhen. Ist nicht soooo schwierig aber tut et schon ganz gut.

- Konzentration/ Coolness
Ich habe im Verlauf der Jahre an unterschiedlichen Wettkämpfen teilgenommen (nicht beim Kickern!) und mir das Hilfsmittel der Visualisierung zu eigen gemacht. Das heißt nichts anderes als das ich im Geiste den Wettkampf ausgetragen habe und mir dabei die größten Probleme vorstellte. Bei Extremläufen waren es Krämpfe oder Blasen oder Verstauchungen...
Zunächst habe ich immer den Wettkampf im Kopf durchlaufen, diesen erfolgreich beendet (in meinem Fall Zieleinlauf) und mir vorgestellt wie die Laufstrecke so aussieht, wo die Schwierigkeiten liegen usw. Dann nach ein paar Tagen oder Wochen habe ich die Probleme mit eingebaut und mir Handlungsmuster eingebläut- was machste wenn. Wohl ist es sehr wichtig nicht nur daran zu denken, sondern es sich richtig vorzustellen. Blutende Füße, Blasen...das muss man vor Augen haben. Das geht übrigens auch für Jedermann wenn man z.B noch nie darüber nachgedacht hat, wie man sich als Ersthelfer bei einem schlimmen Verkehrsunfall verhält und sich das richtig vorgestellt hat, wird man versagen. Macht man das aber häufiger mal so 3-5Min wundert man sich das man doch funktioniert. Beim Kickern ist das natürlich ganz genauso. Die Probleme die man haben kann kennt ihr besser als ich von daher sucht Euch welche aus und beschäftigt Euch ne Woche vor ne`m Tunier für 5Min am Tag damit und gut ist. Gerade am Kicker kann man das gut simulieren wenn man sich zu Hause mal bewusst beim Training unter überzogenen Stress setzt, indem man wie ein Wilder kickert...
Oder auf ungeliebte Gegner bezogen und deren Schüsse- auch gut machbar. Immer vorstellen wie man den Vogel wegputzt und warum er einem Sorge bereitet und was man dageben tun kann. Wichtig ist das lebhafte vorstellen - Kopfkino!!!!

Was schreibe ich hier eigentlich... :roll: wenn ich jetzt noch was zum eigentlichen Thema schreibe, wie man ein Training zyklisch gestaltet- ja dann nacht Mattes, liest kein Mensch mehr.
Gut, ich lass das jetzt mal so als Basis. Hat noch nicht so viel mit Training zu tun, dient aber vllt dem allgemeinen Verständnis. Oder vllt kann man daraus schon für sich was ableiten, anderer Blickwinkel oder so...?
z.B den: :shock:
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Beitrag von patritsch » 13.10.2011, 17:10

:anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet: :anbet:

Und auf jeden Fall musst Du uns erzählen, wie man ein Training zyklisch gestaltet!

Gerade mal ein paar Tage hier, und schon bist Du ein heißer Kandidat für den Posten eines Ehren-Kompetenz-Mitglieds. :easy

Apropos Glied: Das ist doch gar kein Muskel, oder? :mrgreen:

.

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Beitrag von steph4n » 13.10.2011, 17:50

wie siehts mit dem "muscle memory" aus, beim langsamen ueben von komplexen bewegungsablaeufen?
kann man das aufs kickern uebertragen oder verwenden? hat mir jedenfalls beim golfschwung (auch ne kleine weisse kugel :-D )
gut weitergeholfen.
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Beitrag von Klapptnix » 13.10.2011, 21:17

Zum Trainingszyklus- so ganz einfach ist das nicht. Wurde mir aber erst auf den zweiten Blick richtig klar. Warum ist das so? ganz einfach, ich kann nicht einschätzen wie belastend kickern ist. Ich habe zwar eine grobe Vorstellung aber wenn wir hier schon gemeinsam etwas erarbeiten, dann sollte das schon fundiert sein. Braucht nicht wissenschaftlich einwandfrei sein, denn es gibt zum Thema Regeneration sicherlich unterschiedliche Meinungen, nur hat kickern spezielle Tücken. Da gibt es nicht besonders viele vergleichbare Bewegungen, weder im täglichen Leben noch im Sport. Boxen könnte muskulär schon in die Richtung gehen, jedoch selbst das ist schon noch sehr weit weg. Beim Kickern sind die Bewegungen kurz und extrem schnell. Durch das Regelwerk werden eigentlich immer Gegenbewegungen nötig. Klar wird nicht so viel Masse bewegt, aber die wirkenden Kräfte sind sicherlich auch nicht zu verachten. Zwar ist die Dauer der intensiven Einwirkung auf den Muskel sehr kurz, nur wer weiß was es bewirkt. Ich hatte mehrfach schon Muskelkater und ich habe mir vor kurzem noch ne kernige Zerrung eingefangen (musste unbedingt an den Stangen reißen)- von daher...??

Was mich also interessieren würde, wie lange spürt ihr im Sinne von "schweren Armen/ verminderte Geschwindigkeit" ein hartes Tunier und lang ist die Nettospielzeit. Wie viele Stunden spielt ihr in der Woche auf belastendem Niveau einschl Trainig?

Wenn ich eine konkretere Vorstellung von den Belastungen habe, würde ich hier mal einen Trainingsrhythmus einstellen, den wir dann Zug um Zug korrigieren können. Vielleicht kommt am Ende ja echt was brauchbares rum :-)

Und zu Muskelgedächtnis kann ich nichts sagen, dass ist so speziell und wissenschaftlich- viele Ansätze tausend Meinungen.
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Beitrag von Klapptnix » 13.10.2011, 21:31

@Schnulliwulli
Stell Dir vor das wäre ein Muskel- möchte nicht wissen wie bei Mac Fit trainiert würde und dann noch Doping...
Die Sportarten Fechten, Armdrücken und Fingerhakeln bekämen eine ganz neue Gestalt :mrgreen:
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Beitrag von Klapptnix » 13.10.2011, 23:36

Quatsch mit Schnulliwulli- meinte @Patritsch, sorry :-)
So werden Helden geboren :mrgreen:
Stell Dich mal nicht so an und sag mal lieber ab wann die Flügel schmerzen!
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Beitrag von patritsch » 14.10.2011, 00:15

Hm, bei mir hat noch nie was geschmerzt. Die längste Session war einmal ca. acht Stunden am Stück (intensives Spiel in ner Kneipe, praktisch ohne Pause), und danach hat nirgendwo etwas gezwickt oder sich sonstwie bemerkbar gemacht. Abgesehen davon, dass ich etwas unausgeschlafen war, hätte ich am nächsten Tag anhand meiner körperlichen Verfassung nicht feststellen können, womit ich den Abend zuvor verbracht habe.

Aber ich bin ja auch kein Turnier-Hengst. Trotzdem wage ich die Vermutung, dass Kickern auch auf höchstem Niveau physisch kaum belastet. Da ist Trommeln viel anstrengender...

.

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Beitrag von gofan » 14.10.2011, 00:43

@Klapptnix Respekt! Find es super wieviel Mühe Du Dir hier machst. Denke, daraus könnte sich durch wechselseitige Ergänzungen ein Ansatz ergeben das Kicker(-Training) zu professionalisieren.
Oder vllt kann man daraus schon für sich was ableiten, anderer Blickwinkel oder so...? z.B den: :shock:
Dann fang ich mal an ;-)

Zunächst ein paar allgemeine Ergänzungen zum Thema Training:

M.E. nach ist wichtig zu wissen was man gerade trainieren will (Frage nach der Trainingskategorie): Was trainiere ich? Eine Technik (z.B: Schuß, Pass etc)? Eine Taktik (Individual oder Gruppen)? Eine Strategie? Entsprechend sinnvoll sollte dann die Trainingsmethode (Ganzheit, Zergliederung, Teillern, Method. Reihe, Spielreihe etc.) gewählt werden.

Grundsätzlich - egal auf welche Methode die Wahl fällt, sollten die Trainingsprinzipien beachtet werden:
Logisch, das Training sollte immer das eigentliche Spiel zum Ziel haben - Üben um des Übens willen bringt für's tatsächliche Spiel recht wenig. Allerdings handelt es sich hierbei um einen Prozeß, der weit entfernt beginnt und sich in seinem Lauf der eigentlichen Zielvorstellung annähert. Das nennt man Trainingsprinzipien (hab vergessen, wer die nochmal aufgestellt hat, aber falls es iwen interessiert schlag ich noch mal nach) und sind eigentlich ganz eingängig:

1. vom Leichten zum Schweren (z.B: Größe der Lücke)
2. vom Einfachen zum Komplexen (z.B: Täuschen vor dem Schuß)
3. vom Langsamen zum Schnellen (z.B: Seitgeschwindigkeit)
etc.

Dementsprechend ist es immer eine Frage des aktuellen Trainingszustands bzw. Leistungstands wie schwer/komplex/schnell man die Übungen gestalten sollte. Der Gedanke dahinter ist, dass je schwieriger Training gestaltet wird, desto fehleranfälliger ist es und umgekehrt. Beherrscht man ein "Level" kann man zum nächst höheren gehen. Trainingsziel am Ende dieses Prozeßes bleibt - wie gesagt - die perfekte/spielgemäße Ausführung.

mmmh .... ist schon spät und ich muss früh aufstehen. Morgen mehr, N8

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Beitrag von Klapptnix » 14.10.2011, 01:17

@Patritsch
Und genau das gilt es genauer zu betrachten. Um richtig zu trainieren muss man verstehen wie Ermüdung und Erholung ins Gleichgewicht gebracht werden. Das es keine Ermüdung und Belastung der Muskeln oder Sehnen und Gelenke gibt, kann ich mir nicht vorstellen. Die Bewegungen sind sehr schnell und auch wenn die bewegte Masse verhältnismäßig gering ist, so sind die wirkenden Kräfte nicht so gering. Steter Tropfen... möglich das man die Belastung nicht nach einem Abend spürt, doch wie sieht es nach 3 Kneipenabenden in einer Woche aus? Der zu betrachtende Zeitraum sollte schon sechs Wochen betragen denke ich. Wieviele Tage habe ich gespielt, wie lange, wie intensiv und wann tat mir wo, was, weh oder was habe ich so bemerkt. Wann war ich schlapp und wann sehr schnell, war ich unkonzentriert, gereizt- was auch immer...? Ich glaube ein kürzerer Betrachtungszeitraum macht kaum Sinn.

@gofan
Kickern begeistert mich eben in der Gesamtheit. Mich freut nicht das Tor, sondern wie es zu stande kommt. Andere bauen über Wochen das Sport/Spielgerät und ich find`s einfach genial mich mit dem Spiel zu beschäftigen. Ist halt ein umfassendes Hobby :-)
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Beitrag von Magic Stocki » 14.10.2011, 12:17

Also ich habe teilweise schon nach einem langen P4P Turnier Schmerzen in dem Ellbogen rechts oder bekomme Krämpfe links und rechts.
Natürlich sind da auch ganz normale Ermüdungserscheinungen dabei, die aber recht schnell wieder erholt sind.

Netto Spielzeit ist bei so nem Turnier schwer zu sagen, allein das das Turnier um 10 morgens beginnt und um eins nachts endet macht das ganze schon äußerst anstrengend. Das hat meiner Meinung nach auch nicht viel mit Sport zu tun, aber gut.
Dann spiel ich vielleicht von den ganzen Stunden 6 intensiv oder so vielleicht, ist aber echt schwer einzuschätzen.

Finds auch total super, dass du dir so viele Gedanken darüber machst! Hab mich shcon lange gefragt, warum man das nichtalles viel mehr analysiert.

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Beitrag von patritsch » 14.10.2011, 12:28

Klapptnix hat geschrieben:Das es keine Ermüdung und Belastung der Muskeln oder Sehnen und Gelenke gibt, kann ich mir nicht vorstellen. Die Bewegungen sind sehr schnell und auch wenn die bewegte Masse verhältnismäßig gering ist, so sind die wirkenden Kräfte nicht so gering.
Tja, ich kenne mich damit nicht aus, aber ich vermute mal Folgendes: Auch beim Kickern müssen die Muskeln natürlich gegen Widerstände arbeiten, aber die sind so gering, dass die Belastung nicht über die im normalen Alltag hinaus geht. Zur Verdeutlichung ein hypothetisches Beispiel: Man nehme zwei völlig untrainierte eineiige Zwillinge. Der eine geht zum Kugelstoßen, der andere zum Kickern. Beiden bringt man die technische Ausführung der jeweiligen Sportart perfekt bei (wie gesagt, hypothetisch). Der Kugelstoßer wird mangels Athletik keine wettkampftauglichen Weiten erzielen, während der Tischfußballer bereits einen tödlichen Schuss hat. Grund: Die im Alltag erworbene Belastungsfähigkeit des Bewegungsapparates eines gesunden Menschen reicht dafür vollkommen aus. Die Widerstände beim Kugelstoßen sind dagegen signifikant höher als alles, was der Körper bisher gewohnt war.

Steter Tropfen... möglich das man die Belastung nicht nach einem Abend spürt, doch wie sieht es nach 3 Kneipenabenden in einer Woche aus? Der zu betrachtende Zeitraum sollte schon sechs Wochen betragen denke ich. Wieviele Tage habe ich gespielt, wie lange, wie intensiv und wann tat mir wo, was, weh oder was habe ich so bemerkt. Wann war ich schlapp und wann sehr schnell, war ich unkonzentriert, gereizt- was auch immer...?

Dass die Konzentrationsfähigkeit irgendwann nachlässt, ist klar. Das geht mir aber beim Schachspielen auch so (selbst wenn jemand anders die Figuren für mich setzen würde und ich keinen einzigen Muskel beanspruchen müsste).

Meine These ist, dass jeder, der beim Kickern eine Belastung spürt, etwas falsch macht. Falsche Technik, verkrampfen, zu viel Krafteinsatz, etc.

Vielleicht würde ich eine Belastung spüren, wenn ich z.B. zwei Stunden lang volle Kanne nur meinen Schuss nach rechts üben würde - aber warum sollte ich das tun? Würde die Koordination dadurch überhaupt verbessert?

Bisher hab ich mich beim Üben an meinen Erfahrungen mit dem Trommeln orientiert: Jeden Tag eine gewisse Zeit lang möglichst locker, präzise und gleichförmig den selben Bewegungsablauf üben, damit der Körper sich daran gewöhnt. Kann aber ja auch falsch sein...

Wie also verinnerlicht und automatisiert man Bewegungsabläufe am besten? Gibt es eine Zeit-/Reizwiederholungsgrenze, ab der der Körper nicht mehr profitiert? Also z.B. so, dass man nach einer halben Stunde durchgehend Rechts-lang sowieso was Anderes trainieren sollte, weil der Bewegungsapparat gar nicht mehr Input pro Tag umsetzen kann?

Kickern begeistert mich eben in der Gesamtheit. Mich freut nicht das Tor, sondern wie es zu stande kommt. Andere bauen über Wochen das Sport/Spielgerät und ich find`s einfach genial mich mit dem Spiel zu beschäftigen. Ist halt ein umfassendes Hobby :-)
Allerdings!

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Beitrag von Klapptnix » 14.10.2011, 15:26

Das mit dem ermüdungsfrei kickern über Stunden werde ich in der nächsten Zeit versuchen zu erhellen. Wäre natürlich schön wenn sich der eine oder andere ebenfalls dafür interessiert und mir ein paar Info`s zukommen lässt. Ist ja nicht dringend, von daher würde ich die Info´s über einen längeren Zeitraum sammeln- nur ohne Info`s geht es nicht.

@Patritsch
Ich habe zu Deiner Frage bei mir ein Referat aus dem Jahr 95 gefunden- hab ich mir vor Jahren mal kopiert und eben gegoogelt :wink:
Siehe da unter : Automatismen und Automatisierung in der menschlichen Motorik ( ein Sascha Engelmann hats verfasst) findest Du es.
Bislang das beste was ich dazu gefunden habe (nicht mehr neuester Stand, ist klar) weil sich doch einiges auf Tischfussball übertragen lässt. Vor allem kann man für sich selbst einiges daraus ableiten. Ist nicht zu lang und nicht zuuuu schwer, dennoch wissenschaftlich.
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Beitrag von patritsch » 14.10.2011, 16:21

Cool... Hab's gerade mal kurz überflogen - was bedeutet denn "Wiederholen ohne Wiederholung" konkret?

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Beitrag von Klapptnix » 14.10.2011, 17:52

Typische Wiederholung ist geprägt von einer Pause zwischen den Bewegungen und neuem Beginn. Ich glaube damit ist gemeint, dass man eine Bewegung umso schneller lernt, je flüssiger diese - also ohne Unterbrechung- ausgeführt wird. (Aber bitte, wenn das jemand besser oder richtiger erklären kann...)

Auf`s kickern bezogen könnte das heißen, dass ich z.B den Abroller (ohne Ball) am besten dadurch übe, indem ich die Bewegung der Stange und das abrollen des Griffes in einer flüssigen Bewegung wie in einem Kreislauf wiederhole. Ich setze also nicht ab, greife nicht neu, sondern führe die Bewegung flüssig über einen bestimmten Zeitraum aus. Hierbei kommt es nicht darauf an diese Bewegung so schnell wie möglich auszuführen, dies wäre dann von mir aus Stufe 3. Zunächst geht es darum den eigentlichen Bewegungsablauf zu automatisieren. Veranschaulichen kann man sich das beim Fahrradfahren. Würde ich nach jeder vollständigen Pedalumdrehung kurz aufhören und neu ansetzen würde mein Körper länger brauchen die Bewegung zu verinnerlichen. Übrigens wurde daher früher (ob heute noch weiß ich nicht) im Jugendtraining mit einer starren Nabe trainiert. Es gibt keinen Leerlauf und die Kinder wurde dadurch "gezwungen" pausenlos zu kurbeln. Beim Schlagzeug spielt man zu diesem Zweck z.B die Mühle (zwei rechts - zwei links) auch als fließenden Rhythmus durchgehend und hört nicht nach meinetwegen 8 Schlägen auf. Erst wenn das sauber sitzt und sich die Bewegung eingebrannt hat, übt man die dazu passenden Figuren.
Da die Bewegungen beim Kickern jedoch recht kurz und "unrhythmisch" sind, ist das schwer zu vergleichen.
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Beitrag von Klapptnix » 14.10.2011, 21:06

Magic Stocki hat geschrieben:Also ich habe teilweise schon nach einem langen P4P Turnier Schmerzen in dem Ellbogen rechts oder bekomme Krämpfe links und rechts.
Natürlich sind da auch ganz normale Ermüdungserscheinungen dabei, die aber recht schnell wieder erholt sind.

Netto Spielzeit ist bei so nem Turnier schwer zu sagen, allein das das Turnier um 10 morgens beginnt und um eins nachts endet macht das ganze schon äußerst anstrengend. Das hat meiner Meinung nach auch nicht viel mit Sport zu tun, aber gut.
Dann spiel ich vielleicht von den ganzen Stunden 6 intensiv oder so vielleicht, ist aber echt schwer einzuschätzen.

Finds auch total super, dass du dir so viele Gedanken darüber machst! Hab mich shcon lange gefragt, warum man das nichtalles viel mehr analysiert.
Genau davon mehr bitte, auch Trainingseindrücke und Intensitäten sind natürlich bedeutungsvoll :easy
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