Junioren Unterdrückung ?


News und Infos rund um den DTFB (Deutscher Tischfussball Bund)
dieKGL
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Junioren Unterdrückung ?

Beitrag von dieKGL » 04.05.2018, 10:59

Kickern größer machen
Kickern zum Sport machen
Zusammenwachsen, entwickeln…

Ist das euer Ernst? Ein gewisser Herr Engelbert droht den DTFB Junioren mit dem Rausschmiss aus dem Kader, wenn sie zu Players 4 Players Turnieren fahren?
Ist der bessere Weg nicht eine gemeinsame Basis, eine Zusammenarbeit? Gegenseitig voneinander zu profitieren, um noch mehr Interessierte ins Boot zu holen?
Seit Jahren wird öffentlich so getan, als ob man zusammenarbeiten möchte, aber andauernd versucht der DTFB die P4P Turnierserie zu zerstören. In wessen Interesse ist das genau?
Ist das förderlich für den Sport?
Wenn Funktionäre nicht zusammenarbeiten wollen oder können, kann man sich nicht gegenseitig in Ruhe lassen und den Spielern die Wahl lassen?
Es ist eine absolute Tragödie, dass U18 „Kinder“ manipuliert, erpresst und unterdrückt werden und ihnen keine Entscheidungsfreiheit und diese Entwicklungsmöglichkeit gelassen wird.
Ich bin wieder Mals sprachlos und enttäuscht von der Vorgehensweise des DTFBes.

Anders als beim DTFB, wo einige Leute ein schönes Leben durch die Mitgliedsbeiträge und Gebühren haben, wird woanders ehrenamtlich gearbeitet. Kann man so etwas nicht respektieren?

Engelbert D.
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Das Jugendschutzgesetz gilt auch für den Tischfußball

Beitrag von Engelbert D. » 04.05.2018, 12:11

In neun Wochen werden uns Eltern mehr als 40 Kinder und Jugendliche ab 10 Jahre anvertrauen.

In der Arbeit des Deutschen Tischfußballbund und hier auch der "Deutschen Tischfußballjugend" sind ausgebildete Pädagoginnen und Eltern tätig, die umfangreiche Sport- und Freizeitprogramme erarbeiten. Diese finden in jugendgerechten Umgebungen statt.

Wir sehen es mit Befremden, wenn 13jährige Kinder - wie mehrfach geschehen - um 2:00 Uhr Nachts noch in einer Hotelhalle in Darmstadt um Geld spielen und der Jugendschutz ausgehebelt wird. Selbst in Anwesenheit der Eltern ist dies nicht mehr gestattet. Das ist keine Sache der "Entscheidungsfreiheit" oder "Entwicklungsmöglichkeit", sondern eine Vorgabe des Gesetzgebers.

Daher haben wir hier mittlerweile den Jugendschutzbeauftragten und den Deutschen Kinderschutzbund eingebunden und fordern P4P erneut auf, Kinder und Jugendliche nicht um 2:00 Uhr Nachts mit Geld für Kickerspiele in Hotels zu beschenken.

Hier unterscheiden wir uns fundamental von der Turnierserie Player4Player - und die Eltern der zeitweise in unserer Betreuung befindlichen Kinder und Jugendlichen sind überwiegend der Meinung, dass wir eine gute und dem Wohl ihrer Kinder zuträgliche Arbeit leisten. Diese Vertrauensbasis werden wir auch in Zukunft erhalten.

Liebe Grüße,

Engelbert Diegmann

Vorsitzender Deutsche Tischfußballjugend (DTFJ)

Tex-Hex
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Tex-Hex » 04.05.2018, 16:11

Das klingt ja fast so, als wäre ein players Turnier der reinste Sündenpfuhl :roll:

Auch beim dtfb gibt es genügend Veranstaltungen, wo Preisgelder ausbezahlt werden. Wenn auch meist kleinere. Da dürfen auch Jugendliche mitmachen.
Eine Hotelhalle ist auch kein zwielichtiger Hinterhof.
Bleibt die Uhrzeit. Keine Ahnung, ob es wirklich so schlimm ist, wenn ein Dreizehnjähriger mal länger aufbleibt, umgeben von Erwachsenen. Ob das wirklich selbst im Beisein der Eltern gesetzlich verboten ist, kann ich mir kaum vorstellen, bin da aber auch nicht in der Materie. Ich weiß nur, dass ich als Dreizehnjähriger schlimmeres gemacht hab :-D

Soll nicht heißen, dass ihr nicht tolle Arbeit leistet. Schön, dass ihr versucht, alles Kind- und Jugendgerecht ablaufen zu lassen. Ist bestimmt auch eine tolle Sache, hätte ich als Jugendlicher sehr gerne mit gemacht.
Aber andere an den Pranger zu stellen und die Behörden einzuschalten finde ich daneben. Es kann doch jeder Erziehungsberechtigte selbst für sich entscheiden, ob ihm solch ein Turnier für seinen Schützling geeignet erscheint oder nicht. Warum fühlt sich der dtfb dazu berufen, da Alarm zu schlagen? Weil es die gleiche Sportart ist? Oder doch weil es eine Konkurrenzveranstaltung ist?
Und mit Rausschmiss zu drohen kann ich ja mal gar nicht nachvollziehen. Wenn einem die andere Veranstaltung nicht passt, ok. Wenn man es selbst besser machen möchte, sehr gut. Aber es mit Erpressung zu erzwingen, dass ein Besuch der Konkurrenz mit Rausschmiss quittiert würde, bleibt für mich unverständlich.

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redbull_16
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von redbull_16 » 05.05.2018, 08:46

Der P4P hat gerade auf Facebook Stellung dazu bezogen:
Hallo liebe Tischfussballspielerinnen und -Spieler!

Mit einiger Verwunderung haben wir gestern das Statement des DTFB zum Thema Nationalteam gelesen (Link s. u.) – darin werden den Spielerinnen und Spielern, die auf der offenen P4P-Weltmeisterschaft im Teamevent Nationencup antreten, Sanktionen in Form einer vierjährigen Sperre für diverse Events angedroht.

Dazu möchten wir eine Stellungnahme abgeben, um einige Punkte klarzustellen:

Es wird so dargestellt, P4P habe ein »Mitspracherecht bei der Nominierung des Nationalteams« gefordert. Das ist nicht richtig. Unser Wunsch war, dass bei der P4P-WM das DTFB-Nationalteam antritt, zu diesem Zweck sind wir auf den DTFB zugegangen. Wir haben allerdings die Zusicherung erbeten, dass der DTFB-Teamchef bzw. die DTFB-Teamchefin in den Kader für die P4P-WM alle Spieler nominieren darf, die sie für die am besten geeigneten halten; sprich Er/Sie sollte die Option haben, noch den einen oder anderen P4P-Spieler in den Kader zu berufen. Das hätte auch der Vereinbarung entsprochen, die wir 2010 mit dem DTFB getroffen hatten, und in der damals abgemacht wurde: »bei den P4P-Großturnieren tritt ein gemeinsames Team an, das vom DTFB betreut wird«. Insofern ist es auch nicht richtig, das DTFB-Team sei von uns nicht eingeladen worden.

Die Antwort des DFTB auf unseren Wunsch war allerdings negativ. Daher haben wir uns dazu entschlossen, wie schon 2016 ein von P4P betreutes Team aufzustellen.

Sperren zu verhängen, nur weil Spieler an Turnieren anderer Vereine teilnehmen, entspricht absolut nicht dem Grundgedanken von P4P. Wir befürworten es, wenn die Spieler die Freiheit besitzen, so viele verschiedene Turniere wie möglich zu besuchen. Ein Austragen von Differenzen auf dem Rücken der Spieler schadet nicht nur diesen, sondern ganz allgemein Tischfussball in Deutschland, dieses Vorgehen finden wir vollkommen inakzeptabel. Wir hoffen, dass auch der DTFB seine Sichtweise in diesem Punkt noch einmal überdenkt.

Die oben angesprochene Verwunderung rührt auch daher, dass wir seit einiger Zeit eine konstruktive Gesprächsrunde mit DTFB-Vertretern führen, in der wir uns über verschiedene Themen austauschen. Die öffentliche Ankündigung von Sanktionen lief jedoch an dieser Runde vorbei und führt die Gespräche damit ein Stück weit ad absurdum.

Wir möchten euch weiterhin eine der renommiertesten und besten Tischfussball-Turnierserien der Welt bieten und lassen uns als Vorstand und Spieler nicht von Drohgebärden abschrecken. Diesen Weg können und wollen wir nicht alleine gehen. Wir sollten gemeinsam dem Versuch, die Spieler in zwei Lager zu spalten, entgegenwirken.

Mit besten Grüßen,
Euer P4P-Team

Link zm DTFB-Text:
http://www.dtfb.de/index.php/1981-vorst ... ionalteams

Heinrich Opgenoorth
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Re: Das Jugendschutzgesetz gilt auch für den Tischfußball

Beitrag von Heinrich Opgenoorth » 05.05.2018, 11:19

Mahlzeit,

wir beachten bei P4P natürlich sehr wohl die Jugendschutzgesetze, Kinder unter 14 Jahren dürfen an unseren Turnieren nur in Begleitung der Eltern oder einer anderen Aufsichtsperson teilnehmen. Von Fällen, wo U14-Teilnehmer um 2:00 Nachts noch gespielt hätten, weiß ich nichts -- wer so etwas behauptet, möge es bitte belegen. In aller Regel sind unsere Turniere sowieso deutlich vor 0:00 beendet.

Allgemein möchte ich auch der im Subtext enthaltenen Darstellung widersprechen, bei unseren Turnieren würden "Jugendliche mit Geld beschenkt" oder "um Geld spielen". So etwas kann eigentlich nur jemand schreiben, der noch nie bei einem unserer Turniere war. Ja, man kann bei unseren Turnieren ein Preisgeld gewinnen (so wie bei vielen anderen Sportveranstaltungen auch). Reich wird davon niemand; aber viele empfinden es eben doch als eine gewisse Motivation, im Vergleich dazu wenn es bei einem Turnier nur um die Ehre geht. Wir können daran nichts Verwerfliches entdecken.

Beste Grüße,
Heinrich Opgenoorth
1. Vorsitzender Players 4 Players Tischfussballvereinigung e. V.

Engelbert D.
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Engelbert D. » 05.05.2018, 13:32

Lieber Heinrich Opgenoorth,

dass Kinder und Jugendliche nicht für ein Kickerspiel mit Geld in den Hotelhallen einer nächtlichen Großstadt beschenkt werden sollen, das ist ein Anliegen, das jedem gewöhnlichen Menschen und den meisten Eltern einleuchtet.

Mir liegt die interne Kommunikation des P4P-Vorstands in der Sache in den wesentlichen Punkten vor. Anders als von Dir soeben vorgetragen, ist Dir der Umstand bekannt und Ihr seht diese Sache intern ebenfalls als "schwierig" und überlegt selbst "Minderjährige ab 12h Mitternacht [zu] sperren und der Halle zu verweisen". Eines Eurer Vorstandsmitglieder schreibt mir auf meine Nachfrage, dass in den vergangenen Jahren etwa 100 Kinder unter 13 Jahren an Euren Turnieren teilgenommen haben.

Es liegen zudem Tage, Uhrzeiten, als Orte auch die relevanten Hotels u.a. der Maritim-Kette (die als Euch beherbergender Gastronomiebetrieb somit ebenfalls mehrfach gegen die Jugendschutzbestimmungen verstoßen haben) sowie Zeugenaussagen vor. Bislang halten wir uns sehr zurück und erwarten, dass Ihr dieses Problem zeitnah selber bewältigt, bevor wir tätig werden.

Abschließend darf ich beitragen, dass der Umgang mit Kindern und Jugendlichen äußerst komplex und klar vorgeschrieben ist. Es reicht nicht aus, eine "sonstige Aufsichtsperson" dabei zu haben. Die Eltern der Kinder müssen schriftlich ihre Erziehungsberechtigung an einen anwesenden Erwachsenen übertragen. Wenn diese Person, auf die diese Erziehungsberechtigung übertragen wurde, gerade einmal nicht auf das Kind aufpassen kann, muss das Kind an einen weiteren Mitarbeiter übergeben werden - und zwar so, dass eine rechtssichere Übertragung der Erziehungspflicht stattfindet. Damit sind wir nicht einmal in die Materie eingestiegen, sondern ganz an der Oberfläche des Umganges mit Kindern und Jugendlichen. Wenn das Kind eine Allergie hat oder an Diabetes leidet, dann muss dies bekannt und die Medikamenation abgestimmt sein. Wenn ein Kind mit Diabetes im Eifer des Gefechtes unterzuckert und Dir am Tisch umfällt... Olala.

Es ist leider sehr einfach, uns als Spielverderber hinzustellen. Aber, lieber Heinrich, es gibt kaum eine Sache, die Komplexer ist - und mit höheren Strafen belegt ist - als der (unsachgemäße) Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Beim letzten Kickercamp hatten wir einen Papierstapel von 5cm Höhe - alles rechtssichere Vereinbarungen zur Übertragung der Erziehungsberechtigung. Wir wussten über die Erkrankungen jedes einzelnen Kindes genauso bescheid, wie über die Kontaktdaten der Eltern falls wir sie im Notfall kontaktieren müssten.

Beste Grüße,

Engelbert Diegmann

Vorsitzender Deutsche Tischfußballjugend (DTFJ)
Zuletzt geändert von Engelbert D. am 05.05.2018, 14:55, insgesamt 1-mal geändert.

frischeBrise
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von frischeBrise » 05.05.2018, 14:13

Da werden aber nun mehrere Dinge vermischt:

1. Geld
Sowohl bei P4P als auch beim DTFB (z. B. durch den Ranglisten-Bonus von Leonhart - http://dtfb.de/index.php/ranglisten/bonus-von-leonhart) werden Minderjährige aufgrund guter Leistungen "beschenkt" - was genau ist daran denn nun verwerflich, bzw. wo gibt es da einen Unterschied?

2. Uhrzeiten / JuSchG
Da kann ich die grundsätzlichen Bedenken noch eher nachvollziehen. Allerdings sind auch da pauschale Anschuldigungen wenig hilfreich: Nur weil 100 Minderjährige an Turnieren teilgenommen haben, heißt dass noch längst nicht, dass diese auch nach 22 Uhr bzw. nach 0 Uhr noch zu spielen aufgerufen wurden. Und ob es wirklich gegen das JuSchG verstößt, wenn Minderjährige mit den Eltern übers Wochenende auf ein Kickerturnier fahren, dabei in einem Hotel übernachten und sich dann in eben diesem Hotel bzw. in deren Veranstaltungsraum auch noch gegen später aufhalten ist jetzt auch nicht so klar... Dennoch natürlich wichtig, dass sich auch P4P damit beschäftigt, doch sind da Drohungen von wegen Kinderschutzbund etc. wirklich nötig, oder kann das nicht auch anderweitig geklärt werden?

3. Übertragung der Erziehungsberechtigung
Nochmal ein neues Thema, grundsätzlich kann ein P4P-Turnier natürlich nicht mit einer Freizeit verglichen werden, da P4P so etwas ja erst gar nicht anbietet. Und wenn die Eltern die Erziehungspflicht auf einen anderen Turnierteilnehmer übertragen, dann ist eben diese/r in der Verantwortung und nicht P4P (auch wenn Sie natürlich das Vorliegen der Übertragung kontrollieren müssten)...

Engelbert D.
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Engelbert D. » 05.05.2018, 14:29

frischeBrise hat geschrieben:
05.05.2018, 14:13
Dennoch natürlich wichtig, dass sich auch P4P damit beschäftigt, doch sind da Drohungen von wegen Kinderschutzbund etc. wirklich nötig, oder kann das nicht auch anderweitig geklärt werden?



Der Ball liegt im Feld von P4P, nachdem ich im Januar freundlich das Gespräch gesucht habe; der P4P-Vorstand Thomas Kroll wird das bestätigen.

Leider wurde das Gespräch Seitens P4P nicht gesucht. Wir warten nun und schauen, ob sich etwas entwickelt. Wenn sich nichts entwickelt, dann ist es ein Zeichen von Zivilcourage wenn man tätig wird und die zuständigen Behörden einschaltet. Es kann schon sein, dass bei den nächsten Turnieren ab und an die Polizei vorbeischaut und guckt, ob Kinder nach Mitternacht noch an den Stangen drehen. Und für mich ist da auch absolut nichts verwerflich dran. Wir spielen Tischfußball, aber wir spielen nicht mit der Gesundheit der Kinder. Und wenn Kinder - wie in Darmstadt - noch um zwei Uhr Nachts in der Halle zugegen sind, dann kommen die am Montag mit Ringen um die Augen in die Schule.

Der korrekte Umgang mit Kindern und Jugendlichen ist kein kann sondern ein absolutes muss.

Pierre
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Pierre » 05.05.2018, 15:36

Engelbert D. hat geschrieben:
05.05.2018, 14:29
Wir warten nun und schauen, ob sich etwas entwickelt. Wenn sich nichts entwickelt, dann ist es ein Zeichen von Zivilcourage wenn man tätig wird und die zuständigen Behörden einschaltet. Es kann schon sein, dass bei den nächsten Turnieren ab und an die Polizei vorbeischaut und guckt, ob Kinder nach Mitternacht noch an den Stangen drehen. Und für mich ist da auch absolut nichts verwerflich dran. Wir spielen Tischfußball, aber wir spielen nicht mit der Gesundheit der Kinder. Und wenn Kinder - wie in Darmstadt - noch um zwei Uhr Nachts in der Halle zugegen sind, dann kommen die am Montag mit Ringen um die Augen in die Schule.
Wie wirkt sich die Zivilcourage denn sonst so bei euch/dir aus? Überwachst du auch andere Vereine oder stellst dich bei einem Fußballspiel unter der Woche auch vors Stadion um zu kontrollieren, wer sein Kind dabei hatte, das dann den nächsten Morgen in der Schule müde ist, um das Jugendamt zu informieren?

Egal was du da von "nächtlichen Großstädten" schreibst, die Hallen in Maritim Hotels sind schlicht und ergreifend nicht die Bronx, wodurch den Kindern nicht geschadet wird, und wenn die Eltern es ihren Kindern erlauben, sollte das deren Sache sein und nicht die von irgendwelchen, sorry, Korinthenkackern die sich in die Erziehung der Eltern einmischen wollen. Oder denen es vielleicht doch hauptsächlich darum geht dem Konkurrenten ans Bein zu pinkeln.

Engelbert D.
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Engelbert D. » 05.05.2018, 17:29

Pierre hat geschrieben:
05.05.2018, 15:36
Oder denen es vielleicht doch hauptsächlich darum geht dem Konkurrenten ans Bein zu pinkeln.


Mein Vorschlag an den P4P im Januar war es, P4P-Vorstand Thomas Kroll wird das bestätigen, dass der Verein P4P die Kinder von den Startgeldern ausnimmt und auch nicht mehr an den Gewinnausschüttungen beteiligt. Im Gegenzug soll dann der gesamte Junioren-Nationalkader mit Betreuern die P4P-Turniere zum Training nutzen. Die Kinder spielen, der Jugendschutz ist umgesetzt und Betreuung findet statt.

Leider gab es von P4P zu diesem Vorschlag der Zusammenarbeit bis heute keine Antwort.


Wenn es um die eigenen Kinder geht, dann sind den Eltern die Korinthenkacker, die den Jugendschutz verstehen und ernst nehmen, meist lieber als Leute, die keine Probleme damit haben wenn das Kind nachts um zwei Uhr mit fremden Menschen in einer fremden Umgebung in der Hoffnung spielt einen Geldgewinn ausgeschüttet zu bekommen.

Diese Sicherheit finden die Eltern bei der DTFJ.

Jawohl, wir sind Korinthenkacker. :easy

Thomas K.
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Thomas K. » 06.05.2018, 00:12

Da ich offiziell sowohl die Rollen des 2. Vorsitzenden bei der DTFJ als auch die eines Vorstandsmitglieds bei P4P ausführe, kann es glaube ich nicht schaden, wenn meine Meinung zu dem Thema dazukommt.

Ja, es ist definitiv ein Anliegen von Seiten der DTFJ an Players4Players angebracht worden, unter anderem mit der Bitte, die Jugendschutzgesetze einzuhalten. Dieses wurde intern diskutiert und da ich gerne eine Eskalation vermeiden wollte, habe ich versucht, auf der einen Seite die Diskussion anzustoßen und auf das Thema hinzuweisen (um vielleicht sogar eine Lösung zu finden), während ich gleichzeitig auf der anderen Seite den Eindruck vermittelt habe, dass die Probleme ernstgenommen werden (damit die Drohungen nicht sofort in die Tat umgesetzt werden). Beides ist mir nur zu Teilen gelungen bzw. könnte man sagen, es war jeweils nur ein Aufschub - eigentlich ist es mir ziemlich misslungen, ehrlich gesagt. :???:

Ich sehe das Problem so, dass P4P als gemeinnütziger Verein nicht umhin kommt, die Jugendschutzgesetze einzuhalten und auch auf den korrekten Umgang mit Jugendlichen zu achten - man kann sehr wohl von Glück reden, dass bisher nichts passiert ist, denn wenn es so geschehen wäre, sieht es rechtlich wohl nicht so rosig aus und dann würden alle aus heiterem Himmel fallen: "Was, wir sind dafür verantwortlich? Aber ich dachte, der ist mit seinem Bruder hier." - So läuft das nun mal in Deutschland und man mag vom Jugendschutz halten, was man will, es hat schon seine Richtigkeit. Natürlich muss man kein Korinthenkacker sein, wenn man darauf hinweist, dass sich eine Seite quasi gar nicht für den Schutz des schutzbedürftigsten Teils seiner Mitglieder interessiert. Allein das wäre ja schon mal ein Anfang, jedoch ist das Interesse auch trotz des bereits dargebrachten Anliegens bisher nicht wirklich vorhanden. Das liegt meiner Meinung nach auch daran, dass die Verantwortlichen allein bei der Wortgruppe "Anliegen von DTFB/DTFJ" sofort in komplette Anti-Haltung überspringen, die aber natürlich, durch gegebene intellektuelle Fähigkeiten, schnell rationalisiert werden kann.
Auf der anderen Seite mag ich es auch nicht, wenn ohne Rücksicht auf Kollateralschäden wegen einiger weniger Personen (und seien sie noch so schutzbedürftig, kein Mensch ist mehr wert als andere) eine recht große Masse an Menschen darunter leiden muss. Das wäre durch ein öffentliches Verunglimpfen des meiner Meinung nach zurecht gemeinnützigen Vereins P4P durchaus geschehen. Ebenso wenig mag ich den subtilen Weg, nämlich oben beschriebenes Vorgehen, dass mit Drohungen gearbeitet wird, um bei den Jugendlichen ein Einsehen zu erwirken: das hat höchstwahrscheinlich eher den Vertrauensverlust zur Folge und nichts ist wichtiger als Vertrauen. Die DTFJ muss froh sein, dass sie dieses von den Eltern und Kindern geschenkt bekommt und sollte es nicht leichtfertig, d.h. ohne argumentative Unterlegung und mit Drohung, aufs Spiel setzen. Wie sagt man so schön: Kinder behandelt man mit Nachsicht und Druck. Die Gewichtung dieser beiden Teile gefällt mir hier persönlich ganz und gar nicht.

In diesem Sinne: hallo Herr Diegmann! Wir haben uns ja länger nicht gesprochen. :roll: Ich hoffe, dass beiden Seiten klar war und ist, dass ich jeweils nur im besten Interesse beider Vereine handeln wollte (nach eigenem Ermessen, natürlich). Da es ja jetzt so generell ein bisschen eskaliert in der Szene, hoffe ich, dass alle erstmal durchatmen und versuchen, vernünftige Lösungen zu finden, die gut für den jeweiligen Verein sind.

Zusammengefasst: es ist wirklich nicht einfach. Ich bin der Meinung, dass mit den aktuellen Verantwortlichen (stur ist gar kein Ausdruck) kein konstruktiver Weg mehr bestritten werden kann und alle ausgetauscht werden müssen. :-D Spaß, natürlich :mrgreen:

Im Endeffekt glaube ich schon, dass sich noch alles zum Guten wenden kann, aber dafür sollten vielleicht doch andere, emotional weniger belastete Personen, die Entscheidungen übernehmen; bisher leiden ja tatsächlich am ehesten die Mitglieder darunter. Dazu gibt es, finde ich, auch eine tolle Analogie: normalerweise sollten sich zwei Elternteile ja nicht streiten vor ihren Kindern, aber es kann der Fall vorkommen, dass ein Elternteil dauerhaft unkooperativ zum Schaden des Kindes handelt und dann ist es evtl. notwendig zu handeln, auch, wenn es die Kinder kurzfristig belastet. Das ist nun geschehen durch die Maßnahme des DTFB (um die es hier ja eigentlich nicht gehen sollte, aber ich bringe es trotzdem mal an). Ich möchte hier auch nicht davon sprechen, dass eine Seite Schuld an etwas trägt - Verantwortung ist, finde ich, das richtige Wort dafür. Und verantwortlich für die aktuelle Situation sind definitiv alle Seiten, bzw. alle Verantwortlichen; das führt dann am Ende zu der Frage, welcher Verein für diese oder jene Themenbereiche (Jugend, Preisgeldturniere, Nationalmannschaft, etc. pp.) Verantwortung übernehmen sollte, eben damit solche Konflikte nicht wieder aufkommen.

Allerbeste Grüße,
Thomas Kroll

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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Thomas K. » 06.05.2018, 00:21

PS: Was den Vorschlag mit den Startgeldern/Gewinnausschüttungen angeht, gab es damals auch innerhalb der DTFJ Differenzen. Ich bin immer schon ein Freund des Adaptierens gewesen, was sich hier eben auch anbietet, indem man sich andere Sportarten anschaut. Nun habe ich mich nicht gründlich mit dem Thema auseinander gesetzt, fand es aber auch nicht mehr nötig nach diesem Beispiel.

Heinrich Opgenoorth
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Heinrich Opgenoorth » 06.05.2018, 01:53

Hallo Herr Diegmann,

es ist ja schön, dass Sie sich mit der komplexen Materie Jugendschutz auskennen, aber dem hat ja auch niemand widersprochen.

Wohl aber habe ich dem Vorwurf widersprochen, bei unseren Turnieren würden Kinder unter 14 um 2 Uhr Nachts noch am Turnier teilnehmen. Wenn Sie dazu auch nur ein einziges Beispiel nennen können, würde es mich sehr wundern. Ich kann in der Datenbank der Turniersoftware für die letzten ca. 15 Jahre alle Spiele und deren Endzeiten sehen. Die Anzahl der Spiele nach 00:00 ist wie gesagt überschaubar, und auf Anhieb sehe ich da bei den letzten Turnieren keine Namen von Kindern. (Eine genaue Prüfung aller älteren Turniere wäre relativ aufwendig, aber durchaus möglich. Ich bin zuversichtlich, damit bei Bedarf jederzeit glaubhaft nachweisen zu können, dass die obige Behauptung Unsinn ist.)

Generell richten sich unsere Turniere in erster Linie an Volljährige, das ist etwas vollkomen anderes als ein Kickercamp gezielt mit Jugendlichen. Jedenfalls, die Anzahl der U14-Teilnehmer bei unseren Turnieren ist sehr überschaubar. 100 in den letzten Jahren? Wer hat Ihnen denn das erzählt? Also ich würde eher sagen, maximal 10 in den ganzen bald zwanzig Jahren, die wir diese Turniere machen.

Schöne Grüße,
Heinrich Opgenoorth

Bernhardd
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Bernhardd » 06.05.2018, 16:45

Lieber herr diegmann,

Ich bin vom grundberuf sozialarbeiter und seit vielen jahren in diesem feld tätig. Schon alleine deswegen habe ich einen besonderen blick auf soziale anliegen, wie eben z.b. den jugendschutz.

Seit mehr als 2 jahren fahre ich auf praktisch alle p4p turniere in den maritim hotels. Seit über 1 jahr bin ich auch in der p4p turnierleitung aktiv und von daher auch bis am schluss in der halle.

Ich stimme ihnem zu dass der jugendschutz ein ernst zu nehmendes thema ist und es auch gut ist immer wieder zu überprüfen ob er denn auch wirklich eingehalten wird.

Die von ihnen genannten zahlen an minderjährigen zu der von ihnen genannten uhrzeit kann ich aus meiner wahrnehmung jedoch in keinster weise bestätigen oder nachvollziehen. Wenn dann sehe ich kinder in dem von ihnen genannten alter in begleitung von erwachsenen und auch nicht nachts um 02:00 und auch in weit geringerer anzahl als von ihnen genannt.



Mit freundlichen grüssen

Bernhard ettenauer

Engelbert D.
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Re: Junioren Unterdrückung

Beitrag von Engelbert D. » 06.05.2018, 17:45

Lieber Herr Ettenauer,

ich grüße Sie. Sie werden sicher verstehen, dass ich die Namen der Kinder, die beispielsweise im Jänner nach ein Uhr in der Halle herumgelaufen sind - darunter zwei 13jährige, ein fünfzehnjähriger, zwei sechzehnjährige und drei siebzehnjährige - nicht nenne.

Dass Ihnen die Sache am Ende selber komisch vorkam führte dazu, dass die Turnierleitung schließlich einen Dreizehnjährigen zu sich geholt und befragt hat, was er da tut und ob alles mit rechten Dingen zugeht (und ihn dann aus dem Turnier genommen hat). Das nächste Spiel, das glaube ich um 1:11 Uhr angesetzt war, hat er dann abschenken müssen. Da ist er bis heute traurig drüber. :-) Aber der P4P hat in dieser Situation Fingerspitzengefühl gezeigt und reagiert; dafür bin ich Euch dankbar. Es überhaupt nicht so, dass P4P die Sache nicht ganz ähnlich sieht. Es ist nur wahnsinnig schwer, Jugendliche in einem Turnier zu betreuen, das eigentlich nicht für Junioren gedacht ist. Das bekommen wir möglicherweise in Zukunft viel besser hin.

Können Sie für uns mal kurz nachschauen, wann das Finale "Neulinge Doppel" im Januar beendet war?

Beste Grüße und ein schönes Wochenende,

Engelbert Diegmann
Zuletzt geändert von Engelbert D. am 06.05.2018, 18:27, insgesamt 1-mal geändert.

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