Challenger nur noch für Ligaspieler?

Allgemeines und News zum Thema Tischfussball
Thomas K.
Beiträge: 48
Registriert: 26.07.2017, 14:07
Kickertisch: Ullrich, Leo
Status: Bundesligaspieler
Wohnort: Leipzig

Re: Challenger nur noch für Ligaspieler?

Beitrag von Thomas K. » 18.01.2019, 15:03

Klar ist Curling aus traditionellen Gründen olympisch, aber was hat der Sport denn erreicht? Zumindest in Deutschland doch so ziemlich nichts. Wenigstens hat der Sport den Vorteil im TV gut verfolgbar zu sein, wo wir auch zum Dart kommen.
Über so ziemlich alles, was Curling erreicht hat, wäre der Tischfußball wohl ziemlich glücklich - es ist eine anerkannte Sportart, sie wird durch die Gesellschaft gefördert, es gibt Curling-Fans ohne Curling-Erfahrung, Austragung im Fernsehen, usw...; nichts davon bekommt man "einfach so" und all das ist ziemlich cool, wie ich finde.
Beim Dart hast du ganz schnell und einfach ein offensichtliches Ergebnis, das jeder sofort einordnen kann und außerdem lebt Dart von der Stimmung drum herum, beides haben wir beim Kickern nicht.
Was Dart erreicht hat, wird es so in der Form beim Tischfußball nicht geben, keine Frage. Da unser Sport sich aber grundlegend davon unterscheidet, ist das auch nicht verwunderlich.
Kickern geht so viel schneller, viele können gar nicht genau einordnen wieviel zu einem bestimmten Schuss gehört, durch Abpraller, schräge Schüsse etc. spielt der Glücksfaktor eine größere Rolle usw., wodurch der Sport an sich nicht so Telegen wie eben zb. Dart ist.
Der Zufallsfaktor ist auch bei anderen Sportarten sehr präsent, nicht zuletzt beim Fußball. Aber das wäre hier auch gar nicht mein Punkt - erst einmal geht es (glaube ich) darum, überhaupt anerkannt zu werden, gesellschaftliche Akzeptanz zu erlangen und wenn das alles erreicht wurde, kann man (ausgestattet mit einem Plan und guten, funktionierenden Strukturen im Hintergrund) auch das Ziel "Tischfußball im Fernsehen" weiter verfolgen. Wie sagt man so schön: eins nach dem anderen; ich wüsste gar nicht, was nach dem Erscheinen im TV noch alles kommen soll (außer vielleicht olympisch zu werden, aber das ist ja nun wirklich in weiter Ferne), aber davor kann/muss/sollte eine Menge anderer Ziele verfolgt werden, meine ich.
Sollte man irgendwann mal dahinkommen wollen, dass der Sport wirklich in der Breite beliebt ist, sollte man auch den Spielern abgewöhnen sich wie die größten Pussys zu benehmen.
Na, du bist ja ein richtiger Mann.
Das geht schon damit los, dass es direkt Diskussionen gibt, wenn ein anderer Spieler im Spiel die kleinsten Emotionen zeigt, zb. "Mist" vor sich hin murmelt und der Gegner sofort ein Foul wegen Ablenkung anzeigt. Oder wenn zuschauer drei Meter vom Tisch weg stehen, sich leise unterhalten und dann von den Spielern angepflaumt werden, weil sie ihren Sport so angeblich nicht ausüben können.
So lange das so ist, ist eine Entwicklung zu einem Phänomen wie zb. Dart aus meiner Sicht absolut ausgeschlossen.

In der Hinsicht sehe ich es so, dass der Weg hin zur Professionalität richtig ist, es aber auch gut tun würde, wenn sich jeder einzelne manchmal nicht selbst so wichtig nehmen würde.
Mir ist nicht ganz klar, was das Eine mit dem Anderen zu tun hat, aber auch dazu ein paar Worte: ab einem gewissen Niveau wird wahrscheinlich nur noch mit Schiedsrichter gespielt werden, d.h. es geht nur noch um die Frage, ob das wirklich in die Regeln gehört, was du da beschreibst. Meiner Meinung nach eben schon, denn Tischfußball ist ein Sport, der einen sehr hohen Fokus erfordert. Es fehlt zwar an Sportarten, mit denen man das gut vergleichen kann, aber auch im Tischtennis oder Tennis kann man nicht einfach den Gegner ablenken, wenn der dabei ist, den Ball zu spielen; auch die Zuschauer müssen dann still halten und es gibt regelmäßig Diskussionen, gerade im Tennis, wenn Fans übermütig werden und damit den Spielverlauf beeinflussen. Nichtsdestotrotz sind Emotionen natürlich Teil des Spiels und definitiv nicht verboten, sogar erwünscht, würde ich sagen - aber wenn dadurch jemand unvermittelt in seiner Konzentration gestört wird, den Ball verliert und man sich sicher sein kann, dass es ohne diese Emotion nicht passiert wäre - warum dann nicht einfach den Ball zurückgeben (ist ja kein Nachteil, man hatte eh keinen Ballbesitz)? Tut man es nicht, hat man einen Vorteil errungen und diese "emotionalen Ausbrüche" sind dann automatisch Teil des Spiels, können also auch bewusst eingesetzt werden. Alles in allem sehe ich aber ein, dass es ein schwieriges Thema ist...

Antworten


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste