Regelverbesserungen


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Kubala
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von Kubala » 16.12.2017, 21:49

Tatsächlich noch mal eine Jet-Diskussion. Ich hänge zwar auch alten Zeiten nach, in denen pinnende Meister sich mit Waffen bekämpft haben, deren Gebrauch man über Jahre hinweg vervollkommnen musste. Vorbei. Hier gehts um die ITSF-Regelkommission - glaubt wirklich jemand, man könnte dort vorschlagen, dass der Rest der Welt und z.B. die Amis in Zukunft auf den Jet verzichten? Sinnvoller wäre es, Classic-Wettbewerbe populärer zu machen.

Zu konkreten Vorschlägen: Ich würde anregen, den Pass Figur - Bande - gleiche Figur von der 2 zu verbieten. Im Einzel gibt es schon den Trend beim passen von 2 auf 5, das zigfache anticken an die Bande vor dem Durchspiel könnte das in Zukunft noch verstärken. Und damit im Einzel für einen ziemlich zähen Spielfluss sorgen.

Klaus G.
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von Klaus G. » 17.12.2017, 18:22

MonkeyShot hat geschrieben:
12.12.2017, 22:59
Ich frage mich auch manchmal, für wen das Spiel eigentlich attraktiver gemacht werden soll? Sollte man die Regeln nicht vor allem im Sinne der Spieler weiterentwickeln?
Treffende Frage. Geht es um eine Form "technischer Fortentwicklung" oder um "mehr Attraktivität für Zuschauer"? Man sollte bitte nicht aus letzterem Grund die Regeln ändern. Kickern macht uns so Spaß, wie wir es jetzt spielen und wird kein Massensport, wenn da Hektik reingebracht wird.
Bei allen diesen Überlegungen stehen selbstverständlich die Spieler und das Spiel im Mittelpunkt. Aber sie sind natürlich gleichzeitig auch Zuschauer. Das ist aber zweitrangig.
Die große Frage aus Funktionärssicht ist, wer "die Spieler" sind, in deren Sinne man etwas weiterentwickeln sollte.
Einerseits gilt es hierbei zu beachten, dass Jahr für Jahr Zehntausende von Kickertischen alleine in Deutschland verkauft werden, überall in Firmen, Jugendzentren, Kinderzimmern, Hobbykellern, ... Kickertische stehen und wir nur sehr wenige von diesen Kickerspielern für unsere Vereine gewinnen können, obwohl viele Lust auf Kickern haben und viele Menschen auch Kontakt zu unseren Vereinen haben.

Wenn ich mich mit solchen Menschen unterhalte, gibt es häufig die Aussage, dass ihnen das Spielen nach unseren aktuellen ITSF-Regeln wenig Spaß macht. Und das gilt auch für Kinder. Das ist sehr schade, da das Potenzial prinzipiell da zu sein scheint.

Im nächsten Kickercamp, das in ca. 2 Wochen startet, werden wir ca. 35 Kinder eine Woche lang dabei haben. Dabei möchten wir unserem Nachwuchs die Aufgabe geben, uns völlig losgelöst von bestehenden Regeln mitzuteilen, wie die Regeln ihrer Meinung nach sein sollten, um einerseits maximalen Spaß aber andererseits auch intensiven Wettkampf zu ermöglichen. Natürlich werden sie nicht neutral an die Sache gehen können, da sie schon Bilder im Kopf haben. Neugierig bin ich dennoch, was von dort als Rückmeldung kommt.

Und weiterhin ist noch aus ITSF-Sicht zu beachten, dass das große Ziel im Hinblick auf die GAISF-Mitgliedschaft ist, möglichst alle Tischfußballer in allen Regionen weltweit zu integrieren. Seriöse Annahmen gehen davon aus, dass die Mehrzahl der organisierten Kickerspieler weltweit NICHT nach ITSF-Regelwerk spielt. Die Mehrzahl spielt vermutlich den italienischen Stil ohne Ballstoppen, dann gibt es die sehr großen Szenen mit vereinfachen Regelwerken wie z.B. in Benelux oder dem Saarland. Und zu guter Letzt gibt es noch solche Szenen wie in Spanien und Spanisch sprechenden Ländern, die auf den Tischen mit den zweigeteilten Füßen spielen. Und alleine der spanische Verband hat aktuell ca. 8.000 Aktive, die das regelmäßig spielen. Die ursprüngliche Idee, mit einem einheitlich definierten Regelwerk alle diese Szenen zu einen, ging nicht so richtig auf.

Das alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen, alle irgendwie glücklich zu machen, alles möglichst einfach zu gestalten und gleichzeitig noch ausreichend Wettbewerbe für alle diese Stile und Szenen zu haben, ist die aktuelle Herausforderung, der sich die Regelkommission des ITSF stellt.

Diese Aufgabe ist der ursächliche Grund für das Überdenken der Regeln und wird sicherlich für intensive Diskussionen beim kommenden ITSF-Kongress Mitte Januar in Spanien sorgen.

Ich traue mir aktuell nicht zu, eine Prognose abzugeben, wo die Reise hinführt, bin mir aber sicher, dass es keine unüberlegten Schnellschüsse geben wird.

Klaus G.
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von Klaus G. » 17.12.2017, 18:33

Dako hat geschrieben:
14.12.2017, 11:41
Selbermacher hat geschrieben:
14.12.2017, 01:08
Da würde ich eher den Jet verbieten, damit es wieder etwas dynamischer wird und eleganter aussieht. ;-)
Ich bin auch ganz klar für einen Verbot des "Affenschusses", schon seit Längerem.

Eine Verkürzung auf 10 Sek würde ich auch gut finden. Wenn ich in einem Ligaspiel hinten spiele, bewege ich mich gerne schnell hin und her wenn der Gegner den Ball auf der 3 hat. Ich racker mich dabei richtig ab. Habe schon oft jmd im Hintergrund rufen hören "Lass ihn ruhig arbeiten". Der Gegner nutzt die 15 Sek meistens voll aus bevor er dann mit seiner Schulter zuckt und den Jet schießt. Ich finds schon fast eine Frechheit, dass die Gegner sich dann bei jedem Schuss 15 Sek Zeit lassen (sind wohlgemerkt nur die Jet-Spieler). Eine Verkürzung auf 10 Sek würde mir auf jeden Fall gefallen!
Ich glaube, dass wir nicht in der Situation oder Position sind, Spieler auszugrenzen. Der Jet hat wie viele andere Techniken seine Fans und die Anzahl derer steigt kontinuierlich. Lassen wir ihnen ihren Spaß!

Um diejenigen, die keinen Jet spielen, zufrieden zu stellen, wurde die Classic-Disziplin installiert.
Die Tendenz geht eher dahin, möglichst viele Menschen mit auf die Reise zu nehmen.
Aber natürlich bringt das die Aufgabe mit sich, ausreichend Wettbewerbe für alle diese Stile anzubieten.

Klaus G.
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von Klaus G. » 17.12.2017, 18:47

Libero hat geschrieben:
14.12.2017, 19:41
Moinmoin,

ich bin ein fröhlicher Hobby-Spieler und habe keine Turnier-Erfahrung.
Als ich anfing mich für Tische und damit auch für den Sport zu interessieren dachte ich, dass es doch für Sportler interessant sein müsste, mehr Flexibilität zu haben - so wie im echten Fußball. Verschiedene Systeme zu spielen - entweder indem man die Spieler auf den Stangen hin- & herschieben kann bzw. die Stangen nach Wunsch bestücken kann - oder indem man die Figuren austauscht, zB eine Soccer gegen eine Tornado-Figur, oder auch ganze Stangen tauscht. Ein bißchen so wie Wechselgriffe, aber auch bezogen auf Figuren und Stangen.

Ich gebe zu, dass mich daran auch die technische Seite interessiert - da ich aber kein Spieler bin würde es mich interessieren, was gegen solche Ideen spräche ... ich bin sicher es gibt viele Gründe ;)

Flexible Grüße
Matthias
Hallo Matthias,

vor nicht allzu langer Zeit hat ein Tischhersteller bei einem ITSF-Meeting einen Tisch mit einem Stangenwechselsystem vorgestellt.
Ich fand das genial und muss zugeben, dass ich Fan von dieser Idee bin.

Im (Spitzen-)Sportbereich würden genormte Tische mit solch einem Stangenwechselsystem aufgestellt und der Ball würde vorab bestimmt. Und so wie die Billardspieler mit ihren Köfferchen oder Taschen zu einem Turnier kommen, hätten unsere Aktive ihre vier Stangen dabei. Beim Dartsport kommen ja auch alle mit ihrem eigenen Material.

Ich glaube, dass dies unserem Sport extrem gut tun würde, da solch eine Flexibilität sicherlich mit viel Innovationskraft verbunden wäre. Jeder wäre bemüht, das bestmögliche Material für sich zu finden und zu nutzen.
Das System war übrigens genial und innerhalb von wenigen Sekunden waren alle Stangen eingesetzt bzw. gewechselt.

Voraussetzung dafür wäre, dass konkrete Vorgaben bzgl. der Höhe, Breite, ... vorhanden sein müssten. Dieses Fass möchte sicherlich in absehbarer Zeit niemand aufmachen. Aber wer weiß, was die ferne Zukunft bringt.

Viele Grüße,
Klaus

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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von Libero » 17.12.2017, 18:57

... Hallo Klaus, danke für den Kommentar!
Weißt du noch, welches Stangenwechsel-System das war?
Matthias

Klaus G.
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von Klaus G. » 17.12.2017, 19:04

Ja, aber wir hatten zugesagt, keine Details dazu nach außen zu tragen.
Der Hersteller möchte das gerne (noch) nicht veröffentlichen.

Klaus G.
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von Klaus G. » 17.12.2017, 20:07

LieberEinzel! hat geschrieben:
16.12.2017, 12:33
@Klaus
Welche Zielvorgaben sollen denn durch die Regeländerungen erreicht werden?

@allgemein
Hier im Thread werden gerade verschiedene Ziele durcheinander geworfen.

Ziel 1: Vereinheitlichung der Regeln in allen Ländern
-> Die Regeln müssen vereinfacht werden, sodass alle Regeln auf allen Tischen gleich funktionieren.

Ziel 2: Tischfußball soll olympisch werden
-> Vereinheitlichung der Regeln in allen Ländern + einheitliche Tischnormen + Vereinheitlichung der Regeln auf allen nationalen Ebenen (Landesverbände)

Ziel 3: Verbesserung der Medientauglichkeit (Gelder für den Tischfußball generieren)
-> Dann sollten Ideen wie ein Punktesystem überlegt werden und ganz neue Spielmodi.
Wir brauchen den Heber. Tolle Schüsse und schwierige Moves müssen dann im Spiel Vorteile bringen. Z. B. Jeder Slingshot gibt 2 Punkte und jeder Jet nur 1 Punkt.

Momentan versucht Tischfußballdeutschland "scheinbar ziellos" ALLES zu verbessern.
Die DTFJ macht Jugendarbeit, in dem sie in Mali Kicker an die Bundeswehr verschenkt.
Der DTFB sehnt sich nach einer Elite-BuLi, allerdings ohne auf nationaler Ebene, Vorgaben an die Landesverbände zu stellen.
Es werden haufenweise Schiedsrichter ausgebildet, obwohl das Regelwerk (siehe phelan-Post) aus sportwissenschaftlicher Sicht ungenügend ist.
Wir wollen deutsche Elitespieler, obwohl es keine Trainerausbildung gibt.
Wir wollen also Topspieler UND autodidaktisches Kickerlernen.
Wir wollen einheitliche Tischnormen UND den Bonzini.
Wir wollen den Heber UND hohe Tore.
Wir wollen professionellen Sport UND ehrenamtlich Arbeit.
Wir wollen keinen vergraulen UND Olympia.
Wir wollen alles auf einmal.
Das geht aber nicht.

Erst muss das Material stimmen. Keine unrunden, eiernden Bälle und keine brechenden Puppen mehr. Und NUR qualitativ hochwertige Tische auf allen Ebenen.
Dann eine zielgerichtete Regelanpassung UND die Durchsetzung.
Es ist nicht so schwer. Es fehlt an der konsequenten Umsetzung.

In diesem Sinne:
"Der regionalen Turnierleitung steht es frei, den Modus an die eigenen Ergebnisse anzupassen, Drogen zu konsumieren und nackt zu spielen."
Ups. Da muss ich ja vorab Fingerübungen machen, um das alles zu beantworten.

Auf die Zielvorgaben bin ich schon mal in einem vorherigen Post eingegangen.

Zu Ziel 1:
Den Glauben, dass es es ein Regelwerk geben kann, das überall funktioniert, hat von den Verantwortlichen aktuell niemand (mehr).
Die Tendenz geht eher in Richtung eines Basis-Regelwerks mit Abweichungen für Classic, Speedball oder Ähnlichem und den spanischen Stil.

Zu Ziel 2:
Als olympische Idee interpretiere ich eher, die ganze Welt mitzunehmen und nicht, alles zu vereinheitlichen. Und mit dem Material ist es schon ohne einheitliche Normen schwierig genug. Ich sehe daher diese Baustelle vorerst nicht.

Zu Ziel 3:
Unser Sport ist per se ausreichend medientauglich. Das haben die Übertragungen bei Eurosport2 bewiesen. Natürlich geht besser immer. Unser aktuelles Hauptproblem im Hinblick auf Medientauglichkeit ist primär der Faktor Zeit. Dort, wo wir über Sendeplätze verhandeln, steht uns i.d.R. eine Stunde zur Verfügung. Von der Spielzeit ab gehen dann noch Zeiten für einen Infoblock, Interviews und natürlich Werbespots. Und das Ganze soll im Idealfall ein Teamformat sein. Das ist eng.

Noch ein paar Anmerkungen zu den anderen Punkten:
Es ist korrekt, dass wir an vielen Themen arbeiten. Für die einen ist das vermutlich zu viel Wandel auf einmal, für die Innovativen unter uns vermutlich noch zu wenig. Wir versuchen, eine gute Balance zu finden.

Die DTFJ macht keine Jugendarbeit, indem sie in Mali Kicker an die Bundeswehr verschenkt. Die DTFJ kann auch nichts verschenken, da ihr dafür die Mittel fehlen.
Aber der Vorsitzende der DTFJ, der sich sehr engagiert um den Nachwuchs kümmert und viel bewegt, unterstützt mit dem Verein "So viel Freude" nicht nur Kinder in Kinderkrankenhäuser sondern aktuell mit Thomas Haas auch eine Woche lang deutsche Soldaten in Mali. Die Anfrage der Bundeswehr hatten die beiden gerne angenommen und auch die Soldaten in der Wüste dürfen gerne Freude am Kickern haben.

Der DTFB sehnt sich nicht nach einer Elite-BuLi, wir haben eine. Und wegen der BuLi muss der DTFB auch keine Vorgaben an die Landesverbände stellen, da es die Deutsche Tischfußball-Liga (DTFL) gibt, die direkten Zugriff auf die Vereine hat.

Es werden haufenweise Schiedsrichter ausgebildet, da Schiedsrichter benötigt werden. Und ja, das Regelwerk ist sicherlich verbesserungswürdig. Das ist auch der Ausgangspunkt für diese Diskussion.
Wir wollen deutsche Elitespieler, obwohl es keine Trainerausbildung gibt.
Die Trainerausbildung ist in Arbeit, da sie eine Voraussetzung für die Sportanerkennung ist. Dafür haben wir im DTFB-Vorstand einen Vizepräsidenten Ausbildung installiert. Der kümmert sich um dieses sehr zeitintensive Thema.
Unabhängig davon sind wir nicht unzufrieden mit den sportlichen Leistungen unserer Aktiven. Seit 8 Jahren steht Deutschland ununterbrochen an der Spitze der ITSF-Nationenwertung und kein Land sammelt so viele Goldmedaillen auf internationaler Ebene.

Wir wollen keine einheitlichen Tischnormen. Wir freuen uns über unsere diversen Tischpartner, da sie ein wertvoller Teil unserer Aufbauphase sind. Und wir wollen auch keinen Heber - maximal als Schiedsrichter. ;-)

Wir wollen mit vielen Ehrenamtlichen plus zusätzlich nach und nach - entsprechend unserer finanziellen Möglichkeiten -installierten Angestellten in Richtung anerkannter Sport gehen.

Und nein, wir möchten niemanden vergraulen. Wir hoffen, sogar, dass wir viele neue Menschen in Zukunft für unseren Sport begeistern können.

Und ja, wir möchten vieles und vieles so schnell wie möglich. Ohne dieses Vorwärtsgehen und die Innovationen ist es meiner Erfahrung nach auch nicht möglich, so viele Ehrenamtliche so intensiv, wie wir das aktuell tun, zu binden. Ihre Belohnung ist das Wachstum und die Erfolgsgeschichten, die wir schreiben.

Und alles, was als Kritik am Material kommt, mag berechtigt sein. Ich halte das jedoch für Jammern auf hohem Niveau. Mit unseren diversen Tischpartnern sind mir meiner Einschätzung nach gut aufgestellt und ich kenne keinen nationalen Verband, der so gute Voraussetzungen hat.
Und ob dann mal eine Puppe bricht oder ein Ball schneller eine Macke hat, entscheidet in meinen Augen nicht über die Zukunft unseres Sports.

Wir haben sicherlich noch viele Baustellen. Aber zumindest ich nehme es so wahr, dass wir uns kontinuierlich verbessern - auch wenn ich selbst manchmal ungeduldig bin.

Klaus G.
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von Klaus G. » 17.12.2017, 20:27

LieberEinzel! hat geschrieben:
16.12.2017, 12:33
Dann eine zielgerichtete Regelanpassung UND die Durchsetzung.
Es ist nicht so schwer. Es fehlt an der konsequenten Umsetzung.

In diesem Sinne:
"Der regionalen Turnierleitung steht es frei, den Modus an die eigenen Ergebnisse anzupassen, Drogen zu konsumieren und nackt zu spielen."
Hierauf möchte ich separat antworten, da mir das sehr wichtig ist.

Ich verstehe, was damit gemeint ist und auch mich stören viele Dinge, die hier oder da auf regionaler Ebene geschehen.
Aber dieses föderale Prinzip, mit dem wir den DTFB in den vergangenen rund 10 Jahren aufgebaut haben, sehe ich als Basis und gleichzeitig als ein Muss für nachhaltige Strukturen.

Von den heute als Motor wirkenden großen Landesverbänden wie z.B. NRW, Hamburg oder auch Berlin gab es im Jahr 2005 noch keinen einzigen. Das heißt, dass diese Landesverbände mit ihren Vereinen in relativ kurzer Zeit entstanden sind. Und wir haben von Anfang an darauf gesetzt, möglichst viel Verantwortung an diese Strukturen abzugeben.
Ansonsten wäre es auch nicht möglich, im Jahr knapp 200 Challenger auszurichten und damit regional für ein umfangreiches Angebot zu sorgen.

Unabhängig davon wären wir als DTFB mit unserem Vorstand auch nicht in der Lage, alles, was irgendwo in unserem doch recht großen Deutschland geschieht, zu planen und zu kontrollieren.

Dass nach einer solch relativ kurzen Zeit und mit reiner Ehrenamtlichkeit und häufig wechselnden Keyplayern nicht alles einheitlich und auch nicht immer perfekt läuft, müssen wir mit der angemessenen Gelassenheit hinnehmen und so agieren, dass es nach und nach besser wird.

Auf nationaler Ebene klappt es mit der konsequenten Umsetzung von Regelungen schon recht gut und auch auf regionaler Ebene wird es nach und nach besser, leider mit einigen Ausreißern hier und da.

Das darf und wird uns aber nicht davon abhalten, konsequent den eingeschlagenen Weg zu gehen und darauf zu vertrauen, dass alles das, was wir Jahr für Jahr mit den Landesverbandsvorsitzenden beim Präsidententreffen festlegen, eine durchgehende Umsetzung erfährt.

Wir können nicht das, was z.B. ein Tischtennissport in vielen Jahrzehnten geschaffen hat, in einem Jahrzehnt erledigen.
Aber wir holen auf!

MonkeyShot
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von MonkeyShot » 17.12.2017, 21:45

Wichtig ist einfach, dass man möglichst viele Spielstile zulässt und da ist das ITSF Regelwerk halt das offenste. Man kann ja italienisch spielen nach ITSF, ist halt dann wenig effektiv. Genauso sollte man direkt nach Setup schießen dürfen oder aber sich die Zeit für eine sehr umfassende Analyse nehmen dürfen. Den Spredeman-Pass zu verbieten wäre ebenfalls bescheuert. Da gibt es bereits seit 2004 Videos ohne das er von einer breiten Masse benutzt würde oder imba wäre. Außerdem ist es mal was abderes als das Passen von 3 aud 5. und fördert die Vielfalt.

MonkeyShot
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von MonkeyShot » 21.12.2017, 22:10

@ Klaus

Ich würde dringend davon abraten, die ITSF-Regeln grundlegend zu modifizieren! Hier in Hamburg regt sich jetzt schon Widerstand...
Gründe, die gegen die hier im Forum diskutierten Änderungen sprechen, sind nachfolgend aufgelistet:

10 Sekunden auf Zwei und Drei anstatt 15 Sekunden:
- Taktische Spieltiefe sinkt erheblich, da die gegnerische Verteidigung in 3-4 Sekunden nicht hinreichend analysiert werden kann, da sich
Bewegungsmuster der Verteidigung oft erst danach wiederholen bzw. man sich erst nach längerer Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher sein
kann, dass bestimmte Positionen auf sind: Tischfußball wird zum Ratespiel (Dann könnte man gleich Stein, Schere, Papier spielen)
- Es gäbe sehr viele Zeitdiskussionen, da man permanent nahe am 10 Sekunden-Limit schießen müsste
- Tischfußball verliert eines seiner wichtigsten Alleinstellungsmerkmale: Bei allen anderen Ballsportarten hat der Ballführende permanent Zeitstress,
weil er von anderen Spielern bedrängt werden kann oder den Ball aufgrund des Regelwerks sehr zeitnah weiterspielen muss. Ich persönlich fand
Tischfußball deshalb so attraktiv, weil ich den Gegner quasi vollständig unter Kontrolle habe, wenn ich mich mit Hilfe meiner selbst gebauten
Systeme immer richtig entscheide. Dafür braucht man aber Zeit! Trotzdem besitzt Tischfußball als Ausführung eine motorische Komponente, was
es z.B. von Schach deutlich unterscheidet. Diese Kombination aus ausreichend Zeit bei Ballbesitz, super Analysemöglichkeiten des Gegners und
motorischer Ausführung findet sich bei keiner anderen Ballsportart der Welt wieder
- Systeme wie Zieher (mit leicht unrundem Ball) oder Linkslang, bei dem der Ball sehr genau (mit leicht rutschigem Ball) auf Anschlag auf Kante
geklemmt werden muss und danach in Jethaltung umgegriffen werden muss, müssen teilweise mit 2-3 Sekunden Analyse und weniger geschossen
werden, dann sind wir schon fast bei "Setup-Gucken-Direkt schießen!"
- Vor allem im Einzel ist die 10 Sekunden-Regel besonders auf der Zwei praktisch unspielbar, da dann oftmals nur 2-3 Sekunden oder weniger für
einen Schuss bleiben, da der Ball hinten unter Kontrolle gebracht werden muss, die Stangen hochgestellt werden müssen und dann der Ball
setupped werden muss
- Technische Daddelei auf den Stangen würde aus Zeitgründen reduziert werden, die Attraktivität sinkt
- Stress und Hektik vernichten das taktische Potential des Spiels, weswegen es sehr viele Spieler lieben
- Man würde viele Spieler ihrer Fähigkeiten berauben, indem man die Bedeutung der Analyse der Verteidigung deutlich heruntersetzt

Angleichung der Passregeln auf der Zwei an die Regeln auf der Fünf, vor allem Spredeman-Pass(System): Seite der Figur -Bande-Pass mit gleicher Figur:
- System kann extrem attraktiv gespielt werden
- Durch Einbeziehung der Banden (und auch z.B. durch mehrfaches Abtropfen an den Seiten einer Figur) können sehr attraktive Systeme gebaut
werden, die auf der Fünf so nicht spielbar sind, was die Vielfalt fördert
- Es macht extrem Spaß, sich an der Zwei mit dem vielen Platz zwischen den Figuren auszutoben
- Die Passerleichterungen beim 2 auf 5 machen Sinn, da es im Vergleich zum 5 auf 3 weniger wichtig und spielbestimmend ist (Man muss ja zudem
auf 5 und 3 ebenfalls erfolgreich performen)
- Eine Angleichung an das Passen auf der Fünf ist nicht notwendig, da die Passregeln auch so verständlich sind
- Man würde vielen Spielern lange eingeübte Systeme wegnehmen und es hätte keiner einen Vorteil durch die Angleichung

Engelbert D.
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von Engelbert D. » 17.04.2018, 21:18

LieberEinzel! hat geschrieben:
16.12.2017, 12:33
Momentan versucht Tischfußballdeutschland "scheinbar ziellos" ALLES zu verbessern.
Die DTFJ macht Jugendarbeit, in dem sie in Mali Kicker an die Bundeswehr verschenkt.

Das mache ich aber gar nicht ziellos, sondern gezielt. :-)

Die Kicker - allesamt BEAST von Ullrich-Sport - stehen nicht nur in Gao, Bamako und Koulikoro (Mali), sondern sind auch auf dem Weg nach Kabul und Mazar-i-Sharif (Afghanistan), Rukla (Litauen), in den Niger und demnächst auch in den Irak. Tischfußball ist dort wirklich eine unfassbar große Sache. Endlich mal eine Umgebung, die für Tischfußball brennt.

Wir gehen dahin, wo der Tischfußball als Entlastung gebraucht wird. Deshalb sind wir - neben unseren Betreuungsmaßnahmen für die deutschen Kontingente - eben auch in Kinderkrankenhäusern genauso präsent wie in der Frührehabilitation von Rückenmarkverletzten. Cool, oder? 8)

investigent
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Re: Regelverbesserungen

Beitrag von investigent » 23.09.2018, 17:34

Die einfachste Regeln wäre diejenigen, die man am TORBADO-Tisch beim GOALIE berücksichtigen muss - da gibt es keinerlei Hick-Hack und es wird gespielt, bis einer von 2 Spielern gewonnen hat. Beim derzeitigen Turiertisch mit der derzeitigen Spielstandsanzeige gilt also: ein Spiel ist bei 8 beendet und ein Match ist gewonnen, wenn ein Spieler 3 Partien gewonnen hat. Warum gibt es keine Turnierserie auf dem TORNADO nach diesem Modus???!!!!

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