Tischfußball als Titelthema der taz


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Uhle
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Beitrag von Uhle » 18.05.2015, 17:24

Ich formulier das mal um, vielleicht ist es dann verständlicher:

Wenn eine Frau sich aussuchen darf, ob Sie bei den Herren oder den Damen mitspielen will, dann sollte das unter dem Aspekt Gleichberechtigung ja auch die Wahlmöglichkeit für Herren sein.

@Tex-Hex: Also in dem TAZ-Artikel steht: "Statt die Gleichberechtigung jedoch als Aushängeschild zu nutzen, erhofft sich der DTFB mehr Anerkennung durch Anpassung – ein krasser Rückschritt und womöglich ein Schnitt ins eigene Fleisch." Es geht also schon um Gleichberechtigung. Du hast Recht, dass es vorher keine Gleichberechtigung gab. Daher ist die Aussage der Autorin für mich etwas sinnfrei, wenn Sie den Schritt zur Gleichberechtigung als Rückschritt bezeichnet.
Tex-Hex hat geschrieben: Es gab doch früher auch keinen Aufschrei von Männern, die sich ungerecht behandelt fühlten.

Das ist in meinen Augen kein Argument, Diskriminierung zu dulden oder zu bewerben, nur weil sich die Betroffenen dazu nicht äußern. Und das es nicht geäußert wird, ist auch falsch, es will nur nicht jeder in einem Forum oder bei Facebook seine Anliegen schildern.
phelan hat geschrieben:Die Bevölkerungsaufteilung zwischen Mann und Frau (allso nahezu 50%) als Ausgangs- oder Ziellage zu nehmen ist ein grober Fehler. Es gibt nunmal unterschiedliche Interessen für gewisse Dinge zwischen den Geschlechtern. Wichtiger wäre es, anstatt eine Quote einführen zu wollen, all denjenigen, die Tischfußball als Sport ausüben wollen (auch potentiell, das heißt sie wissen es noch gar nicht) die Möglichkeit zu geben, das zu tun oder zu entwickeln. Es kann also durchaus sein, dass das männliche Geschlecht einfach häufiger gerne Tischfußball spielt als das weibliche. Den wahren Wert kennt man aber nicht.
Daher ist es unzulässig zu sagen: "Weil weniger als 50 % der Spieler Damen sind, ist diese Gruppe besonders zu fördern"
Sehe ich auch so. Den wahren Wert kann man niemals kennen und der Anstieg der Mitgliederzahlen im Bereich der Damen zeigt, dass die Möglichkeiten attraktiv sind, sonst würden sie nicht immer mehr nachgefragt werden.

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Ryu
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Beitrag von Ryu » 18.05.2015, 23:00

phelan hat geschrieben:Die Bevölkerungsaufteilung zwischen Mann und Frau (allso nahezu 50%) als Ausgangs- oder Ziellage zu nehmen ist ein grober Fehler. Es gibt nunmal unterschiedliche Interessen für gewisse Dinge zwischen den Geschlechtern. Wichtiger wäre es, anstatt eine Quote einführen zu wollen, all denjenigen, die Tischfußball als Sport ausüben wollen (auch potentiell, das heißt sie wissen es noch gar nicht) die Möglichkeit zu geben, das zu tun oder zu entwickeln. Es kann also durchaus sein, dass das männliche Geschlecht einfach häufiger gerne Tischfußball spielt als das weibliche. Den wahren Wert kennt man aber nicht.
Daher ist es unzulässig zu sagen: "Weil weniger als 50 % der Spieler Damen sind, ist diese Gruppe besonders zu fördern"
Frauenquote? :-? Das steht doch gar nicht zur Diskussion. Bevor du mir also einen "groben Fehler" unterstellst, lies bitte mein Posting richtig. Und was das Heranziehen der Geschlechterverteilung betrifft, so meine ich damit natürlich nicht, dass im Tischfußball ein annäherndes 50/50-Verhältnis quasi "zwanghaft" hergestellt werden soll. Ich sage nur, dass es da einen riesengroßen Pool an potenziellen Tischfußballerinnen gibt, der offenbar noch nicht einmal ansatzweise ausgeshöpft ist. Der DTFB hat ca. 7000 Mitglieder, davon sagen wir mal 6600 Männer (Ich kenne die genaue Zahl nicht). Also von 40 Millionen theoretisch potenziellen männlichen Tischfußballspielenden hat man 6600 aktivieren können. Auf der weiblichen Seite sieht die Bilanz viel schlechter aus, von 40 Millionen Frauen hat man nur 400 im Boot. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man unter den Frauen ein bisher noch nicht ausgeschöpftes Potenzial findet. Und daraus ergibt sich die strategische Sinnhaftigkeit, die Frauen als unterrepräsentiert besser zu fördern. Das geschieht ja auch in zwei Damen-Bundesligen.

Mit der Beschränkung der bisher offenen Bundesliga zu einer Herren-Liga geschieht aber folgendes: Diejenigen Tischfußball-Spielenden auf Top-Niveau, die zufälligerweise keinen Schniedelwutz zwischen ihren Beinen baumeln haben, werden nun ausgeschlossen. Und das, obwohl dieser kleine geschlechtliche Unterschied für das Spiel an sich absolut keine Bedeutung hat. Das ist Diskriminierung.

Wenn der DTFB konsequent wäre, müssten übrigens auch Junioren und Senioren aus der normalen Bundesliga ausgeschlossen werden. Die haben ja auch ihre eigenen Ligen... :wink:

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Beitrag von Uhle » 19.05.2015, 00:14

Jetzt herrscht mehr Gleichberechtigung als vorher und das wird Diskriminierung genannt?!
Wie kann denn jemand diskriminiert werden, der aufgrund seines Geschlechts mehr Rechte zwecks Förderung eingeräumt bekam? Wenn man bei der offenen Liga überhaupt von einer Fördermaßnahme sprechen kann!? Wenn es so wäre, dass da eine Förderung stattfindet, müsste nach über 50 Jahren offene Liga ja der Frauenanteil mittlerweile explodiert sein und jetzt zurückgehen. Das Gegenteil ist der Fall.

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Beitrag von Klaus G. » 19.05.2015, 00:17

Ryu hat geschrieben: Frauenquote? :-? Das steht doch gar nicht zur Diskussion. Bevor du mir also einen "groben Fehler" unterstellst, lies bitte mein Posting richtig. Und was das Heranziehen der Geschlechterverteilung betrifft, so meine ich damit natürlich nicht, dass im Tischfußball ein annäherndes 50/50-Verhältnis quasi "zwanghaft" hergestellt werden soll. Ich sage nur, dass es da einen riesengroßen Pool an potenziellen Tischfußballerinnen gibt, der offenbar noch nicht einmal ansatzweise ausgeshöpft ist. Der DTFB hat ca. 7000 Mitglieder, davon sagen wir mal 6600 Männer (Ich kenne die genaue Zahl nicht). Also von 40 Millionen theoretisch potenziellen männlichen Tischfußballspielenden hat man 6600 aktivieren können. Auf der weiblichen Seite sieht die Bilanz viel schlechter aus, von 40 Millionen Frauen hat man nur 400 im Boot. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man unter den Frauen ein bisher noch nicht ausgeschöpftes Potenzial findet. Und daraus ergibt sich die strategische Sinnhaftigkeit, die Frauen als unterrepräsentiert besser zu fördern. Das geschieht ja auch in zwei Damen-Bundesligen.
Die Damen-Bundesligen sind nicht dazu gedacht, Damen als unterrepräsentiert besser zu fördern. Sie sind dazu gedacht, den Damen den gleichen Spielspaß im Mannschaftssport zu ermöglichen, den auch die Herren in den beiden Herren-Bundesligen haben. Und das funktioniert hervorragend, wie sich bei allen Bundesligaspieltagen feststellen lässt.
Es sind übrigens ca. 750 Damen, die aktuell in den DTFB-Strukturen aktiv unseren Sport betreiben.
Ryu hat geschrieben: Mit der Beschränkung der bisher offenen Bundesliga zu einer Herren-Liga geschieht aber folgendes: Diejenigen Tischfußball-Spielenden auf Top-Niveau, die zufälligerweise keinen Schniedelwutz zwischen ihren Beinen baumeln haben, werden nun ausgeschlossen. Und das, obwohl dieser kleine geschlechtliche Unterschied für das Spiel an sich absolut keine Bedeutung hat. Das ist Diskriminierung.
Von was werden die Damen auf Top-Niveau ausgeschlossen? Von der Herren-Bundesliga, die im Gegensatz zur Damen-Bundesliga Top Niveau darstellt? Das bedeutet also, dass der geschlechtliche Unterschied für das Spiel an sich keine Bedeutung hat, die Damen-Bundesliga aber für Damen auf Top Niveau nicht gut genug ist, um dort anzutreten, weil das Niveau für sie zu schlecht ist? Oder wie ist diese Aussage gemeint?
Wenn dem so ist, kenne ich sicherlich eine Vielzahl von Herren, die schlecht genug wären, Damen-Bundesliga zu spielen. Ist es dann auch diskriminierend, ihnen den Zugang zur Damen-Bundesliga zu verwehren?
Zum Glück finden das komplette deutsche Damen-Nationalteam sowie diverse ausländische Spitzenspielerinnen wie Bremer, Atansova, Rohrer, Moser, ... nicht, dass sie durch die Teilnahme an der Damen-Bundesliga nachteilig behandelt werden und sind im Gegensatz froh, dass sie Teil eines Wettbewerbs sind, auf dem Damen-Tischfußball auf höchstem Niveau präsentiert wird. Ich kann jedem nur empfehlen, sich das Finalwochenende der Damen-Bundesliga als Zuschauer zu gönnen. Zumindest auf mich hat das bisher noch nie danach ausgesehen, dass dies nicht alles bietet, was hochklassigen Mannschaftssport im Tischfußball ausmacht.
Ryu hat geschrieben: Wenn der DTFB konsequent wäre, müssten übrigens auch Junioren und Senioren aus der normalen Bundesliga ausgeschlossen werden. Die haben ja auch ihre eigenen Ligen... :wink:
Bei der Entscheidung für eine konsequente Trennung einer Kategorie (Damen, Senioren, Junioren) sowohl im Einzelsport als auch im Mannschaftssport sind für uns drei Kriterien Voraussetzung:
1. Es wird bei dem Wettbewerb um einen nationalen Titel gespielt - egal ob Einzel, Doppel oder Team.
2. Bei diesem Wettbewerb kann man sich für einen internationalen Wettbewerb qualifzieren, bei dem ebenfalls eine Kategorietrennung vorgesehen ist (trifft auf die Junioren- und Senioren-Bundesliga nicht zu, jedoch für die Damen und Herren, wo es jeweils für die Damen und die Herren die European Champions League gibt).
3. Der Wettbewerb ist durch die Anzahl und das Niveau der TeilnehmerInnen als hochklassig bewertet (trifft nach unserer Einschätzung bei den Junioren und Senioren im Gegensatz zu den Damen noch nicht zu, da die Anzahl der teilnehmenden Spieler/Teams signifikant geringer ist und sich die Spitze deutlich dünner darstellt).

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Re: Tischfußball als Titelthema der taz

Beitrag von wAy » 19.05.2015, 08:28

Die damalige Bundesliga und jetzt Herrenbundesliga hat das höchste Niveau aller Ligen. Jetzt dürfen Frauen in der (Herren-)Bundesliga nicht mehr mitspielen und sind somit aus der aktuell stärksten Liga ausgeschlossen - und ja: das ist in meinen Augen erst einmal eine Benachteiligung.

Ich habe die Damenbundesliga bisher durchaus auch als gut funktionierende Fördermöglichkeit gesehen - rein sportlich gesehen sehe ich keinen Grund die Geschlechter zu trennen. Das wäre nur notwendig, wenn man ein Geschlecht in seinen Möglichkeiten als benachteiligt sieht - das sehe ich beim Tischfußball nicht, die körperliche Komponente ist ja zu vernachlässigen.
Aus Marketing-Sicht mag meine Ansicht erst einmal natürlich hinderlich sein - auf lange Sicht sehe ich das Aufheben der Geschlechtertrennung aber als Vorteil.
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Beitrag von Uhle » 19.05.2015, 12:28

wAy hat geschrieben: Ich habe die Damenbundesliga bisher durchaus auch als gut funktionierende Fördermöglichkeit gesehen
Genau das ist der entscheidende Punkt. Es ist eine gute Fördermöglichkeit, wir sehen die Frauenbundesliga jedoch nicht als Sprungbrett in die Herrenbundesliga. Wenn dem so wäre müsste man sagen, dass alle, die nicht gut genug sind, in der Herrenbundesliga zu spielen, bei den Damen spielen dürfen, damit sie vielleicht irgendwann gut genug sind, um in der Herrenbundesliga mitzuspielen. Das gilt dann auch für Männer, denn nicht nur eine Dame, die schlecht spielt, hat Förderungsbedarf.

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Beitrag von Sandra R. » 19.05.2015, 14:02

Moin,
da nun so viel geschrieben wurde über Gleichberechtigung, etc. mal meine Gedanken zur Änderung an der Bundesliga.

Ich habe viele Jahre in der 1. und 2. Buli gespielt (Devils, CimBomBom & BSC Hamburg). Mir hat dieses Event immer viel Spaß gemacht, weil ich teil einer super Mannschaft mit tollen Freunden war, egal für welche Mannschaft ich gespielt habe. Nachdem in der Nationalmannschaft schon die Aufteilung auf Männer und Frauen vorgenommen wurde, was ich damals und auch heute wirklich schade fand, wurde nun diese Aufteilung auch in der Buli vorgenommen. Auch dort empfinde ich das als schade, denn sein wir mal ehrlich, viele der Männer gucken sich kein Frauen-Tischfussball an und finden dieses auch nicht so interessant. Das zusammen in einer Mannschaft spielen, gerade in der Nationalmannschaft, hat dazu geführt, dass
a) die Männer sich die Spiele angeschaut haben
b) man den einen oder anderen Tipp bekommen hat, um sein Spiel etc. zu verbessern
c) die Wertschätzung der Leistung größer war, da die Punkte der Frauen für den Sieg des Teams sehr wichtig waren.
Klar war es so, dass dadurch weniger Frauen an einem Teamevent teilnehmen konnten, aber auch hier hätte man vielleicht einfach den Modus verändern können.
Nicht dass das jemand falsch versteht, ich bin heute noch stolz darauf Teil der gemischten Nationalmannschaft als auch der Damen-Nationalmannschaft gewesen zu sein und beides hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Zurück zur Buli:
Ich habe in der Hamburger Liga beim BSC Hamburg gespielt und zum einen in der Hamburger Liga tolle Spieltage gehabt, viel gelacht, viel geärgert, aber eben auch in der Saison wo es um die Quali zur zweiten BuLi ging, maßgeblich dazu beigetragen, dass die Mannschaft sich für die Qualifikation zur 2. Buli qualifiziert hat. Nun ist es so, dass ich gerne mit dem Buli-team spielen möchte, mit welchem ich auch in der liga antrete und nicht mit einem Team, welches komplett für 2 Spieltage zusammengestellt wird. Ich habe hier mit meinen Freunden gespielt, mit denen ich gerne das Erlebnis Bundesliga geteilt habe, nun ist das für mich nicht mehr möglich. Dies ändert nichts daran, dass ich ja jetzt an der frauen-buli teilnehmen könnte - dies tue ich nicht. So spiele ich einfach gar keine buli mehr...Schade!
Was ich damit sagen will, in meinem und auch in anderen Fällen von denen ich weiss, führt die Änderung nicht dazu, dass die Frauen in der Frauen-Buli spielen. Ganz im Gegenteil, dies führt dazu, dass diese einfach gar nicht mehr an dem Event teilnehmen. Ich glaube auch nicht, dass das ausschließen von Frauen in der 1. Buli dazu führt, dass auf einmal ein Zuwachs an Männern da ist. Es ändert einfach nix, ausser dass ein paar Frauen eben nicht mehr spielen.

Gruß Sandra

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Beitrag von wAy » 19.05.2015, 17:12

Uhle hat geschrieben:
wAy hat geschrieben: Ich habe die Damenbundesliga bisher durchaus auch als gut funktionierende Fördermöglichkeit gesehen
Genau das ist der entscheidende Punkt. Es ist eine gute Fördermöglichkeit, wir sehen die Frauenbundesliga jedoch nicht als Sprungbrett in die Herrenbundesliga. Wenn dem so wäre müsste man sagen, dass alle, die nicht gut genug sind, in der Herrenbundesliga zu spielen, bei den Damen spielen dürfen, damit sie vielleicht irgendwann gut genug sind, um in der Herrenbundesliga mitzuspielen. Das gilt dann auch für Männer, denn nicht nur eine Dame, die schlecht spielt, hat Förderungsbedarf.
Ah, falsche Wortwahl von mir. Ich meine mit "Fördermöglichkeit" nicht die Spielstärke, sondern mehr die Anzahl der Frauen die Tischfußball spielen zu erhöhen/fördern. Als Minderheit in einer großen Gruppe fühlt man sich (meiner Meinung nach) immer unwohler als unter seines gleichen. Mit der Möglichkeit unter sich zu spielen, gibt man denen die genau damit ein Problem haben die Möglichkeit den Sport auch auf hohem Niveau ohne diesen Faktor spielen zu können. Mit höherer Anzahl landen dann hoffentlich automatisch mehr Spieler in den "offenen" Ligen. Hoffe es ist so klarer. was ich gemeint habe.

Rein vom Leistungsgedanken her gesehen, fände ich das nicht wichtig Frauen eine eigene Disziplin zu geben.
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Beitrag von Ryu » 19.05.2015, 22:41

Sehr schön, dass sich hier immer mehr "namhafte" Leute aus der Tischfußballszene beteiligen. Und auch schön, dass der Tonfall insgesamt angenehm bleibt. Weiter so! :easy

@Sandra: 1) Dein Fall zeigt genau auf, was für schizophrene Konsequenzen sich aus dieser neuen Regelung ergeben. Du spielst in einem echten Team und bist maßgeblich am Bundesliga-Aufstieg beteiligt, und dann wird dir verboten, in der Bundeliga in deinem Team mitzuspielen, weil die anderen alle einen Zipfel zwischen den Beinen haben und du nicht. :wink: 2) Du schreibst: "Es ändert einfach nix, ausser dass ein paar Frauen eben nicht mehr spielen." Das ist eine sehr höfliche Untertreibung, denn diese "paar Frauen", du selbst eingeschlossen, gehören zufälligerweise zur Leistungsspitze des deutschen Tischfußballs... Wenn Spielerinnen wie du oder Asimenia sich aus dem DTFB-Ligageschehen zurückziehen, sollte der DTFB doch eigentlich ins Grübeln kommen und seine Entscheidung noch einmal überdenken.

@Uhle: Wie ich bereits geschrieben habe, mag deine Vorstellung von Gleichstellung als abstraktes Konzept stimmen (Alle haben die gleichen Rechte, siehe Michls Posting). Aber man muss eben die gegenwärtige faktische Situation berücksichtigen: Die Damen-Liga ist nicht so stark wie die Herren-Bundesliga, und wenn man (starken) Damen den Zutritt zur starken Liga verbietet, dann ist das keine Gleichstellung. Es geht also nicht um das prinzipielle Zugangsrecht zu irgendeiner Liga, sondern um das Zugangsrecht zum höchsten Niveau.

Damit kann ich dann auch zu Klaus' Einwand kommen:
Klaus, du schreibst an mich gerichtet: "Von was werden die Damen auf Top-Niveau ausgeschlossen? Von der Herren-Bundesliga, die im Gegensatz zur Damen-Bundesliga Top Niveau darstellt? Das bedeutet also, dass der geschlechtliche Unterschied für das Spiel an sich keine Bedeutung hat, die Damen-Bundesliga aber für Damen auf Top Niveau nicht gut genug ist, um dort anzutreten, weil das Niveau für sie zu schlecht ist? Oder wie ist diese Aussage gemeint?"

Meine Antwort: Frauen haben das Potenzial, im Tischfußball genauso gut wie die Männer zu sein. Gegenwärtig gibt es aber eindeutig mehr Männer auf Top-Niveau, das ist Fakt. Deshalb ist gegenwärtig auch die (ehemals offene) Herrenbundesliga vom Niveau her höherwertig als die Damen-Bundesliga. Das wird wohl niemand ernsthaft bestreiten. Die Damen sind im Durchschnitt also noch nicht so gut wie die Männer. Aber was nicht ist, kann noch werden, und hat sich meiner subjektiven Einschätzung nach auch innerhalb der letzten 10 Jahre schon gesteigert. Indem der DTFB (unter deiner Führung) nun diese Regelung einführst, schneidet er den Top-Spielerinnen den Zugang zur gegenwärtig besten Liga ab. Und die Rechnung, dass man damit das Niveau der Damenliga verbessert, geht ja offenbar nicht auf, siehe die Reaktionen von Sandra und Asimenia.

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Re: Tischfußball als Titelthema der taz

Beitrag von Ryu » 28.05.2015, 18:27

Das passt hier auch irgendwie rein:
http://www.spiegel.de/netzwelt/games/fi ... 35519.html

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Re: Tischfußball als Titelthema der taz

Beitrag von michi1367 » 28.05.2015, 20:59

Ryu hat geschrieben:Das passt hier auch irgendwie rein:
http://www.spiegel.de/netzwelt/games/fi ... 35519.html
Ich zitiere mal aus dem verlinkten Artikel:

<<Im Spielmodus "Ultimate Team" müsse man vorerst auf Frauen verzichten, sagt Rutter, dafür sei die Gesamtzahl der Spielerinnen noch zu gering. Auch Partien gegen ihre männlichen Pendants seien nicht möglich, schlicht, weil diese Spiele auch in der Realität nicht stattfinden. "Fifa" habe schon immer großen Wert auf Authentizität gelegt.">>


Aber der Vergleich hinkt ohnehin, denn bei der virtuellen Bundesliga (http://virtuelle.bundesliga.de/ueber-die-vbl/) dürfen auch Frauen den Controller ergreifen und in die Tasten hauen. Dass es jetzt auch Frauen-Teams bei FIFA 16 gibt, ist eher damit vergleichbar: http://www.classen-spielgeraete.de/kick ... 78619b4fd9.

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Re: Tischfußball als Titelthema der taz

Beitrag von watchme » 02.06.2015, 00:13

[OT]... wenn "Fifa" schon immer großen Wert auf Realität gelegt hätte, hätte man nie BVB vs BVB oder Bayern München Gegen die deutsche Nationalmannschaft spielen dürfen.[/OT]

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Tischfußball als Titelthema der taz

Beitrag von michi1367 » 25.08.2015, 23:23

Ich lass mal noch einen Link da, bei dem es im unteren Teil des Artikels auch um das Thema Geschlechtertrennung geht, die in dem betroffenen "Sport" mindestens genauso kurios erscheint, wie im Tischfussball.

http://www.bild.de/spiele/spiele-news/e ... .bild.html

Nebenbei war es aber wohl vor allem ein Mega-Event, mit 12000 (!) Zuschauern (in Worten ZWÖLFtausend) und 100000 (EINHUNDERTtausend) Euro Preisgeld.
Mir fehlt zwar gerade die geistige Frische, da direkt sinnvolle Verbesserungsansätze für unser schönes Spiel abzuleiten, aber vielleicht ist ja jemand anderes kreativ genug ;-)

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Tischfußball als Titelthema der taz

Beitrag von phelan » 26.08.2015, 09:57

Ich hatte die Diskussion (warum Tischfußball nicht für Zuschauer interessant ist) vor kurzem schon im tischfussball.de Forum angestoßen: http://www.tischfussball.de/phorum/read.php?3,107889

Und jetzt auch mal auf reddit: https://www.reddit.com/r/foosball/comme ... aling_for/

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Re: Tischfußball als Titelthema der taz

Beitrag von scorp » 26.08.2015, 10:54

@CS beispiel: dort, wie auch bei vielen anderen Online spielen, wurde dank Streamingportalen wie twitch und seinen Vorgängern über Jahre hinweg eine Caster und Zuschauerszene aufgebaut und stück für stück professionalisiert. Der STreamersteller bekommt inzwischen Geld über Beteiligung an Werbung auf Twitch, Product placement in seinen Streams, wenn Zuschauer seinen stream (freiwillig!!!)"abonnieren" , spenden und natürlich wenn er dank seiner Bekanntheit dann für große Events gebucht wird. Fakt ist aber erstmal das diese Streams prinzpiell erstmal kostenlos sind und damit ne sehr geringe Einstiegshürde haben. Zusätzlcih gibt es für diese Streamingseite ncoh apps für smartphones, tablets und smarttvs. Meiner Meinung nach muss man sich eigentlich überhaupt nicht mehr für das konventionelle TV verbiegen um da von irgend nem Sender sendezeit zu bekommen. Sind die zuschauerzahlen des Streams groß genug kommen die Sender von allein. Das erreicht man aber nicht mit videos/streams mit ner mindestens 10€ weekly pass Regelung auf ner Website mit 90er Jahre Flair. Es mag sein das die Produktion und Bereitstellung das Wert ist und das Enthusiasten bereit sind das zu bezahlen. Die breite Masse erreicht man damit aber nie, die wird eher abgeschreckt.

Es ist mir bewusst das Streams von Tischfussballspielen zu erstellen mit wesentlich mehr Aufwand verbunden ist als Streams für Spielübertragungen, welche ausserhalb großer events auch locker von zuhause aus gemacht werden können. Den heiligen Gral hab ich auch noch nicht gefunden.

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