Buche Leimholz - Tisch mit klappbaren Füßen


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Hofter
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Buche Leimholz - Tisch mit klappbaren Füßen

Beitrag von Hofter » 12.11.2013, 21:22

Hallo Freunde des Kickerbaus,

hier die Vorstellung zum zweiten Tisch, den wir gebaut haben (Vorstellung des ersten folgt erst noch :wink: ). Regie und Durchführung der meisten Arbeiten lag bei meinem Bruder.
Orientiert haben wir uns beim Bau des Tisches an den Tipps von kickerbau.org und aus dem Forum hier, das ich schon seit langer Zeit als Mitleser verfolge.

Ausgangsmaterial war wie bei so vielen Kickern eine 27mm Küchenarbeitsplatte aus Buche Leimholz.

Die Wahl des Materials für den Korpus fiel deswegen sofort auf Buche Leimholz, da der Tisch hiermit optimal mit seinem Bestimmungsort, dem hiesigen Jugendheim, harmoniert, wie auf den Bildern weiter unten zu sehen ist. Außerdem halte ich Buche Leimholz für vergleichsweise einfach zu verarbeiten und noch dazu sieht es einfach gut aus.

Vom Konzept her war klar, dass der Tisch zusammenklappbare Beine bekommen müsste, da der Raum, in dem er aufgestellt ist, von verschiedenen Vereinen genutzt wird und deswegen manchmal im Weg ist. So kann man ihn einfach an die Wand stellen, ohne zu viel Platz zu beanspruchen.
So sieht das Ganze dann im zusammengeklappten Zustand aus. Auf den Bildern sind noch keine "Abstandshalter" zu sehen, die die Kante gegenüber den Rollen im aufgestellten Zustand schützt. Dies wurde zunächst mit Türstoppern realisiert, aber das muss nochmal überarbeitet werden, das das nicht so gut gehalten hat.
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Die schräg stehenden Beine à la Leo Turniersieger haben uns schon immer gefallen. Aufgrund des Klappmechanismus mit der Querstrebe zwischen den Beinpaaren war eine innenliegende Beinmontage die einfachere Wahl, wie auf dem Bild oben zu erkennen ist.
Die Torkästen wurden als Module gebaut, da die Ballausgabe wegen des Klappmechanismus im Torkasten integriert werden musste. Als Prallbrett kommt ein 8mm Laminatbrett zum Einsatz. Da bei richtig harten Schüssen ein Zurückspringen des Balles aufs Spielfeld nicht zu verhindern war, wurde der Torraum mit einem Handtuch (hört sich blöd an, ist aber dämpfungstechnisch sehr effektiv) ausgekleidet. Auf den Bildern hier sieht man das noch nicht. Das Handtuch ist auf der ersten Schräge angebracht.
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Als Spielfeld kommt das Vector-Feld zum Einsatz. Das Spielfeld liegt auf einer 25mm Spanplatte, die noch vom Speicherboden übrig war. Die Erhöhung von Seiten und Ecken erfolgt wie üblich durch Keilholz. Im eingebauten Zustand wurden die Kanten dann mit Silikon verfugt.

Da mein Bruder berufsbedingt eine gewisse Affinität zur Metallverarbeitung hat, wurden viele Teile des Kickers selbst hergestellt.
Die Torzähler wurden komplett selbst hergestellt. Ebenso wurden die Lagerbuchsen für die Beine bzw. die Lagerung der Gewindestangen im Korpus selbst gedreht.
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Was macht der findige Metallbauer, der keinen 27,5mm - Bohrer zur Verfügung hat? Richtig - er dreht 27,5mm Lager so ab, dass sie in 26mm "Forstner-Löcher" passen. Wenn eine Drehmaschine verfügbar ist, wohl eine recht einfache (und präzise) Methode.
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Die Lagerbohrungen haben wir an einer Ständerbohrmaschine mit einer recht einfach gehaltenen Bohrschablone hergestellt.
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Der Korpus wird durch Gewindestangen zusammengehalten. Das Spielfeld liegt in in die Seitenwand eingefrästen Nuten und wird zusätzlich von Metallwinkeln mit dem Korpus verbunden.
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Das Ganze ergibt eine äußerst stabile Konstruktion. Die Beine bestehen aus zwei zusammengeleimten 27mm-Brettern. Diese verschaffen eine ausreichende Standsicherheit. Es wurden höhenverstellbare Stellfüße verwendet, die in Rampa-Muffen eingeschraubt werden. Bei dem Tisch wackelt im Spielbetrieb (fast) nichts.

Das Holz wurde geschliffen und geölt. Als Ergebnis haben wir eine recht schöne Oberfläche erzielt. Zwar hätte man mit höherem Schleifaufwand wahrscheinlich mehr Glanz erzeugen können, aber das war nicht die Absicht.

Bei den Figuren fiel die Wahl auf Leo Figuren, da diese glücklicherweise in den Vereinsfarben orange und weiß verfügbar sind. Diese sitzen auf Contus L4 Stangen, die wiederum auf den oben schon erwähnten Leo Lagern sitzen.
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Insgesamt betrachtet ist ein Kickertisch entstanden, der optisch für unsere vergleichsweise einfachen Arbeitsmittel meiner Meinung nach sehr viel hermacht und gleichzeitig bezüglich des Spielverhaltens keinen Vergleich mit einem Turniertisch scheuen muss (zumindest nicht mit denen, die ich bisher gesehen/gespielt habe).

Ich bin schon gespannt, wie er Euch gefällt. Uns taugts sehr gut und die Resonanz bei uns im Verein ist durchaus positiv.

Gruß,
Daniel

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Buche Leimholz - Tisch mit klappbaren Füßen

Beitrag von steph4n » 12.11.2013, 23:38

schick. ich muss nur sagen, so helle tische finde ich, da sieht das spielfeld irgendwie immer so eingeengt aus.
wenn dann noch die leopuppen mit den dicken koeppen drauf sind erst recht. nur ne "optische" anmerkung, die meine meinung ist :-)
___________________________
das runde muss in das eckige ...

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Buche Leimholz - Tisch mit klappbaren Füßen

Beitrag von Kicker69 » 13.11.2013, 07:14

Sehr Schick!
Ich denke die Bälle springen zurück, weil die erste darunter angebrachte Schräge zu nah am Tor ist....
Die Bälle springen erst nach unten und von da wieder an die Schräge zurück und wieder aufs Spielfeld....

Einfach rausnehmen ...und fertig....

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Hofter
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Buche Leimholz - Tisch mit klappbaren Füßen

Beitrag von Hofter » 13.11.2013, 08:06

Ja, das stimmt. Es ist so, wie du es sagst. Die Bälle haben noch so viel Energie, dass sie zurückspringen.
Durch das Handtuch ist das aber nicht mehr der Fall. Und es wird noch dazu leise, sodass man mehr vom Torsound hat :mrgreen:
Wir haben es auch drin gelassen, damit der Ball nicht unkontrolliert nach unten fällt und dann womöglich über die Ballausgabe springt.
Außerdem stabilsiert es den Torkasten noch etwas (wobei das wohl zu vernachlässigen wäre).

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Buche Leimholz - Tisch mit klappbaren Füßen

Beitrag von schnulliwulli » 13.11.2013, 09:11

Das sieht nach richtig viel Arbeit aus. Respekt!
Viele tolle Detailarbeiten!! Insbesondere die schönen Metallarbeiten machen mich etwas neidisch.
Optisch nicht ganz so mein Ding, ich steh nicht auf den Stäbchen-Look, und der Kasten insgesamt ist mir persönlich etwas zu wuchtig. Aber das ist mein persönlicher Geschmack und tut dem Kickertisch und der Spielfähigkeit sicher keinen Abbruch und soll auch deine/eure Arbeit, die Ideen und gute Umsetzung nicht schmälern. Super gemacht! :easy :easy

Bei dem Problem mit den rausspringenden Bällen kann es schon die Lösung sein, wenn man den Winkel der Prallplatte verändert. Sie sollte nicht exakt im 45 grad winkel angeordnet sein, sonder eher etwas in Richtung unter den Tisch. Klausi der kickerbauer hat mal irgendwo einen Winkel von 30 Grad angegeben.

Dann kannst du auch das Handtuch wieder entfernen und den originären Torsound geniessen. ;-)
Baue gerade einen Kickertisch selber - infos unter www.kiquan.de

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Buche Leimholz - Tisch mit klappbaren Füßen

Beitrag von Starbuck » 13.11.2013, 17:09

Hi,

habt ihr handwerklich sehr schön gelöst!Der Tisch ist für den Einsatz im Jugend/Vereinsheim sicherlich gut gerüstet.
Den Klappmechanismus finde ich prima gelungen- der macht sicherlich auch etliche Betriebsstunden mit.
Im Torraum ist wie oben erwähnt vielleicht noch ein bisschen Ausprobieren angesagt- soo viel mehr Platz ist beim meinem Tisch
in diesem Bereich auch nicht und da springt ganz selten mal ein Ball raus.

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Buche Leimholz - Tisch mit klappbaren Füßen

Beitrag von e.t.chen » 13.11.2013, 20:51

Grandioses Teil! Einfach Genial! Wenn mein Klapp-Tisch damals nur annähernd so schick geworden wäre, wär ich echt glücklich!
Zu der Ballproblematik: Vielleicht könnte man die obere Rampe doch rausnehmen und das Rausspringen des Balls aus dem Auswurfloch durch eine senkrechte Barriere verhindern, die nur 1,5 Ballbreiten über der unteren Rampe endet...?
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Buche Leimholz - Tisch mit klappbaren Füßen

Beitrag von Kubala » 13.11.2013, 22:09

Buche rustikal. Optisch ist das Gerät "second to none". Für meinen persönlichen Geschmack sind höchstens die Beine etwas zierlich für den massiven Korpus, aber da das die Statik ja offenbar nicht beeinträchtigt, ist das auch egal. Satten Respekt, was man mit handwerklichem Können selber so hinkriegt.

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