Probleme mit Wechsler


Kicker Schusstechniken, Tricks und Spielverhalten
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sarowiwa95
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Probleme mit Wechsler

Beitrag von sarowiwa95 » 24.05.2017, 13:08

Hallo alle,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Wechslern, beidseitig kurz gespielt und meist aus dem ¾-Setup. Erste Versuche in der Einbindung im Wanderpin laufen bereits. Inzwischen stellen sich sogar erste Erfolge im Spiel ein. Allerdings stellt sich auch eine Problematik ein:
Im "kalten Zustand" gelingt mir die Technik. Bin ich warmgespielt, kann ich die Wechsler nicht mehr abrufen.
Ich verreiße die Schüsse, treffe den Ball nicht mehr oder bleibe mitten in der Technik stecken. Als ob ich verkrampfen würde. Aber warum?

Als Selbstwahrnehmung kann ich keinen Unterschied bzgl. Körperspannung, Körperstellung, Griffhaltung, Konzentration usw. zu den beiden Zuständen ausmachen. Könnte das ein Problem der Kondition/Konzentration sein?

Kommt dieses Phänomen jemanden bekannt vor?

Ein Ratschlag in dieser Situation wäre äußerst hilfreich - vielen Dank.
Wo isch der nu neigange?

Kubala
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Re: Probleme mit Wechsler

Beitrag von Kubala » 24.05.2017, 15:25

Kenne ich zumindest ähnlich. Wenn ich Schüsse trainiere, kann es durchaus vorkommen, dass die erst passen und dann eine Zeitlang nicht mehr kommen. Den Grund dafür weiß ich nicht, aber ich mache mir da auch keine Sorgen mehr drum. In dem Fall ist es wichtiger, dass man überhaupt trainiert als das alles genauso läuft, wie man gerne möchte.

Gerade als nicht so erfahrener Spieler muss man sich vergegenwärtigen, was das Kickertraining eigentlich darstellt: Das Einprägen von Bewegungen auf feinmotorischer Ebene, bis die Bewegung unbewusst als Reflex abläuft. Das Wiederholen von sensorischen Empfindungen, bis ein "Ballgefühl" entsteht. Das sind Dinge, die man überraschend gut trainieren kann, aber nicht überraschend schnell. Das heißt, auch ein Training, das man als misslungen empfindet, trägt langfristig zum Besser werden bei.

Also ganz simpel: Weiter trainieren. Irgendwann klappt es auch im warmgespielten Zustand. Und vielleicht gelegentlich etwas an den Umständen ändern, zum Beispiel ein paar Mal bewusst sehr weite Wechsler probieren, die kaum schaffbar sind, und dann schauen, ob sich die normalen Wechsler verbessern.

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sarowiwa95
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Re: Probleme mit Wechsler

Beitrag von sarowiwa95 » 24.05.2017, 15:57

Vielen Dank für deine Ausführungen.
Ich habe Glück und verfüge über eine gehörige Portion Hartnäckigkeit. Aber nach einer gefühlten Ewigkeit des Trainierens möchte man dann auch mal Resultate sehen. Auch die Idee, die Wechsler über eine größere Weglänge zu spielen, hatte ich schon. Ist aktuell nicht zielführend - aber ich bleibe dran.

Vielleicht ist es wirklich vorteilhaft etwas Abstand zu den Dingen zu bekommen.
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unentspannt
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Re: Probleme mit Wechsler

Beitrag von unentspannt » 06.07.2017, 23:26

Beispiel : Links lang angesetzt - zur Mitte springen und ins kurze Eck in die Ausgangsposition schießen.
Challenge: Setz in der Mitte an und trainiere den kurzen Zieher bis die er bei 9 von 10 Schüssen sitzt.

Speichere dir die Handhaltung inclusive der Spannung unmittelbar vor dem Schießen, die in deinem Handgelenk ist, ab.

Nächste Stufe : Ansatzlos schießen. Leg den Ball in die Mitte - verlasse die Ballberührung um 1cm. Setze auf den Ball auf und schieße sofort in dieser Millisekunde, ohne zögern oder andere Vorbewegungen. Abschuss direkt bei Ballberührung. Trainiere das wieder bis 9 von 10 sitzen.

Wechsler: Der Kurze Schuß ist jetzt sicher. Setze den Ball Linkslang an, bring das gefühl für das Kurz schießen in dein Handgelenk. behalte dieses Gefühl. Hüpfe in die Mitte und schieße sofort ohne zögern. keine Pause nach dem aufsetzten! Dabei geht das "Gefühl" wieder verloren!

Höchste Trainingstufe: Filme dich selbst beim Schießen - das lehrt mit Druck umzugehen.

Viel Erfolg

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sarowiwa95
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Re: Probleme mit Wechsler

Beitrag von sarowiwa95 » 08.07.2017, 14:06

WoW - danke für die Rückmeldung.

Ich bin dran geblieben und habe einfach weiter trainiert. In der Zwischenzeit zeichnen sich sogar kleine
Erfolge ab. Der Unterschied zwischen dem "kalten" und "warmen" Zustand ist merklich kleiner geworden.
Obwohl mir der Pin-rechts/-links durchaus zügig von der Hand geht, kann ich diese Schnelligkeit (noch) nicht
auf den Wechsler übertragen. Auch daran arbeite ich.

Deine Vorschläge klingen sehr interessant und vielversprechend. Das werde ich in naher Zukunft angehen,
wobei das ansatzlose Schießen für mich eine hohe Kunst darstellt.
Der Hinweis zur höchsten Trainingsstufe ist eine sehr gute Idee. Leider fehlt mir noch das nötige Equipment dazu.
Aber es ist ja bald Weihnachten :-D

Danke für eure Anregungen.
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Re: Probleme mit Wechsler

Beitrag von Thomas K. » 30.07.2017, 13:59

Hey, wie siehts aus? Ich geb mal meinen Senf dazu...

Vereinfacht gesagt ist das Problem, dass der Ball beim Wechsler nicht unter die Stange laufen darf bei der Fake-Seitwärtsbewegung. Je eingespielter du bist, desto mehr traust du dir zu, mehr Druck auf den Ball zu geben und trotzdem die Ecke zu treffen. Insbesondere bei 3/4-Systemen ist das auch ganz normal: wenn du von der Balic-Position schießt (1/4 nach rechts und 3/4 nach links) bist du wahrscheinlich nicht genau mittig auf dem Ball und ein Rechts-Pin (nur knappe Auflage auf dem Ball) braucht mehr Druck als ein Links-Pin.

a) Links-3/4: wenig Druck auf dem Ball, Ball läuft fast parallel, ist aber durch die große Distanz am Ende trotzdem fast unter der Stange
(als Maßstab für "viel/wenig" nehme ich den Druck einer Mittelauflage mit genau mittigem Setup und bei der Seitwärtsbewegung parallel zur Stange laufenden Pins)
b) Rechts-1/4: viel Druck auf dem Ball, Ball läuft tendenziell sehr schnell unter die Stange (vielleicht im Endeffekt nicht viel, aber für die kurze Distanz doch erheblich)

Warum liegt das an der Auflage?
Du gibst dem Ball ja einen Impuls mit beim Start des Schusses.
Beispiel a: bei der Seitwärtsbewegung rollst du über den gesamten Ball drüber -> mehr Kraftübertragung -> schnellere Seitwärtsbewegung
b: sehr knappe Auflage, wenig Kontakt Figur/Ball - weniger "Zeit auf dem Ball" während der Seitwärtsbewegung, um das auszugleichen machst du mehr Druck drauf

Im Endeffekt ist der Ball auf den jeweiligen Abschlusspunkten wahrscheinlich ähnlich weit unter der Stange und das, obwohl der Schuss nach links den dreifachen Weg macht und der Ball drei Mal mehr Zeit hat, unter die Stange zu laufen. Zur Verdeutlichung kann man sich gut vorstellen, wie es wäre, wenn man den Druck, den man bei Rechts-1/4 auf den Ball gibt, auch beim Links-3/4 haben würde: der Ball läuft viel zu weit nach hinten (viel Druck auf dem Ball für die gesamte Zeit, die man über den Ball rollt). Andersherum bewegt sich der Ball bei der Rechts-1/4-Auflage kaum bzw. nur sehr langsam.

Beim Wechsler-Schießen liegt das technische Problem darin, dass du den Ball nach der Fake-Seitwärtsbewegung sauber schießt; wenn du vom Ball heruntergehst beim Antäuschen, musst du natürlich auch wieder drauftippen und in dem Moment schießen, was schwierig sein kann, wenn du den Ball nicht auf der richtigen Seite erwischst beim Wechseln.
Beispiel: Auflage Rechts-1/4, Figur deckt nur die rechte Seite des Balles ab -> 1) nach links über den Ball rollen -> 2) auf Links-3/4 auf den Ball gehen und 3) mit Figur auf Links/Mitte des Balles nach rechts (einen 3/4 langen Pin) schießen.
Bei 1) kann der Ball schon zu weit unter die Stange rollen, sodass 2) gar nicht mehr möglich ist. Wenn die Figur den Ball gut auf Links-3/4 geklemmt hast, gehts nur noch um die Auflage: Figur ist links oder mittig zum Ball -> alles gut; Figur ist rechts zum Ball -> der saubere Schuss wird schwer (viel Druck auf dem Ball, läuft dann weit hinter die Stange, ...).

Fred schießt den Links-Rechts-Wechsler hauptsächlich so: Auflage Rechts-1/4, Figur deckt nur die rechte Seite des Balles ab -> nach links über den Ball rollen; wenn die Figur auf der linken Seite des Balles angekommen ist, ist die Puppe ungefähr am Mittelpunkt und der Ball knapp rechts davon (Figur hebt aber nicht ab!) -> Schuss nach rechts
Hat den krassen Nachteil, dass wenn die Figur auf der linken Seite des Balles ist und der Ball rechts vom Mittelpunkt liegt, sich der Schuss nach rechts nur sehr schwer ausführen lässt. Vor allen Dingen konstant. Dazu kommt man ja auch noch aus dem Wechsler.
Der Vorteil: Bei der Rechts-1/4-Auflage (Figur rechts vom Ball) braucht man, um nach links zu schießen, relativ wenig Druck auf dem Ball - nach dem Antäuscher, wenn man in der Mitte steht mit Figur links vom Ball, will man den gleichen Druckpunkt für den Rechts benutzen (du gehst ja wieder "sehr lange" über den Ball). Also derselbe Druckpunkt & bis zum Schuss nach rechts die gleiche Bewegung -> perfekt ansatzlos.

Es gibt auch noch einen Grund, weshalb man den Ball nicht zu weit unter die Stange ziehen sollte: dadurch beugt sich das Handgelenk und der Abroller wird ungenau. Das ist meist das Limitierende beim Pin aus der Mitte (klassisch: Ball geht leicht schräg, fast gerade, an den Pfosten, weil die Abrollbewegung zu langsam war bzw. zuviel Zeit gebraucht hat und die Figur den Ball zu spät trifft). Eigentlich willst du ja von jedem Punkt jeden Schuss machen können und Links-Rechts-Wechsler von 3/4 gehen ja noch, aber kompliziert wirds zum Beispiel bei: Auflage Rechts-1/4, Figur rechte Seite des Balles und man will einen Rechts-Mitte-Wechsler machen. Nach rechts gehen und in die Mitte schießen ist gar nicht so einfach (um kurz zu schießen willst du ja mindestens in der Mitte, wenn nicht gar links auf dem Ball sein). Fred hats natürlich wieder voll übertrieben und geht erst nach links, dann nach rechts, dann in die Mitte. Vorteil: Rechts-Mitte mit Figur links auf dem Ball ist viel einfacher, da man nach dem Fake nicht so weit rechts vom Ball steht und somit der Kurze (aus einem Linkslang-Pin-System der Schuss in die Mitte) locker ausführbar ist.

scorp
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Re: Probleme mit Wechsler

Beitrag von scorp » 31.07.2017, 08:43

9,5/10 weil kein video link dabei ;) trotzdem sehr bildliche beschreibung.
Es gibt auch noch einen Grund, weshalb man den Ball nicht zu weit unter die Stange ziehen sollte: dadurch beugt sich das Handgelenk und der Abroller wird ungenau
du würdest also generell nie den ball unter die stange rollen lassen, auch bei mitte systemen ohne wechsler? Eine mögliche Gegenbewegung ist ja dann fast nicht drin, weil man relativ wenig Einflussmöglichkeiten auf den Ball hat wenn er weit vor der Stange rollt und der Schuss selbst ist auch weniger kraftvoll. Das kann dann auch ein Grund sein warum die Bälle schräg nach außen an den Pfosten gehen.

Thomas K.
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Re: Probleme mit Wechsler

Beitrag von Thomas K. » 02.08.2017, 07:55

Da hast du vollkommen recht, deswegen schrieb ich auch "nicht zu weit unter die Stange". Wenn der Ball am Abschlusspunkt genau unter der Stange war, ist das schon zuviel (bei einem Mittesystem). Generell braucht man auch gar nicht soviel Gegenbewegung, wie oftmals angenommen wird und dass der Schuss weniger kraftvoll ist, kommt eher im Extremen vor, also wenn der Ball wirklich sehr weit vorne liegt. Andererseits ist eben der Vorteil einer kurzen, dynamischen Abrollbewegung nicht zu unterschätzen und durch das Beugen des Handgelenks rollt man a) tendenziell weiter ab, da mehr Druck und b) ist die Schussbewegung auch nicht so knackig wie mit steifem Handgelenk (da du bei steifem Handgelenk nur die Hand gerade nach oben ziehen musst).

Das kommt auch immer ganz auf den Tisch an. Beim Ullrich zum Beispiel hast du sehr viel Grip und viele, die den Ball in der Mitte zu voll klemmen, d.h. der Ball verschwindet fast vollkommen unter der Figur, geben dem Ball durch den erhöhten Grip zuviel Druck mit, der Ball läuft unter die Stange, Handgelenk beugt sich, Schuss wird unpräzise und geht leicht schräg neben das Tor. Deswegen lege ich mir den Ball auf Ullrich tendenziell etwas weiter vor ("knapper" geklemmt, könnte eher nach vorne wegrollen), um mit meinem üblichen Druckpunkt den Ball nicht zu weit nach hinten zu ziehen. Andererseits hast du auf Leo eher weniger Reibung zwischen Figur/Ball/Platte und da nutze ich ungefähr denselben Druckpunkt, obwohl ich den Ball sehr voll klemme (Ball rutscht tendenziell eher nach hinten weg bei der Auflage).

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