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Kickertisch-Kaufberatung

 
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Dako
Admin


Anmeldungsdatum: 31.10.2004
Beiträge: 656
Wohnort: Hamburg
Kickertisch: P4P Hohlstangen

BeitragVerfasst am: 02.12.2007, 01:58    Titel: Kickertisch-Kaufberatung Antworten mit Zitat

Ist die Begeisterung für Tischfußball als Hobby oder Sport erst einmal entfacht, kommt schnell der Wunsch nach einem eigenen Kickertisch auf. Angesichts der unüberschaubaren Vielzahl an Modellen und Herstellern und der teilweise recht stolzen Preise will ein Tischkauf wohl überlegt sein. Mit dieser Kaufberatung möchten wir etwas Licht ins Dunkel bringen und Euch dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen.

Mit dem nötigen Kleingeld bekommt man qualitativ hochwertige Tische bekannter Markenhersteller, an denen der Spielspaß garantiert ist. Mittlerweile gibt es jedoch einige günstigere Alternativen, die frischen Wind in den Markt gebracht haben und über die es sich ebenfalls nachzudenken lohnt.
Beim Kauf eines Kickers ist neben dem finanziellen Aspekt eine zentrale Frage ausschlaggebend: „Was will ich mit dem Tisch anfangen?“
Steht etwa das Training für Turniere und Liga im Vordergrund, oder sucht Ihr nach einem Tisch für die hauseigene Kellerbar, um bei Bier und Brezeln mit Freunden vergnügliche Abende zu verbringen? Vielleicht wollt Ihr ja die arroganten Lokalmatadore eurer Stammkneipe endlich wegfegen, oder Ihr sucht einen Tisch für eure Kinder? Bevor Ihr also überstürzt irgendeinen Tisch ordert, solltet Ihr euch über Eure Motivation bewusst werden, und dabei auch das „Suchtpotenzial“ dieses faszinierenden Spiels bedenken. Grob gesehen kann man von zwei Spielertypen ausgehen; auf der einen Seite Turnier- und VereinsspielerInnen, und auf der anderen Seite Hobby- und KneipenspielerInnen.

Turnier- und Vereinsspieler
Wenn Ihr Euch einen Kickertisch kaufen wollt, um für größere Turnierserien oder eine Liga zu trainieren, dann begrenzt sich das Feld (aus deutscher Sicht) im Grunde genommen auf drei Tischmodelle. Entscheidend ist nämlich, dass Ihr möglichst auf genau demjenigen Tisch trainieren könnt, auf dem die jeweiligen Turnier- und Ligaspiele ausgetragen werden. In Deutschland gibt es zwei Institutionen, die Tischfußball als Sport fördern und Turniere bzw. Ligen organisieren:
Die „Players 4 Players Tischfußballvereinigung e. V.“ veranstaltet mit der P4P-Tour die größte deutsche Turnierserie. Unabhängig davon ist der „Deutsche Tischfußballbund“ mit seinen derzeit zehn Landesverbänden das deutsche Mitglied der „International Tablesoccer Federation“ und organisiert die Tischfußball-Bundesliga. Die dem DTFB angeschlossenen Landesverbände wiederum betreiben regionale Ligen.
Auf der P4P-Tour wird auf dem P4P Tournament von der Firma Lehmacher gespielt, während der Tecball Tournament (ebenfalls Lehmacher) und der Leonhart Tournament (von der gleichnamigen Firma Leonhart) die offiziellen Tische des DTFB sind. Diese drei Modelle stellen sozusagen die „Königsklasse“ der deutschen Kickertische dar. Sie zeichnen sich durch sehr gute Verarbeitung, Stabilität, und einen äußerst geringen Wertverlust aus und ermöglichen die präzise Umsetzung gängiger Spieltechniken. Im Prinzip nehmen sich die drei Tische nicht viel: Der Tecball und der Leonhart sind bis auf die Korpuskonstruktion fast identisch, und beide weisen zum P4P-Tisch nur geringe Unterschiede auf. So ist die Umstellung von einem der Modelle auf ein anderes ohne größere nennenswerte Einbußen möglich. Wobei der P4P und der Tecball im Vergleich zum Leonhart Tournament etwas besser verarbeitet ist, auch werden für diesen Tisch hochwertigere Materialen verwendet. Die feineren Unterschiede der Tische machen sich jedoch bemerkbar, wenn man die höheren Weihen des Kickersports erhalten hat. Laut Aussagen von vielen Profispielern ist der P4P der momentan beste Tisch, knapp gefolgt von Tecball.
Der aktuelle P4P-Tisch und auch der Tecball werden seit 2006 angeboten, der Leonhart kam in diesem Jahr (2007) auf den Markt.
Die Qualität dieser Sportgeräte schlägt sich natürlich im Preis nieder: Ein neuer P4P kostet 1530 €, ein Tecball 1665 € und ein Leonhart 1460 €. Mit Versandkosten (ca. 80 €), Bällen und anderem Zubehör hat mal schnell die 1600 €-Schallmauer überschritten. Ein wenig günstiger wird es, wenn man sich ein „turniergebrauchtes“ Exemplar kauft: Diese Tische, die nach dem Einsatz auf Turnieren verkauft werden, kosten ca. 150 – 200 € weniger als nagelneue Tische. So ist ein P4P-Turniertisch beispielsweise für ca 1360 € zu haben. Die turniergebrauchten Tische können direkt nach Turnieren erworben und mitgenommen werden, sind aber auch beim jeweiligen Hersteller zu ordern.
Außerdem werden neben den Turniertischen preiswertere Trainingstische angeboten, die eine leichtere Korpuskonstruktion und keinen Münzer besitzen. Diese so genannten „Homeversionen“ bewegen sich jedoch preislich immer noch in höheren Sphären: Ein P4P-Homesoccer kostet 949 €, ein Tecball Semi Pro 900 €, ein Leonhart Sport 940 € und ein S4P 860 €. Die drei Letztgenannten warten übrigens mit einem stabileren und schwereren Korpus als der P4P-Homesoccer auf. Für Mitglieder des DTFB sind die Turnier- und Trainingsgeräte von Leonhart und Tecball übrigens zu Sonderkonditionen erwerbbar. Der S4P ist ein recht neuer Tisch. Mit 860 € ist er der günstigste Kickertisch aus der Homeserie. Das Spielfeld und die Spieltechnik entspricht den Soccer-Line Tischen von Leonhart, die Bauform entspricht den DTFB-Normen. Der günstigere Preis ist u.a. darin begründet, dass dieses Gerät nicht der DTFB-Lizensierung unterliegt.
Beim P4P besteht außerdem noch eine weitere Alternative: Zu dem aktuellen Modell gibt es ein Vorgängermodell, das man auf dem Gebrauchtmarkt findet, und das auch noch als ML Turnier hergestellt wird. Eine Neuanschaffung ist hier jedoch nicht sehr sinnvoll, da der Tisch bei einem etwas instabileren Korpus auch noch teurer als das aktuelle Modell ist.

Wer Wert auf einen qualitativ guten Kickertisch legt, oder sich weiterentwickeln möchte und eventuell irgendwann in einer Liga oder auf Turnieren spielen möchte, kommt an einem dieser Tische nicht vorbei. Auch sind diese Kickertische hervorragend für Büroräume geeignet. Die oben erwähnten Tische sind allesamt "Marken-Kickertische", made in Germany mit langer Tradition. Ersatzteile sind für diese Tische mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in 20-30 Jahren noch lieferbar. Unsere Kaufempfehlung geht daher ganz klar an folgende Tische:
Pfeil Lehmacher
Pfeil Tecball
Pfeil Leonhart

Hobby- und Kneipenspieler
Ihr spielt gerne in der Kneipe und seid so begeistert, dass ein eigener Tisch ins Haus muss? Als Hobbyspieler habt Ihr eine breitere Auswahl an möglichen Tischen als die Vereinsspieler, da ihr nicht zwingend das betreffende Turnier- bzw. Ligamodell braucht. Wer das erforderliche Geld investieren kann, der sollte sich natürlich einen der drei oben genannten Turniertische bzw. deren "Homesoccer" (P4P, Tecball, Leonhart) anschaffen.
Doch auch für den etwas schmaleren Geldbeutel gibt es Tische, die (Spiel-)Freude bereiten:
Für 600 € ist zum Beispiel der in China produzierte Fireball-Homesoccer zu haben. Die Bezeichnung „Homesoccer“ ist hier ein wenig irreführend, handelt es sich bei dem Tisch doch mit seinen 120 kg um einen schweren und soliden Kicker. Seine Figurenform weicht etwas von der in Deutschland üblichen Soccerpuppe ab, erlaubt jedoch ebenfalls ein präzises Handling. Wer jedoch auf seine Soccerpuppen nicht verzichten will, kann einen Nachrüstsatz mitbestellen. Das Spielgefühl auf einem Fireball-Tisch unterscheidet sich allerdings von einem der üblichen Soccertische. Bevor man sich diesen Tisch zulegt, ist es ratsam ihn erstmal probezuspielen.
Der zweite, noch günstigere Tisch ist der Ullrich-Kicker, der in China produziert wird. Dieser Tisch wurde in Anlehnung an die Kicker von Lehmacher und Leonhart entwickelt und kostet ca 400 €. Er muss vom Käufer selbst zusammengebaut werden, und besitzt mit 100 kg absolut ausreichendes Gewicht. Dieser Tisch ist eine gute Alternative bezogen auf das Preis- Leistungsverhältnis, erreicht aber (noch) nicht die spielerische Qualität eines Leonhart- bzw. Lehmachertisches.
An dritter Stelle wäre außerdem die Firma Tuniro zu nennen. Sie bietet eine breite Palette an günstigen Tischen an, die preislich zwischen 200 € und 390 € liegen. Die teilweise Verwendung von Teleskopstangen macht diese Tische vor allem für Kinder attraktiv, da eine geringere Verletzungsgefahr besteht.
Man muss sich allerdings nicht zwingend auf fabrikneue Geräte beschränken: Dank ihrer soliden Konstruktion haben Kickertische in der Regel eine lange Lebensdauer, weshalb auch gebrauchte Tische attraktiv sein können. Diese Tische sollte man sich am Besten vor dem Kauf anschauen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
Eine Anlaufstelle für Second-Hand-Tische im Internet ist das bekannte Auktionshaus „eBay“. Dort findet man unter Stichworten wie „P4P“, „Lehmacher“, „Tecball“, „Leonhart“, „Leonhart Soccer“, „Löwen Kicker“ und „Löwen Soccer“ Tische verschiedener Hersteller und Lebensjahre. Teilweise gehen die Tische, vor allem ältere Leonhart- und Löwentische, zu etwas überhöhten Preisen über die virtuelle Ladentheke. Bevor man 700 € für einen Löwen Classic berappt, der eine zehnjährige Kneipenkarriere hinter sich hat, sollte man doch eher über einen Fireball Homesoccer (600 €) nachdenken oder für zusätzliche 100 € den Sprung zum Tecball Semi Pro wagen.
Dringend abzuraten ist von den vielen billigen Kickertischen aus Fern-Ost, die bei eBay zwischen 50-300 € angeboten werden! Diese Tische enttäuschen meistens aufgrund minderwertiger Qualität, schlechter Verarbeitung, geringen Gewichts und unzureichender Maße und Abstände.
Neben eBay finden sich auch im hiesigen Forum in der Rubrik Schwarzes Brett Forenbeiträge, in denen man Kaufgesuche und Verkaufsangebote findet.

Hohl- oder Vollstangen?
Die deutschen Soccertische der Firmen Löwen, Leonhart und Lehmacher unterschieden sich bis vor kurzem in einem wichtigen Detail von den Tischen anderer internationaler Hersteller. Sie waren mit massiven Vollstahlstangen ausgerüstet, während im Rest der Kickerwelt auf leichteren Hohlstangen gespielt wurde. Ende 2006 vollzog sich dann eine Angleichung an diesen internationalen Standard: P4P-, Tecball- und Leonhart-Tische werden seitdem mit Hohlstangen bestückt.
Den Vollstangen wurde bis dahin der Vorzug gegeben, da sie dem rauen Kneipenspiel besser gewachsen schienen und sich schwerer verbiegen lassen als die Rohrvariante. Bei der Umstellung war deshalb entscheidend, eine überdurchschnittlich belastbare Hohlstange zu entwickeln. Dies konnte nach eigenen Angaben von Lehmacher und Leonhart verwirklicht werden. Gute und stabile Leonhart-Hohlstangen kosten zwischen 20 und 28 €. Über die Auswirkungen auf die Spieltechnik der beiden Stangenarten wird leidlich gestritten. Fest steht hierbei, dass das Spielen auf Hohlstangen wesentlich Kräfte schonender ist und sich die Schuss- und Passtechniken etwas leichter erlernen lassen.
Auch im Kneipen- und Hobbybereich sind die Hohlstangen auf dem Vormarsch und werden sich langfristig sicherlich durchsetzen, weshalb es auch für HobbyspielerInnen nicht verkehrt ist, sich diese Stangen anzuschaffen. Die Tische von Fireball und Ullrich sind ebenfalls mit Hohlstangen ausgestattet. Auch beim Kauf eines gebrauchten Tisches ist die Stangenbestückung zu beachten, da man eventuell selber einen Satz Hohlstangen nachkaufen muss.

Wir hoffen, dass diese Kaufberatung Euch ein wenig bei der Entscheidungsfindung geholfen hat. Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Es ist immer ratsam, Tischmodelle vor dem Kauf auszutesten. Macht mit euren Freunden eine kleine Kickerkneipentour, besucht den ortsansässigen Tischfußballverein, oder schaut in einem der Werke oder einer der Verkaufsstellen der jeweiligen Hersteller vorbei. Auf diese Weise könnt Ihr herausfinden, ob die ins Auge gefassten Tische Euch wirklich überzeugen. Besonders der Besuch eines Vereins ist zu empfehlen, da Ihr dort kompetente Ansprechpartner findet, die Euch gerne weiterhelfen.

Es sei nochmals betont, dass wir besonders die in Deutschland hergestellten Kickertische mit langer Tradition empfehlen:

Pfeil Lehmacher
Pfeil Tecball
Pfeil Leonhart

aus folgenden Gründen:
• 1A Qualitätsware made in Germany
• Weite Verbreitung in Deutschland, sowohl in Kneipen als auch auf professionellen Turnieren
• Ersatzteile sind sehr langfristig lieferbar
• Die Tische sind sehr robust, lange Lebensdauer
• hoher Wiederverkaufswert

Viel Erfolg bei der Suche... und danach natürlich viel Spaß mit dem Tisch!


[ Vielen Dank an Ryu für diesen Ratgebertext! ]

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